Lexikon zu Etschenreutter "Aller heilsamen Baeder und Brunnen Natur..."

 


Beim Lesen des Buches fiel mir auf, dass ich viele Wörter nicht kannte oder dass deren Bedeutung zur Zeit Etschenreutters eine ganz andere als heute war. Daraufhin habe ich mich entschlossen, eine Art Lexikon zu erstellen, in dem ich versuche, diese Wörter zu erklären. Dabei benutzte ich vor allem online-Lexika. Besonders das 'Deutsche Wörterbuch' der Gebrüder Grimm war mir eine große Hilfe. Auf der Literatur-/Linkliste ganz unten habe ich die verwendete Literatur angeführt. Die Wörter werden auch durch kleine Popup-Fenster im Text selbst erklärt, wenn man mit dem Mauszeiger darüber fährt. Übrigens: Manchmal erklären sich Wörter auch von selbst, wenn man sie sich laut vorliest und dabei unterschiedlich betont!

Das Lexikon erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch kann ich nicht für die richtige Deutung/"Übersetzung" der Wörter garantieren.

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A  

abriechen

abolere, odorem amittere, verriechen, verdünsten..... transitiv: eine blume abriechen, allzu lange riechen, bis sie ihren geruch verliert. (Grimmsches Wörterbuch)

abzeucht

= auszieht

abziech stuben

= Raum zum An- und Auskleiden / Umziehen im Badehaus

acetositatem vitriolatam

vermutlich = Vitriolsäure, Schwefelsäure

aderecht

ADERECHT, ädericht, venosus, nervosus, nnl. aderachtig. s. aderig...... (Grimmsches Wörterbuch);

adrig, von Adern durchzogen

Aderlass

ader sprengen

Der Aderlass ist eine der ältesten medizinischen Behandlungsformen. In Griechenland war er seit der Zeit des Hippokrates bekannt. Bis ins 17. Jahrhundert galt er als eine der wichtigsten medizinischen Therapieformen in der galenischen Medizin. Der Nutzen des Aderlasses beruhte auf zwei Vorstellungen: Zum einen wurde angenommen, Blut könne sich in den Gliedern stauen und verderben. „Schlechtes Blut“ müsse entfernt werden. Zum anderen wurden Krankheiten auf ein Ungleichgewicht der vier Säfte (Blut, gelbe Galle, schwarze Galle, Schleim, siehe Viersäftelehre) zurückgeführt. Durch Ausleitung bei Blutfülle und Fieber konnte nach dieser Vorstellung das Gleichgewicht wiederhergestellt werden. (wikipedia)

Affter herauß gehet

= Sichtbare Ausstülpung der Afterschleimhaut bzw. der Mastdarmschleimhaut, mitunter auch der gesamten Mastdarmwand durch den Analkanal nach außen. Hierzu kommt es zunächst vornehmlich beim Pressen während des Stuhlgangs; im weiteren Verlauf können die Anteile permanent nach außen gestülpt bleiben. Aufgrund der fortschreitenden Überdehnung verliert der Schließmuskel allmählich seine Verschlusskraft.  (www.apotheken.de)

agarici

Die Blätterpilze (Agaricales) sind eine Ordnung der Unterklasse der Hutpilze (früher Hymenomycetidae, nach Ainsworth heute Agaricomycetidae) in der Klasse der Ständerpilze (Basidiomycetes). Die Blätterpilze sind in Europa mit sehr vielen Arten vertreten (über 4.000) und stellen somit die größte Gruppe der Lamellen tragenden Pilze dar. Bekannteste Vertreter unter den Speisepilzen sind die Champignons (Agaricus spec.), Parasol (Macrolepiota procera) und Shiitake (Lentinula edodes), unter den Giftpilzen der Fliegenpilz (Amanita muscaria) und die Knollenblätterpilze (Amanita spec.).   (wikipedia)

agley 
Akelei

 

Akelei (Aquilegia), eine Pflanzengattung in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die Gemeine Akelei wurde im Mittelalter und der frühen Neuzeit in vielfältiger Form in der Medizin verwendet. In einem 1606 erschienenen medizinischen Werk werden bereits 273 Anwendungsmöglichkeiten der Akeleipflanze beschrieben. Unter anderem heißt es: ...es ist gut hitzigen Leuten, die gerne zürnen. Alle Teile der Pflanze wurden als Heilmittel gegen Skorbut und Gelbsucht und bei Leber- und Gallenleiden und Magenbeschwerden benutzt. Der scharfe Saft der Blätter sollte Wunden heilen, und man glaubte, dass die Pflanze junge Paare vor bösem Zauber schützte. Typische Anwendungsbereiche waren Menstruationsbeschwerden, Augenerkrankungen, Hals- und Rachenentzündungen sowie Gallenbeschwerden. Der Saft der im Mörser zerstoßenen Blätter sollte gegen Grind und Hautausschläge helfen und - wenn er in Fisteln geträufelt wurde - deren Abheilung bewirken. (wikipedia)

agstein

= Gagat:= schwarzer Agtstein oder Agstein (Gagatkohle, Pechkohle, schwarzer Bernstein,  franz. Jais, engl. Jet), schwarze, glänzende, muschelig brechende, sehr bituminöse Kohle, läßt sich feilen, drechseln, nimmt schöne Politur an und wird zu Schmucksachen, Knöpfen, Rosenkränzen etc. verarbeitet  (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1907)

Alatwurtzel

vermutlich Alantwurzel. Echter Alant (Inula helenium) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie wird bereits seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Überwiegend verwendeter Teil ist die Wurzel (Helenii rhizoma). Alant zählt zu den seit der Antike bekannten Heilpflanzen. ....

Im gesamten Mittelalter war Alant eine hochgeschätzte Heilpflanze, die besonders in Form des Alantweins als Allheilmittel galt, das auch 'potio Paulina' genannt wurde. In der Volksmedizin war Alant ebenfalls sehr beliebt und wurde bei Leiden wie Bronchialkatarrhen, Husten, Blähungen, Harnverhalten, Magen-Darm-Beschwerden, Gelbsucht und Würmer verwendet. Eine Salbe aus Alantwurzel und Schweineschmalz wurde äußerlich gegen Krätze, Geschwüre und Ekzeme benutzt. In Siebenbürgen und im Spreewald wurde der Alant bei Brustbeschwerden wie Tabak geraucht. Der Alant gilt heute vor allem als Hustenmittel. Der genaue Wirkeffekt konnte noch nicht geklärt werden. Es ist anzunehmen, dass die ätherischen Öle einen auswurffördernden und leicht krampflösenden Effekt haben. Wie bei vielen Heilpflanzen ist auch beim Alant die Dosis entscheidend. Größere Mengen können zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungen führen.  (wikipedia)

alaun

Alaun ist ein Salz namens Kaliumaluminiumsulfat oder auch Aluminiumsulfat, wobei letzteres in letzter Zeit häufiger eingesetzt wird. Dieses Salz bildet sich zu durchsichtigen Kristallen in Oktaederform. Vor allem in der Gerberei wird Alaun wegen seiner zusammenziehenden Wirkung eingesetzt. Aber auch in der Heilkunde spielt es eine Rolle, denn es ist blutstillend, adstringierend und wirkt antibakteriell. Üblicherweise wird Alaun als Rasierstein benutzt, gegen kleine Wunden, die durch das Rasieren entstanden sind. Im Mittelalter wurde Alaun für die verschiedensten entzündlichen oder blutenden Hautprobleme eingesetzt. Inzwischen gibt es bessere Möglichkeiten, diese Art von Hauptproblemen zu behandeln, daher spielt Alaun heutzutage keine so breitbandige Rolle mehr. (gesund.org)

Alaun (englisch: Alum, französisch: Alun, lateinisch: Alumen) wurde früher nur das kristallisierte wasserhaltige schwefelsaure Doppelsalz von Kalium und Aluminium (Kaliumaluminiumsulfat) genannt.

alembick

Der Alambic (Alambik, Alembic, Alembicus) oder Destillierhelm, in der Alchemie auch Caput Mauri, Capitellum, Galea genannt, ist ein Gefäß zur Trennung von Stoffen durch Erhitzen und anschließendes Abkühlen (Destillation). Ähnlich wie die Retorte weist der Alambic ein langes, seitlich nach unten führendes Rohr auf, durch das das Destillat in ein Auffanggefäß abfließen kann. Jedoch ist der Boden des Alambic offen, so dass er auf den eigentlichen Destillierkolben gesteckt werden kann. (wikipedia)

Alephanginas

ALEFANGINAS, sf. pi. Purgative pills made of cinnamon, nutmeg, the juice of aloes, and  other spices..... (Neuman and Baretti's dictionary of the Spanish and English languages, Boston 1827)

Alte Schäden Alte Schäden: Beim Krampfaderleiden unterscheidet man hinsichtlich Unterschenkelgeschwüren (Ulcera cruris) zwischen „Alten, nicht fauligen Schäden“ und „superinfizierten, faulig-jauchigen Geschwüren“... (Claudia Richter: Phytopharmaka und Pharmazeutika in Heinrich von Pfalzpaints ‚Wündärznei‘ (1460), Würzburg, 2003)

Ammeos

Großer Ammei (Ammi majus), Große Knorpelmöhre; Pflanzen-Familie der Doldenblütler (Apiaceae).  Der Samen des Großen Ammei wirkt entwässernd und wird äußerlich in Creme-Form gegen Hautkrankheiten wie Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) und Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt.    (grimmsches wörterbuch)

Ampelitis

Ampelitis (Ampelitis sive Pharmacitis, frantzösisch Terre Ampolite, und Pierre noire), ist eine Gattung Erde, welche gar hartzig ist, schwartz wie Agat, läst sich in Schupen zertheilen, und gantz leicht zu Pulver stossen. ....Sie dienet die Würmer im Leibe zu tödten, und das Haar schwartz zu färben.....Sie wird Pharmacitis genannt, vom Griechischen φάρμακον medicamentum, Artzney, Medizin, weil sie zur Artzney gebrauchet wird. (Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721)

Andorn

Der Gewöhnliche Andorn, auch Weißer Andorn, Andorn, Gemeiner Andorn oder Weißer Dorant genannt, (Marrubium vulgare) ist eine Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). In der Heilkräuterliteratur ist die Pflanze auch als Herba Marrubii zu finden. Andorn enthält den Bitterstoff Marrubiin, ein Furanolabdan-Diterpen sowie ätherische Öle, Schleim, Harze, Wachse und Gerbstoffe. Die Pflanze ist als Heilkraut seit dem Altertum bekannt. Der Name Marrubium geht auf eine Stadt in Latium zurück. Bereits Plinius weist auf die Wirkung gegen Schlangenbisse und Gift hin. Nach Walafried Strabo hilft Andorntee gegen 'ärgerliche Beklemmungen'. Kulturgeschichtlich sind auch die Namen Mäusedorn und weißer Andorn bekannt, wie der großformatige Kupferstich aus der berühmten Folge des Garten von Eichstätt von Basilius Besler (1561–1629) belegt. (wikipedia)

Anetho

= vermutlich Anethol: wesentlicher Bestandteil des Anis-, Estragon- und Fenchelöls, weiße, in Alkohol und Äther lösliche Kristalle bildend, dient als Antiseptikum (als Oleum Anīsi offizinell), in der Likörfabrikation und Parfümerie; seine alkoholische Lösung mit Ammoniakflüssigkeit ist als anetholhaltige Ammoniakflüssigkeit (Liquor Ammonĭi anisātus) offizinell und wirkt lösend. (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911)

antecedes

= Antezedenz (lat.), das Vorausgehende; Antezedenzien, frühere Vorgänge, jemandes Vergangenheit; antezedieren, vorhergehen; den Vorzug haben; Antezessor, Vorgänger, bes. im Amt; Vorfahr. (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911)

Apodyterium

Als Apodyterion (griechisch ἀποδυτέριον) bzw. latinisiert Apodyterium wird der An- und Auskleideraum im griechischen und römischen öffentlichen Bad (Thermen) bezeichnet. Auch in der Palästra des Gymnasions gab es solche Umkleideräume. Bekannt ist vor allem das Apodyterion der Vorstadtthermen von Pompeji durch die Darstellungen des dort gefundenen erotischen Frieses. (wikipedia)

apostem

Apostem, (griech.), Eitergeschwür, Abszeß; apostematöse Entzündungen, solche, die zur Eiterung führen, z. B. in Nieren nach Blasenkatarrh etc.... (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1905)

appliciern

applizieren (lat.) = aufheften, auslegen (von Farben); anwenden; einem etwas beibringen.. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1905)

apponieren

apponieren (lat.) = hinzufügen, beifügen, beisetzen

Aprellen

= April

aquafort

= Scheidewasser, von lat. 'aqua fortis' (starkes Wasser); mäßig konzentrierte Salpetersäure zur Trennung (Scheidung) von Gold und Silber. Silber wird gelöst, während Gold unverändert bleibt. (www.wissen.de)

aquam aluminis

aqua aluminis = Alaun - Das Aqua aluminis war als adstringierendes und blutstillendes Mittel zur Behandlung von Wunden in der Chirurgie sehr beliebt, wurde aber auch zur Stärkung der Gewebe nach Verrenkungen, bei Vorfällen und Brüchen, ja selbst zur Wiederbringung der 'verlohrnen Jungfrauschafft' (pro sophisticatione virginum) mißbraucht.  (www.venenzentrum.org)

aquositet

Aquosität = Wässerigkeit

armoniacum

Sal armoniacum = Ammoniak: Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff. Eine Ammoniaklösung heißt Salmiakgeist (Ammoniumhydroxid). Sie reagiert alkalisch. Ammoniak hat einen stechenden Geruch. Benannt ist es nach dem Ammonssalz Ammoniumchlorid aus der Ammonsoase, heute Oase Siwa. Es wird zur Herstellung von Düngemittel, Farbstoffen und Sprengstoff verwendet. Ammoniak ist eine Base. Es ist gut wasserlöslich und bildet dann Salmiakgeist (Ammoniumhydroxid). (wikipedia)

aromaticum rosatum

ist ein Pulver aus roten Rosen, Lakritze, Aloe, Gelbholz, Zimt, Nelken, Muskatblüte, Gummi, Traganth, Muskatnüsse, Kardamon, Galangal (gehört zur Familie von Ingwer), Nardenöl, Ambra und Moschus (engl. wikipedia)

aronwurtz

= Wurzel des Gefleckten Aronstabs, auch Ronenkraut oder Zehrwurz genannt, eine Pflanzen-Art aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). In der Volksheilkunde wurde Aronstab bei Entzündungen des Magens und des Darmes mit Krämpfen, Brennen, Würgen und Auswurf blutigen Schleimes verwendet. Meist wurde die Droge in Tropfenform ein paar Mal am Tag mit einem Glas warmen Wassers genommen, oder auch zum Gurgeln. Da die Pflanze sehr giftig ist, muss von solch einer Verwendung abgeraten werden.  (wikipedia)

arsenikalisch, arseinckhalisch

arsenikalisch = Arsenik enthaltend; daher Arsenikalische Heilmittel, Arsenikalische Salze, Arsenigsaure u. Arseniksaure Salze (Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857)

Arsen(III)-oxid, As2O3, auch Diarsentrioxid, Arsenik oder (ungenau) Arsentrioxid ist das Anhydrid der in freiem Zustand nicht vorkommenden arsenigen Säure (H3AsO3). Technisch ist es die wichtigste chemische Verbindung des Arsens. Arsenik ist seit langem als Mordgift berüchtigt. Seit der Spätantike war es das mit Abstand am meisten verwendete Gift. Die Bezeichnung „Erbschaftspulver“ für Arsenik deutet ebenso auf die gezielte Verwendung als Gift hin. Jahrhundertelang ließ sich Arsenik chemisch nicht nachweisen. Wenn der Mörder die seit dem 16. Jahrhundert bekannte, richtige Dosis verwendete, war ihm der Mord kaum zu beweisen. Noch um 1840 waren 90 bis 95 Prozent aller Giftmorde auf den Einsatz von Arsenik zurückzuführen. Nach Einführung der Marshschen Probe 1836 nahmen die Mordanschläge mit Arsenik allmählich ab. In der römischen Antike wurde Arsenik auch als Mittel zur Depilation von Schamhaar benutzt. (wikipedia)

atrament

atrament, atramentum = Tintenstein, auch schwarze flüssige Substanz; in der mittelalterlichen alchimistischen Sprache bedeutet Atramentum oft so viel wie Stein der Weisen. Das Atramentum sutorium (»Schusterschwärze«) der Römer war wohl größtenteils Eisenvitriol, es wurde aber nicht vom Kupfervitriol unterschieden. Man benutzte es als Heilmittel und zum Schwärzen des Leders.  (peter-hug.ch/lexikon)

auffgelauffen

auflaufen, 1) (Med.), anschwellen, von Theilen an Menschen u. Thieren, z.B. von der Haut gebraucht; 2) (Thierarzneik.), so v.w. Blähsucht haben;. ..(Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857)

auffreüchet; auffrüchend

Von aufriechen = aufsteigen, aufstoßen; .... evaporare, aufstoszen, in gutem und üblem sinn....das täglich aufrüchend opfer unsers bittenden und gott lobenden mundes.....mit einem aufriechenden, stinkenden athem sich erzeigen......verschleimunge des magens, darvon aufriechende dünst ins haupt sich ziehen.....wer viel wein getrunken und isset hönig darauf, dem lässet es die starken aufriechenden dämpfe nicht über sich steigen.... (Grimmsches Wörterbuch)

auffzügig

= rot anlaufend'

augstmonat

AUGSTMONAT = AUGUST, m. messis, nnl. oogst, mhd. ougest und ouwest, ernte und erntemonat, august, welsch awst, armor. eost, vgl. altn. haust auctumnus, schw. dän. höst. augustus und auctumnus stammen von augere. ..(Grimmsches Wörterbuch)

auripigment

Auripigment, auch unter der im englischen Sprachraum verbreiteten Bezeichnung Orpiment, den veralteten Namen Arsenblende oder Rauschgelb, seltener unter seiner chemischen Bezeichnung Arsen(III)-sulfid bekannt, ist ein häufig vorkommendes Arsen-Schwefel-Mineral aus der Mineralklasse der nichtmetallartigen Sulfide. ... Schon seit dem Altertum wurde das rötlich-gelbe Auripigment verwendet um Gold zu imitieren....Vor der Erfindung von Chromgelb war Auripigment das leuchtendste Gelb, das man in der Malerei kannte. Heute wird es in der Anwendung durch ungiftige Teerfarbstoffe ersetzt.....Viele Quellen warnen vor der hohen Giftigkeit des Auripigments. ..(wikipedia )

außlauffen

in besonderm sinn für durchfall, profluvium alvi: der alt sagt im, wie er die ganze nacht het das auslaufen gehabt. (Grimmsches Wörterbuch)

außriechen

AUSRIECHEN, ausduften in mehrfachem sinne, 1)  intransitiv, exhalare, evaporare, den geruch verlieren: die blumen haben ausgerochen, ausgeduftet; die wäsche riecht nach und nach aus; 2)  transitiv, odorari, aufspüren: etwas ausriechen, mit der nase ausfindig machen; alle winkel, jeden gestank ausriechen.  (Grimmsches Wörterbuch)

Aussatz

Aussatz, Miselsucht, im Mittelalter Bezeichnung für verschiedenartige bösartige Hautkrankheiten, die für ansteckend gehalten wurden, weshalb die Aussätzigen in besondere Hospitäler (Leproserien) verwiesen wurden. Gegenwärtig versteht man unter A. die Lepra, eine in südl. und trop. Gegenden, aber auch in Rußland häufige Krankheit, die auch in Ostpreußen nicht ganz selten beobachtet wird. Die Krankheit wird durch den Leprabazillus hervorgerufen, ist ansteckend, veranlaßt Knoten- und Geschwürbildung auf der Haut und greift auch auf die innern Organe über. Führt zu langdauerndem Siechtum mit tödlichem Ausgang. Im Deutschen Reiche gab es 1904: 24 Aussätzige.  (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911)

Avicenna

Abū Alī al-Husayn ibn Abdullāh ibn Sīnā;, latinisiert Avicenna (persisch ‏ابو علی سینا‎ - Abū ʾAlī Sīnā; arabisch ‏ابن سينا‎ - ibn Sīnā ; * 980 in Afschana bei Buchara im persischen Samanidenreich, heute Usbekistan; † Juni 1037 in Hamadan, heute Iran) war ein persischer Arzt, Physiker, Philosoph, Jurist, Mathematiker, Astronom und Alchemist. Er zählte zu den berühmtesten Persönlichkeiten seiner Zeit. Einige seiner philosophischen Ausarbeitungen wurden von späteren Mystikern des Sufismus rezipiert. George Sarton bezeichnete Ibn Sina als „den berühmtesten Wissenschaftler des Islam und vielleicht aller Zeiten“.....Ibn Sina zählte zu den bedeutendsten Ärzten seiner Zeit. Im persischen Sprach- und Kulturkreis wird er von manchen Bewunderern als Held verehrt. Er gilt dort als einer der größten Perser überhaupt. Die islamische Orthodoxie lehnt seine theologischen und philosophischen Werke aber strikt ab. Auch in Europa steht Ibn Sina noch heute in hohem Ansehen. Der Kanon blieb dort bis ins 17. Jahrhundert eines der Hauptwerke der medizinischen Wissenschaft. Ibn Sinas Porträt befindet sich in der Halle der medizinischen Fakultät der Sorbonne und im Mailänder Dom in einem Kirchenfenster, gestiftet Mitte des 15. Jahrhunderts von der Apothekerzunft Mailands. Außerdem wurde er in der Belletristik rezipiert. So studiert in Noah Gordons Bestseller Der Medicus der Protagonist des Romans bei Ibn Sina Medizin. Im historischen Roman Die Straße nach Isfahan von Gilbert Sinoué ist Ibn Sina die Hauptfigur; geschildert wird sein gesamter Lebensweg.... (wikipedia)

B

Bachmüntz

'vermutlich Bachminze, Wasserminze (Mentha aquatica L. var. aquativa, Syn.: Mentha hirsuta Huds.), Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). In Mittelalter und früher Neuzeit noch wurde die Wasserminze unter anderem gegen das 'Seitenstechen' eingesetzt. Bereits im 16. Jahrhundert taucht auch der botanische Name Menta aquatica bei Eucharius Rößlin auf  (wikipedia)

Heilwirkung: keimtötend, galletreibend, krampflösend, schmerzstillend, bei Blähungen, Durchfall, Magenschmerzen, Übelkeit, Brechreiz, Schlaflosigkeit, Erkältungskrankheiten.  (www.natwiss.ph-karlsruhe.de)

Bad kasten oder bütten

  

Badekasten, Badebütten

Gekurt wurde damals nach dem Motto „viel hilft viel“. Die Patienten saßen täglich etwa zehn bis zwölf Stunden im Bad, meist in einem Zuber oder einem so genannten Badekasten – bis die Haut wund war und zu eitern begann. Diese Wirkung, Hautfresser oder Beize genannt, war durchaus erwünscht, denn man glaubte, dass das heilende Wasser nur durch die „offene Haut“ richtig in den Körper eindringen könne.  (wikipedia)

badenfart

= Kur

Balneum Mariae

Balneum Mariae (Balneum maris), Wasserbad, ein Apparat, durch welchen man die Abdampfung od. Destillation einer Substanz bei einer, den Siedepunkt des Wassers nicht übersteigenden Temperatur bewerkstelligt..  (Pierer's Universal-Lexikon, Band 18. Altenburg 1864)

 

 

Quelle der Zeichnung links und der Beschreibung:

Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 2. Abt., 2. Teil, Leipzig 1799, S. 390-392:

Die Einrichtung zum Wasserbade für die Destillation findet man theils unter Destillation angegeben, theils hier unten gezeichnet, wo E die Blase, (mit D ihrem zinnernen Hute und A dem Hutabkühler) in einer andern dicht anschließenden kupfernen Blase B, B, B steht, die mit Wasser angefüllet ist und durch die Röhre C von Zeit zu Zeit den nöthigen Wasserersatz erhält, der etwa verkocht und als Dunst durch eben diese Röhre C verrauchet ist. G, G, G ist das Gemäure des Ofens.

Bappel

= vermutlich Wilde Malve  (Malva sylvestris), auch Große Käsepappel genannt, gehört zur Familie der Malvengewächse und zählt zu den ältesten bekannten Nutzpflanzen. Sie wurde bereits in der Antike als Gemüse- und Heilpflanze angebaut. Ihr deutscher Trivialname hat nichts mit der Pappel zu tun, sondern bezieht sich auf die käselaibförmigen, schleimhaltigen Früchte, aus welchen früher Kinderbrei (Papp) zubereitet wurde. Zahlreiche unterschiedliche Volksnamen spiegeln die Popularität und vielseitige Nutzung der wilden Malve wider, so u.a. Käslikraut, Hasenpappel, Hanfpappel, Johannispappel, Katzenkäse, Pissblume, Ross-Malve oder auch Mohrenmalve. Verwendet werden meist nur Blätter und Stängel, die man üblicherweise kurz vor der Blüte sammelt. Aber auch Blüten und Wurzeln werden u.a. für den Malventee genutzt. Wirksame Bestandteile sind Gerbstoffe, Schleim und Flavonolglykoside wie Malvin. Die Droge wird wegen ihrer Heilwirkung auch in der Pflanzenheilkunde eingesetzt. Sie wirkt entzündungshemmend, reizlindernd und zusammenziehend. Außerdem findet sie als Unterstützungsmittel bei Entzündungen des Mundes, des Rachens und der Atemwege mit Verschleimung, sowie bei eitrigen Verletzungen und Geschwüren (Nagelbettentzündungen, Furunkel, Unterschenkelgeschwüren usw.) Verwendung. Ihre krampflösende Wirkung entfaltet die Pflanze auch bei Magen- und Darmkoliken sowie bei leichten Durchfällen. (wikipedia)

bas, baß

BASZ, adv. melius, ahd. paჳ, mhd. baჳ, alts. bat und bet, ....1) basz in bezug auf das verbum des satzes, oft im sinn von eher, leichter, mehr, und mit ehe oder mehr ausdrücklich verbunden....2) participia sowol praes. als praet. gleich andern adjectiven zu steigern, war schon ahd. und mhd. unbeliebt, wiewol den gramm. 3, 584. 585 gegebnen seltnen beispielen noch einzelne zugesetzt werden können. in der regel aber pflegte man den comparativ durch vorangehendes baჳ, wie auf romanisch durch plus auszudrücken....3) die ahd. mhd. auch mnl. sprache pflegte; und b e t mit den partikeln höher, nieder, näher, ferner, her, hin, für, auf, und aus, zu verbinden, wenn zu den wörtern des stehens, gehens, tretens, reitens, fliegens, und sitzens die richtung bezeichnet werden sollte....

(Grimmsches Wörterbuch)

bauchfluß

Bauchfluß (Med.), 1) in manchen Gegenden gleichbedeutend mit Durchfall; 2) Bezeichnung einiger besonderen krankhaften Ausleerungen des Darmkanals, z.B. Leberfluß, Milchruhr, Lienterie,...  (Pierer's Universal-Lexikon, Band 2. Altenburg 1857)

baumoel

= Olivenöl

Baumöl. Der Saft aus den Oliven, den Früchten des Oelbaumes (olea europaea). Das feinste Baumöl, das weiße oder Provenceröl fließt bei vollkommner Reife von selbst aus den Früchten, das gepreßte ist schon weniger schmackhaft, und grünlich von Farbe; das gemeine, welches durch heißes Wasser aus den Früchten gesotten wird, ist übelriechend. Das seine Baumöl ist durchscheinend hell, schmeckt süß und gibt beim Verbrennen keinen üblen Geruch. Häufig wird es durch Mohn- und Nußöl verfälscht.[469] Das beste kommt aus Italien, dem südlichen Frankreich und Spanien. Seine Anwendung und Brauchbarkeit in der Küche, der Apotheke, als Brennmaterial, zur Malerei, zur Bereitung des glacirten Leders etc. ist bekannt. In Italien und Spanien werden Fische und Mehlspeisen statt in Butter, in frischem Oel gebacken.

(Damen Conversations Lexikon, Band 1. Leipzig 1834)

beermutter

Bärmutter, plur. die -mütter, ein hohler Theil in dem untern Schmerbauche des weiblichen Geschlechtes, worin die Frucht empfangen und bis zur Geburt getragen wird; auch nur schlechthin die Mutter. Es stammet von dem bären, tragen, nicht aber von gebären ab, daher die Benennung Gebärmutter unrichtig ist. S. dieses Wort und Mutter... (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1793)

beissecht

= beißend, brennend

beissen, beyssen eingebeisset

beissen, beyssen: Eine scharfe, zusammen ziehende körperliche Empfindung verursachen. Der Pfeffer beißt auf der Zunge. Der Rauch beißet in die Augen. Der Essig beißt, ist sehr scharf. Ingleichen von einer stechenden oder juckenden Empfindung. Es juckt und beißt mich auf der Haut. s. beitzen. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793)

bekrenckt

BEKRÄNKEN, infirmare, debilitare, violare, kränken, schwächen, ärgern, mhd. bekrenken... (Grimmsches Wörtebuch)

Benedict wurtzel

Benediktenwurz, Benediktenkraut, Garaffelkraut, Garaffelwurz, Hasenaugenwurzel, Igelkraut, Karnisselwurzel, Märzwurzel, Nagelkraut, Nelkenwurz, Nägeleinwurz, Nardenwurz
Nelkenwurz nennt sie die Botanik, aber auch nicht mit Unrecht, denn die Wurzel entwickelt beim Kochen einen etwas nach Nelken duftenden Geruch. Man findet sie sehr viel im Schatten, sie gedeiht in Wäldern, an Hecken, Wegen, Waldrändern, in Gebüschen und an Zäunen, wird 30-60 cm hoch. Man darf diese Benediktenwurz mit der Benediktendistel nicht verwechseln; letzere ist ein Abführmittel. (www.naturheilkraut.com)

Das Benediktenkraut (Centaurea benedicta (L.) L.), auch Kardobenedikte, Benediktendistel, Benediktenwurz, Bitterdistel, Bernhardinerwurzel, Bornwurz oder Natter(n)kraut genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Flockenblumen (Centaurea) in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Das Benediktenkraut ist in der Mittelmeerregion und Kleinasien, von Portugal im Norden bis Frankreich und Italien im Süden und vom Balkan bis zur Türkei im Osten und in Nordafrika beheimatet. In Mittel-, Osteuropa und den Britischen Inseln wurde das Benediktenkraut als Heilpflanze kultiviert und verwilderte. Auch in vielen anderen Teilen der Welt ist es ein Neophyt. Typisch ist der bittere Geschmack der Pflanzenteile. Medizinisch verwendet werden die Blätter und die blühenden Ende der Stängel. Die Droge (Cnici Benedicti herba, Cardui benedicti herba) enthält etwa 0,2 % Cnicin. (wikipedia)

Benedicta laxativa Diaphoenicon

= mildes Abführmittel, aqua benedicta = Brechmittel, Diaphoenicum (griech.-lat.) = Datteldicksaft

Aqua benedicta Rulandi, ein Brechwein, welcher mittelst vier und zwanzigstündiger Digestion einer Unze Spiesglanzsafran in dreisig Unzen Franzwein und nachmaliger Durchseihung durch doppeltes Fließpapier bereitet wird.  (Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 1. Abt., 1. Teil, Leipzig 1793)

Laxativa oder Laxantien sind Arzneimittel (Abführmittel), die die Stuhlentleerung beschleunigen. (wikipedia)

Berenklaw

Bärenklau Acánthus móllis L., Wahrer oder Weicher Bärenklau. Nach Dioskurides dienen die Wurzeln als Kataplasma bei Brandwunden und Verrenkungen. Getrunken treiben sie den Harn und stillen den Durchfall. Von guter Wirkung sind sie bei Schwindsucht, inneren Rupturen und Krämpfen. Die zerstoßene oder gesottene Wurzel heilt bei Verwendung als Pflaster verrenkte Glieder und den Brand. Auch bei Podagra kann man es anwenden. Die Blätter verwendet er in einem Pflasterrezept, das Geschwülste erweichen soll.  (www.henriettesherbal.com)

berggeel

= Brauneisen, gelber Ocker  - Der Hauptbestandteil des gelben Ockers ist das Eisenoxidhydrat (Fe2O3 · n H2O – Limonit, Brauneisenstein).

bergwachs

= Ozokerit (oder Erd- oder Bergwachs, Bergtalg, Kenderbal, Neftgil), Mineral aus der Ordnung der Harze. Es besteht im wesentlichen aus Kohlenwasserstoffen. Das rohe Ozokerit wird mit Dampf geschmolzen und in Formen gegossen, die u. a. zu Ceresin weiterverarbeitet werden. Ozokerit wurde bereits vor der Entdeckung von Paraffin zur Herstellung von Kerzen verwendet. (wikipedia)

Das Grimmsche Wörterbuch bezeichnet Bergwachs als Bitumen, zähes Erdharz.

beridt

= bereitet, zubereitet

bersich

Bersich (Bersing), Fisch, so v.w. Flußbarsch   (Pierer's Universal-Lexikon,  Altenburg 1857)

Bertram

Bertram (Anacyclus pyrethrum); Der Bertram ist eine mysteriöse Heilpflanze, die im Mittelmeerraum heimisch ist. Sie ähnelt der Kamille, schmeckt aber sehr scharf. In der Pflanzenheilkunde spielt sie kaum eine Rolle, auch in den meisten Kräuterbüchern fehlt sie. Wenn Hildegard von Bingen den Bertram nicht für die tägliche Ernährung und als Heilkraut empfohlen hätte, wäre der Bertram vielleicht inzwischen völlig in Vergessenheit geraten. Weil der echte Bertram wohl nicht immer verfügbar war, haben mehrere andere Heilpflanzen den Beinamen "Bertram" erhalten. Sie sind jedoch kein "echter" Bertram. Da gibt es beispielsweise die Sumpf-Schafgarbe, die dem echten Bertram ähnlich sieht. Auch der Baldrian wird manchmal fälschlicherweise Bertram genannt und ebenso der Estragon.  (www.heilkraeuter.de)

beschehen

BESCHEHEN, 1)  beschehen, ohne persönliche beifügung: es ist nicht in böser meinung beschehen; 2)  von einem geschehen, d. h. gethan, zugefügt werden; 3)  um einen beschehen; 4)  an einen beschehen; 5)  einem beschehen, ergehn, widerfahren, zu theil werden   (Grimmsches Wörterbuch)

beschicht

= geschieht

beschwer, beschwert

Beschwer, beschwert: Was man mit Widerwillen erduldet, alles, was unangenehme Empfindungen hervor bringet, und diese Empfindungen selbst. Hauptbeschwerden, Gliederbeschwerden, Mutterbeschwerden, Krankheiten des Hauptes, der Glieder, der Mutter. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1793)

bether, beth

= Betten, Ruheliegen

betonien

Betonie = Volksnamen: Heilziest, Ziest, Heilbatunge, Zehrkraut, Feuerkraut, Betonienziest, Pfaffenblume, Zahnkraut. Obwohl die Schulmedizin die Betonie nicht mehr nutzt, wird sie in der Naturheilkunde weiterhin noch sehr oft angewendet. So wirkt ein Tee aus Betonie hervorragend bei Durchfall und bei Darmbeschwerden. Aber auch als Gurgelmittel und als Mundspülung bei Entzündungen im Hals- und Rachenraum und des Zahnfleisches ist die Betonie wirksam.  (www.kraeuter-verzeichnis.de)

betrisig

betrisig: mhd. betterisec = bettlägerig; daჳ du lam oder betterisec wirst (Mittelhochdeutsches Wörterbuch, Leipzig 1854-1866)

beywoneren

Beiwohner, Beisassen, Insassen, Schutzverwandte, Schutzbürger, im weitern Sinne alle die Personen, die innerhalb einer Stadt ihren Wohnsitz gewählt oder den Schutz der städtischen Obrigkeit ohne das Bürgerrecht erworben haben; im engern Sinne Einwohner, die nicht im Besitz des vollen, sondern nur des sogen. kleinen Bürgerrechts sind. .  (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905)

bingelkraut

Bingelkraut (Mercurialis annua) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), die allerdings keinen Milchsaft enthält. In der Antike und im Mittelalter wurden getrocknete Pflanzen der Art als Heilpflanze vor allem gegen Frauenleiden und gegen Verdauungsprobleme verwendet. Dagegen ist das frische Bingelkraut schwach giftig und kann u.U. bei Weidevieh zu Vergiftungen führen.   (wikipedia)

birgen

birgen = Gebirgen

bißigkeyt

= beißende Schärfe, brennen

bitumen

Bitumen (v. lat. Bitumen 'Erdpech') bezeichnet ein sowohl natürlich vorkommendes als auch durch Vakuumdestillation aus Erdöl hergestelltes Gemisch, bestehend aus verschiedenen organischen Substanzen. Es kommt in einigen Sedimentgesteinen (wie etwa Kupferschiefer) und in Naturasphalt vor. Die Nutzung von Bitumen beginnt bereits in der Antike. m Jahr 1556 schreibt Georgius Agricola in Deutschland über die Eigenschaften von Bitumen und seine Gewinnung in bitumenhaltigen Quellen. 1704 beschreibt Michael Bernhard Valentini die Eigenschaften des Juden-Leim, Juden-Pech oder Asphaltum. (wikipedia)

Das Judenpech, ein schwarzes, trocknes, glänzendes Erdpech, welches auf dem Wasser schwimmet, im Feuer unangenehm riecht, und am häufigsten in dem Lande der ehemahligen Juden am todten Meere gefunden wird; Asphaltum, Judenleim, Steinpech. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1796)

blaest

blaest, blast = Blähung, Pfurz

blattern

Blattern oder Pocken nennt man jene fürchterliche, fieberhafte Ausschlagskrankheit, welche in den Ländern, wo das Eden einst war, entstand, und wie der zürnende Engel des Paradieses das Menschengeschlecht mit würgendem Schwerte nach und nach bis in die fernsten Winkel der Erde verfolgte... Die Aerzte unterscheiden noch einige Abarten von Pocken, die nichts Anderes als mildere Formen der natürlichen sind, die aber nicht vor diesen schützen. Weil man Pocken nur einmal bekommen kann, suchte man sonst durch Einimpfung der natürlichen Blattern bei günstigen Epidemien die Menschen vor bösartigen zu schützen, und in der Türkei war dies lange schon bekannt, um die Schönheit der Mädchen zu sichern. ... (Damen Conversations Lexikon, Leipzig 1834)

blattern der Frantzosen

= Syphilis - Franzosenkrankheit:  Bey den Menschen große Blattern und Eiterbäulen, welche eine der übelsten und ansteckendsten venerischen Krankheiten begleiten, wo die ganze Masse der Lympha verderbt ist, welche sich denn auch völlig mit dem Blute vermischet, und so wohl die weichen als festen Theile des Körpers auf die schrecklichste Art angreifet, Lues venerea, Morbus gallicus......Ältere Deutsche Schriftsteller nennen sie Spanische Pocken, die Blattern, die Blatterlähme; die neuern aber, weil der Nahme Franzosen durch den häufigen Gebrauch ekelhaft und niedrig geworden ist, die Wollustseuche, oder Lustseuche.   (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

bleiweiß, bleyweyß, pleyweiß

Bleiweiß, Cerussa, Plumbum carbonicum, eine giftige Maler- und Deckfarbe, aus Blei (in Platten) durch Einwirkung von Essigsäure und Kohlensäure oder durch Einwirkung von Kohlensäure auf basisch essigsaures Blei gewonnen. Das von den Bleiplatten abgelöste B. kommt als Schieferweiß in den Handel, oft mit fremden Zusätzen, so mit etwas Indigo als Kremser Weiß oder Perlweiß, mit Schwerspat als Venetianer, Hamburger und Holländer Weiß. Pattinsons B.   (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911)

bloed

blöd: kraftlos, schwach, körperlich oder geistig gebrechlich  (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

bloede augen

blöde Augen: 1 ) Hebes oculi (augenschwach), Hebetudo visus (Asthenopie = Sehschwäche), Lippus (augenkrank, triefäugig); 2) Caligo (Blindheit) (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

bloeden magen

blöder Magen: schwacher, kraftloser, kränklicher Magen (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

bloedes gesicht

blödes Gesicht: 1) Amblyopie (die Abnahme der Sehkraft bei anscheinend gesunden Augen); 2) einfacher Augenkatarrh, der schlecht sehend und damit gleichsam stumpfsinnig, blöde macht, ohne eigentliche sichtbare Veränderung des übrigen Auges (Bulbus); 3) Lichtscheue  (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

bloedes haupt

blödes Haupt: 1) Blödhauptigkeit (Infirmitas capitis = schwach durch den Hauptfluss, namentlich bei Schnupfen); 2) Kopfblödigkeit (eingenommener Kopf, matt im Kopf, vergesslich, aber auch einfältig, ängstlich, furchtsam); 3) tanzende Flecken vorden Augen („... dient jenen, die ein blödes Haupt und Hirn haben und vermeinen, dass ihnen Mücken vor den Augen fliegen"; Tabernaemontanus; s. auch Hirnblödigkeit)   (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

bloedigkeit

= Schwachheit, Furchtsamkeit (von althochdt. blodi = schwach, kraftlos bzw. mhdt. blœde = schwach, zart)

blume, plume

Blume evtl. im Sinne von 'das schönste, feinste, zarteste' oder auch 'jungfrauschaft'....blume ist auch die menstruation: 'die da besudelt ist durch ihrer blume flusz'.....blume des aussatzes, des geschwürs, kopf des geschwürs, wo es aufbricht, vgl. blühen .... (Grimmsches Wörterbuch)

Blut speyen

BLUTSPEIEN: blutauswurf, vgl. blutbrechen, bluthuste, blutsturz (Grimmsches Wörterbuch)

blutflueß

Blutfluß (Haemorrhagia), widernatürliches Ausfließen von Blut aus den Kanälen der Blutgefäße; bald in inneren Theilen u. Höhlungen (Extravasat), bald äußerlich zum Vorschein kommend (äußerer B.); wenn es mehr tröpfelnd erfolgt, Bluttröpfeln (Stillicidium sanguinis), wenn plötzlich u. in großer Menge, Blutsturz (Haemorrhagia) genannt.    (Pierer's Universal-Lexikon, Band 2. Altenburg 1857)

boeckelen

= nach dem Bock riechen, übel riechen stinken   (Wörterbuch der elsässischen Mundarten, Straßburg 1899-1907)

boese feüchtigkeyten

böse Feuchte: die böse Feuchte macht sich bemerkbar: 1) in den Augen (Lippus = Blennorrhoea); 2) zwischen Haut und Fleisch (= Oedema. Anasarka, Salzfluss, Ekzema); 3) in den Geädern (Rheuma = Fluss, kalte Feuchte) Kaltvergicht der Glieder und Gelenke. Rheumatismus, auch Neuralgien; 4) als Endometritis catar-rhalis; 5) als Katarrhe der Luftwege (Bronchitis, Rachenentzündung, auch Nasenkatarrh und Nebenhöhlenkatarrhe)  (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

boese geschwer

böse Geschwer, Geschwär: bösartiges eiterndes Geschwür; offenes Krebsgeschwür (von dem sich der Wolf erhebt)  (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

boese schaden

böse Schäden: bösartige, fressende Geschwüre, auch durch Infektion   (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

boesen magen

böser Magen: chronisches Magenleiden, chronischer Magenkatarrh   (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

bolus

Bolus (Bol), feine, sich fettig anfühlende Tonart; weißer B., zur Beseitigung von Fettflecken, zu Kitten, als Streu- und Waschpulver; die eisenoxydhaltigen, braunroten oder roten Arten zu Farben. Hierher auch der braune. B. von Siena in Mittelitalien (Terra di Siena), als Farbstoff für Wasser- und Ölmalerei geschätzt, der gelbrötliche armenische, der wie der gelbe (französische) B. als Unterlage bei Vergoldung und Versilberung hölzerner Kunstsachen benutzt wird. Der B. diente im Altertum als Heilmittel in Form von kleinen Kuchen mit Siegelabdruck (daher Siegelerde, Terra sigillata, nach ihrem Fundort auch Lemnische Erde).  (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911)

Brachmonat

Brachmonat: deutscher Monatsname für Juni, weil in demselben bei Dreifelderwirtschaft das Brachfeld bearbeitet wird...   (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1905)

brand

Brand (Necrosis, Mortificatio), das Absterben einzelner Teile im lebendigen Organismus, also örtlicher Tod. Unter Stillstand der Blut- und Säftezirkulation und der Ernährungsvorgänge verliert der erkrankte Teil seine Funktionsfähigkeit, seine Eigenwärme, wird empfindungs- und bewegungslos und erleidet je nach den äußern Umständen und der Natur des befallenen Gebietes Veränderungen, die sehr verschieden sein können und verschiedene Bezeichnungen tragen.... (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1905)

Braunbeere

= Brombeere, Schwarze Johannisbeere oder Heidelbeere

braunbetonick

Braunbetonie = Betonica officinalis;......Die Alten hielten sie für eine Panazee in fast allen Krankheiten; die neuere Erfahrung aber hat nichts dem Aehnliches gesehn. Der Geruch scheint etwas betäubend anthysterisches zu verrathen. Die Blätter geben in Pulver noch hie und da ein Nießmittel ab. Die Wurzel, welche bitter und sehr ekelhaft schmeckt, leert schon in kleiner Gabe heftig von oben und unten aus.  (Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 1. Abt., 1. Teil, Leipzig 1793)

Auch genannt Antoniuskraut, Botengenkraut, Feuerkraut, Fleischblume, Katzenwendel, Pfaffenblume, Teeblatt, Zehrkraut. Mittel gegen Brustverschleimung, Lungenverschleimung, Epilepsie, Lungenleiden, Brustschmerzen, Sodbrennen, Blutbrechen, Husten, Asthma, Brustbeschwerden, Gedächtnisschwäche, Grippe, Haarausfall, Lähmung, Nierenentzündung, Nierenleiden, Ruhr  (www.naturheilkraut.com)

breytten wegrich

Breitwegerich  (Plantago major); andere Bezeichnungen sind: Breitblättriger Wegerich, Großer Wegerich, Wegebreit, Wegeblatt, Wegtritt, Wegetrene, Rippenblatt, Saurüssel, Mausöhrle, Arnoglosse, Ackerkraut. Der Breitwegerich war ein verbreitetes Volksheilmittel. Der Breitwegerich enthält Schleimstoffe, das Glykosid Aukubin, Bitterstoffe, Gerbstoffe und andere Wirkstoffe. Der Saft bzw. Brei aus den Blättern wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Der Saft wird in der Naturheilkunde eingesetzt bei Magenschleimhautentzündung, Magen-Darm-Geschwüren, Durchfall, Reizdarm, Blutungen der Harnwege, Atemwegskatarrh und Insektenstichen aller Art.  (wikipedia)

Brennkraut

1. = Königskerzen (Verbascum): Das Wissen um die Königskerze ist schon sehr alt, bereits Hippokrates erwähnt Verbascum für Wundbehandlungen. Hildegard von Bingen erwähnt die Königskerze unter wullena als Heilmittel für ein „traurig Herz“. Die Stängel wurden früher in Harz oder Pech getaucht und als langbrennende Fackel genutzt. In der Phytotherapie werden die auch Wollblumen genannten Blüten der auch als Wollkraut bezeichneten Königskerze (Flor. verbasci) als schleimlösendes Mittel – als Einzeldroge oder in Kräuterteemischungen – bei Erkältungen verwandt. (www.natur-lexikon.com)

2. = Brennender Hahnenfuß (Ranunculus flammula): Der Brennende Hahnenfuß ist im Ganzen giftig. Daraus leitet sich auch der Name ab: Der Saft der Pflanze besitzt einen beißenden, scharfen Geschmack. Das darin enthaltene Anemonol, das auch in Anemonen vorkommt, ist der Verursacher. Es sorgt in frischer Form für starke Schleimhautreizungen. Vom Weidevieh wird die Pflanze daher gemieden. Die frischen Blätter wurden früher zu blasenziehenden Einreibungen gegen Gicht verwendet. Daraus leiten sich volkstümliche Pflanzennamen wie „Gichtkrut“ oder „Gichtblätter“ ab. (wikipedia)

brentzecht

= brennend, Sodbrennen

bresthafft

BRESTHAFT vitiosus, infirmus, mangelhaft, gebrechlich  (Grimmsches Wörterbuch)  

BRESTHAFT = mit einem Gebrechen des Leibes behaftet. Ein bresthafter Mensch. Ein bresthafter, d.i. verstümmelter, Soldat. Dieses Wort, welches immer mehr veraltet, bedeutet eigentlich jemanden, dem ein Glied seines Leibes fehlet, von dem alten Brest, ein Fehler, bresten, mangeln, fehlen. Gebrest, ein Mangel, wofür jetzt Gebrechen üblicher ist; S. dieses Wort. Die meisten Hochdeutschen schreiben dieses Wort nach dem Muster der Oberdeutschen preßhaft, welches aber der unläugbaren Abstammung völlig zuwider ist. S. auch Bersten und Brechen. In der Schweiz bedeutet der Prästen die Pest.   (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1793)

breuchig

BRÄUCHIG, solitus, receptus: gewonlich und brauchig....hergebracht, üblich, heute meist gebräuchlich... (Grimmsches Wörterbuch)

breune

Bräune (Angina), Halsentzündung, Entzündung der Schling- od. des oberen Theils der Athmenwerkzeuge, od. auch ihnen benachbarter, wodurch Schlucken od. Athmen od. beides zugeich mehr od. weniger gehemmt werden;.....Die gewöhnliche B. od. der böse Hals entsteht meist aus Erkältung..... (Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857)

Bräune, veralteter Ausdruck für schwere Entzündungen des Rachens und Kehlkopfes, wie die häutige B., Diphtherie oder Krupp, der akute Rachenkatarrh (Angina catarrhalis) und die Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Amygdalitis).   (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1905)

Brißgaeweren

= Leute aus dem Breisgau

Bruchschneider

Bruchschneider hieß ein Vertreter der niederen Heilkunst, der sich auf die Behandlung von äußeren Eingeweidebrüchen (Hernien) spezialisiert hatte. Seine Ausbildung glich der des Steinschneiders, und gleich diesem übte er sein Handwerk meist ambulant aus. Brüche wurden außer mit dem Messer auch mit dem Brenneisen oder mit Ätzmitteln angegangen, wobei die Lebensgefahr gleich groß war. Die hohe Versagens- oder gar Todesquote bei der Hernienoperation dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, dass sich studierte Chirurgen nicht damit befassten.   (Peter C. A. Schels: Kleine Enzyklopädie des deutschen Mittelalters)

brudlen

= brodeln

buechine aschen

= ? Buchenasche - Buchenasche wurde auch zur Herstellung von Waschlauge verwendet

Buchenasche kann man mit lauwarmem Wasser übergießen und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Morgen seiht man die Brühe ab und kann sie zum Waschen verwenden. Auch als Dünger ist die Asche gut. Bei der Glasherstellung ersetzte sie früher Soda.  (www.kräuterkommune.de)

bühel

BÜHEL: 1)  collis, clivus, hügel, eine aufgebogne stätte im gegensatz zur ebene; sanfter bühel....2)  bühel ist auch tumulus, grabhügel: bühel machen, tumulare....3)  bühel, flexura, gibbus, edler klingend als buckel, vgl. MUSAEUS erzählung Ulrich mit dem bühel: er hatte eine verrenkte schulter und davon den beinamen. mhd. auch bei andern gliedern auswuchs....4)  bühel, tuber, geschwulst....5)  vgl. die eigennamen Dinkelsbühl, Fleckenbühl u.s.w.....  (Grimmsches Wörterbuch)

buette

Eine Bütte (verwandt mit Bottich) oder Zuber (von althochdeutsch 'zwibar': Gefäß, das auf beiden Seiten einen Träger hat) ist ein großes Gefäß von runder oder ovaler Form ohne Deckel; in der Regel ist es breiter als hoch. Bütten werden traditionell bei der Papierherstellung (Schöpfbütte) oder Weinherstellung verwendet. Ursprüngliche Verwendung war aber der Waschzuber als allgemeines Sanitärutensil....Anfangs waren Bütten aus Holz und wurden ähnlich wie die ursprünglichen Weinfässer durch den Küfer, Büttner oder Böttcher gefertigt....Zuber oder Bütten zum Zweck des Wäschewaschens standen früher in den Waschhäusern, die meist von mehreren Parteien gemeinsam genutzt wurden, und über einen Ofen zum Erhitzen des Wassers verfügten. Daneben bildet der Waschzuber auch die Ausgangsform der Badewanne zur Körperpflege. (wikipedia)

C

cacochymicis

Kakochymie = schlechte Beschaffenheit der Säfte. Humoralmediziniescher Begriff für die Verunreinigung von Kardinalsäften mit Beimischungen von unnatürlichen Säften mit hohem pathogenem Potential.

calcinieren, calcionieren

 

Calcinieren  bedeutet in erster Linie Entwässern wasserhaltiger Stoffe durch Erhitzen, wird aber auch in vielen Fällen auf Arbeiten angewendet, die als verflüchtigendes oder oxydierendes Rösten (s. Rösten) oder Brennen bezeichnet werden. (Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 2 Stuttgart, Leipzig 1905)

calinirten

= Kaliverbindungen

cancrenisch

= krebsartig

caphura, 
campfer campher,

campfora

 

Campher bzw. Camphora (fachsprachlich, standardsprachlich: Kampfer) ist ein farbloser Feststoff. Campher ist in Europa seit der Spätantike (5. Jahrhundert) unter dem griechischen Namen kaphoura (καφουρά) bekannt, der auf Sanskrit karpura bzw. Prakrit kappura zurückgeht. Campher findet sich hauptsächlich in den ätherischen Ölen von Lorbeergewächsen, Korbblütlern und Lippenblütlern. Besonders in der Rinde beziehungsweise im Harz des Campherbaums, eines immergrünen Baums, der hauptsächlich in Asien wächst, ist er zu finden. Campher wird in Feuerwerkskörpern, teilweise in Sprenggelatine und in Mottenabwehrmitteln verwendet. (wikipedia)

cappen

= Kapaun  (von indogermanisch kâp: schneiden) oder auch Kapphahn oder Masthahn ist ein im Alter von etwa zwölf Wochen kastrierter und gemästeter Hahn.   (wikipedia)

carbunculos

Karbunkel (Eiterbeule) ist die tiefe und in der Regel sehr schmerzhafte Infektion mehrerer benachbarter Haarfollikel oder die Konfluenz mehrerer nebeneinander liegender Furunkel. Haut und Unterhaut sind oft bretthart infiltriert. Es kommt zu zahlreichen Gewebseinschmelzungen und ohne Therapie zu spontanen, oft siebartigen Hautdurchbrüchen, zusätzlich sind die Lymphgefäße entzündet (Lymphangitis). Fieber und Allgemeinsymptome sind in der Regel vorhanden. Prädilektionsstellen sind Nacken, Rücken, Schultern, Hüften und Oberschenkel. Verursacht wird ein Karbunkel wie die meisten Haut- und Weichteilinfektionen durch das Bakterium Staphylococcus aureus. Wichtig ist es, den Karbunkel von ähnlichen Krankheitsbildern (Erythrasma, Phlegmone etc.) abzugrenzen, da diese oft durch andere Keime ausgelöst werden, dementsprechend eine andere antibiotische Behandlung erfordern, bzw. zur Durchwanderung neigen (Streptokokken)..... (wikipedia)

Cardobenedict

Cardobenedict, (Cardobenedictenkraut, Carduus benedictus, Centaurea benedicta L., Cnicus bened. Gaertn.), 1jährige Pflanze in SEuropa, häufig in Arzneigärten gezogen. Das vor dem Aufblühen gesammelte Kraut (Herba C. b.) ist officinell, sonst auch der Same. Es enthält reichlich bittern Extrativstoff, auch essigsaures Kali u. etwas Harz. Das Extract (Extr. C. b., Cardobenedictenbitter), wird wie der Aufguß des Krautes u. dessen Pulver zur Magenstärkung u. wie andere bittere Heilstoffe benutzt.   (Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857)

Carneffel

KARNEFFEL, KARNÖFFEL, KARNÜFFEL, KARNIFFEL: niederdeutsch soviel wie Bruch, Hodenbruch, Leibschaden; dann beliebtes Kartenspiel des 15. und 16. Jahrh.  (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1907)

Carolus Quintus

= Karl V. (* 24. Februar 1500 in Gent; † 21. September 1558 im Kloster San Jerónimo de Yuste, Extremadura) war von 1516 an König Karl I. von Spanien (span. Carlos I). Mit seiner Wahl im Jahre 1519 wurde er zunächst Römisch-deutscher König, er nannte sich aber nach seiner Krönung im Jahre 1520 „erwählter“ Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Im Jahre 1530 wurde er offiziell, als letzter römisch-deutscher Kaiser, durch den Papst zum Kaiser gekrönt. Am 23. August 1556 verzichtete er zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf den spanischen Thron und zugunsten seines Bruders Ferdinand I. auf die Kaiserwürde.... (wikipedia)

Cassia, 
Casie fistule

caßia fistula

vermutlich die Röhren-Kassie (Cassia fistula), auch bekannt als Purgier-Kassie, Fisett-Kassie oder Indischer Goldregen, eine Baumart aus der Gattung der Kassien (Cassia). Die Röhren-Kassie wurde früher oftmals fälschlicherweise Manna genannt. Ihre Früchte sind 30 bis 60 cm lange und etwa 2 cm dicke, stabförmige, schwarzbraune, mehrfächrige Röhren, welche mit einem süßlich schmeckenden Mus gefüllt sind und in jedem Fach einen platt gedrückten, glänzend gelben (giftigen) Samen enthalten. Die Rinde des Baums dient dem Gerben und Färben. Das Mus der röhrenförmigen Früchte wird als Abführmittel und zu Tabaksaucen benutzt. Es enthält 60 bis 70 Prozent Zucker, etwas Gerbsäure und Farbstoff.  (wikipedia)

cautel

Cautel, lateinisch Cautela = Behutsamkeit, Vorsicht, Vorsichtsmaßregel

cerato sandalino

Ceratum, eine Art von harter Salbe, welche ihre festere Konsistenz gemeiniglich von einem größern Antheile beigemischten Wachses hat.   (Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 1. Abt., 1. Teil, Leipzig 1793)

lignum santalinum = Sandelholz (Santelholz, Santalholz)

SANDELSALBE, mit gepulvertem sandelholz bereitete salbe..(Grimmsches Wörterbuch)

cholerischen kranckheiten

Nach der Humoralpathologie des Galenos werden dem cholerischen Menschen folgende Begriffe zugeordnet: gelbe Galle (= χολὴ cholé, grch.: χολή), Feuer, Gelb, bitter, kühn, Jugend.....Cholerikern wurde empfohlen, ihre Nahrungsmittel nicht zu stark zu würzen, denn Gewürze galten als heiß und trocken und somit den Eigenschaften des cholerischen Menschen verwandt.....Als Choleriker wird in der heutigen Umgangssprache, ausgehend von der Temperamentenlehre der Hippokratiker, ein leicht erregbarer, unausgeglichener und jähzorniger Mensch bezeichnet. Im positiven Sinn werden die Charaktereigenschaften eines Cholerikers auch als willensstark, furchtlos und entschlossen beschrieben.   (wikipedia)

cicatricischen

vernarbt; Cicatrix = Narbe, Schramme, Vernarbung

citrinat

citrinat  = Zitronat oder Citronat  (auch: Sukkade bzw. Succade, vom arabischen sukkar (‏سكر‎)) wird durch Kandieren aus den Schalen der Früchte des Zedratbaums (Citrus medica), einer besonderen Zitronenart, auch Zitronatzitrone genannt, hergestellt. Hauptanbaugebiete des Zedratbaums sind Italien, Korsika und Griechenland.  (wikipedia)

clystieren

Klystier heißt eine flüssige Arzneiform, welche vermittels verschiedener Spritzen in den Mastdarm eingespritzt wird und die verschiedenartigsten Substanzen enthalten kann. Die Menge der Flüssigkeit, die man zu einem Klystiere verwendet, ist nach dem Alter des Kranken und nach dem Zwecke des Klystiers verschieden...... (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838)

coagulirt

koaguliert = geronnen

Koagulieren, Koagulation (lat.), das Gerinnen, der Übergang eines Eiweißkörpers aus dem löslichen in den unlöslichen Zustand. Koagŭlum, Gerinnsel. Koagulationsnekrose, eine Art des Brandes, bei dem die abgestorbenen Gewebe eine geronnene Masse bilden.   (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911)

complexion3

= Zusammensetzung (Mischungsverhältnis) und Disposition des menschlichen Körpers, Zuordnung der 4 Temperamente; Zusammenwirken der 4 Elemente; Begriff aus der 4-Säfte-Lehre des spätantiken Arztes Galenos

„....Die Ärzte des Mittelalters und der Renaissance gebrauchten das Wort daher in einem weitem Feld von Bedeutungen. Es konnte eine spezifische Kombination physischer Eigenschaften (kalt und trocken; warm und feucht) ebenso bezeichnen wie eine dominante Körperflüssigkeit, etwa schwarze Galle. Complexio stand gleichermaßen für eine individuelle Veranlagung. oder ein Temperament - im Fall der schwarzen Galle etwa die Anlage zur Melancholie - wie für vorübergehende physische Reaktionen. Die Komplexion einer Person war auch von ihrem Alter und ihrem Geschlecht bestimmt. Männer seien von wärmerer und trockenerer Komplexion als Frauen, alte Menschen kälter als Heranwachsende. Von unterschiedlicher Komplexion waren auch die einzelnen Organe des Menschen; das bezog sich auf ihre Temperatur (das Herz etwa galt als außerordentlich «warm») ebenso wie auf ihre taktilen Qualitäten wie Festigkeit oder Schlaffheit. Ernährung, sexuelle Aktivitäten und Gemütszustände hatten direkte Auswirkungen auf die jeweilige Komplexion eines Körpers oder Körperteils. Alle diese Aspekte mussten vom Mediziner in Betracht gezogen werden, weil sie Veränderungen in der Komplexion des ganzen Körpers anzeigen konnten, wie ein Florentiner Praktiker des 14. Jahrhunderts es formulierte. Die schlechte Komplexion einer Person konnte so umgekehrt als physische Ursache für ihre Leidenschaften oder Begierden beschrieben werden. ....“ (aus Valentin Groebner: Der Schein der Person. Steckbrief, Ausweis und Kontrolle im Mittelalter, 2004)

concoction, concoquiert

concoction = Verdauung, Vermischung, Mixtur zur Verdauungsförderung, 'Gebräu'

confortiven

confortiren = stärken, trösten.  (Herders Conversations-Lexikon 1854)

Confort = (frz. Kongfohr), Verstärkung

consolirt

konsolieren (aus gleichbed. lat. consolari): (veraltet) trösten, beruhigen (www.duden.de)

contra indicantia

Kontraindikation - eine Maßnahme ist bei einem entsprechenden Krankheitsbild nicht angezeigt, da Nachteile für einen Patienten zu erwarten sind  (wikipedia)

contracte glider

= verkrampfte oder gelähmte Glieder

contractur

Contractur (v. lat. Contractura), widernatürliche Verkürzung der Muskeln od. Sehnen auch bisweilen von Häuten, einzelner Theile, mit Unfähigkeit zu freier Bewegung, als Folge vorheriger Entzündungen, welche unvollkommen zertheilt worden sind, od. anhaltender Krämpfe, auch wohl Lähmung gegenwirkender Muskeln, meist auch mit Absatz von Stoffen in das Zellgewebe, welche die Geschmeidigkeit u. Nachgiebigkeit der Muskelfasern beeinträchtigen. Theile, die auf diese Art krankhaft ergriffen sind, nennt man contract, auch wohl den Leidenden selbst so, bei Verbreitung des Übels in mehreren Theilen des Körpers, bes. in dem Rückgrath u. den Füßen.  (Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858)

cubeble

Kubeben: Kubeben-Pfeffer oder Schwanz-Pfeffer (Piper cubeba) ist eine Art aus der Gattung Pfeffer in der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae). Kubeben sind die unreifen Früchte der Pflanzenart. In China werden Kubeben zu Heilzwecken verwendet. Sie erreichten den Westen durch arabische Händler und wurden als Heilmittel wie als Gewürz geschätzt. Bis zum 17. Jahrhundert waren sie allgemein gebräuchlich. In seinem «Theatrum Botanicum» von 1640 berichtet Parkinson, dass der König von Portugal den Verkauf von Kubeben verboten habe, um denjenigen des schwarzen Pfeffers zu fördern. Im 19. Jahrhundert waren Kubeben praktisch vom Markt verschwunden.  (wikipedia)

cucumern

cucumer = Gurke

Die Kukummer, plur. die -n, ein aus dem Lat. Cucumer, und Ital. Cocomero, entlehnter und in einigen Gegenden üblicher Nahme der Gurken, S. dieses Wort. In der Oberpfalz lautet er Kümmerling, welches vermuthlich aus diesem Worte verderbt worden. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

Cupressus

= Zypresse:   (Cupressus sempervirens); Die Heilpflanze Zypresse wirkt antibakteriell, antiseptisch und schleimlösend. Man kann sie als Umschlag, Bäder oder Inhalation anwenden. Die wichtigsten Anwendungsgebiete von Zypresse sind Erkältungen, Husten, Rheuma, Krampfadern und Schlecht heilende Wunden.   (www.heilkraeuter.de)

D

dachsenschmaltz

Dachsschmalz bzw. Dachsfett soll als altes Naturheilmittel rheumatische Beschwerden und andere Gebrechen lindern.

Damascenische pflumen

Damaszener Pflaumen  waren weithin ihres Wohlgeschmacks wegen berühmt.... Etwa im 4. Jahrhundert v. Chr. fand die Kultur der Pflaume in Syrien Eingang. Dort wurde sie besonders im Gebiet von Damaskus angepflanzt. Die Damaszener Pflaumen wurden weithin ihres Wohlgeschmacks wegen berühmt......Die vielgerühmte Damaszenerpflaume gelangte durch Kreuzfahrer von Syrien nach Italien und Deutschland.   (www.traunsteiner-tagblatt.de)

"Die Damaszener Pflaumen. Diese hatten einen großen Stein und nicht vieles Fleisch um denselben herum, und konnten nie durch die Sonne in Runzeln getrocknet werden. Sie hatten zu des Plinius Zeit den Italienischen Himmel noch nicht recht gewohnet werden können, ob sie gleich nach eben diesem Schriftsteller schon längst in Italien erwuchsen. Auf jeden Fall sind sie unsre Damaszener Pflaumen. Franz. nennt man sie : prunes de Damas. Nach dem Zeugnisse des Plinius sowohl als aller andern Schriftsteller kamen sie von dem Gebürge Damaskus in Syrien...."
(D. Fr. Karl Ludwig Sichler: Allgemeine Geschichte der Obstkultur von den Zeiten der Urwelt an bis auf die gegenwärtigen herab; Frankfurt am Main 1802)

darmgicht

1) Die Gicht in den Därmen, ein heftiges mit Krämpfen der Bauchmuskeln verbundenes Reißen in dem groben Gedärme; im Oberdeutschen die Darmfraiß, der Darmjammer.

2) Oft verstehet man unter dem Nahmen der Darmgicht auch nur alle Arten von Schmerzen in den Gedärmen, wenn sie gleich nicht mit so heftigen Zufällen verbunden sind. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1793)

declination

hier = im Verlauf einer Krankheit der Zeitraum, wo dieselbe wieder abnimmt   (Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858)

dediciern

dedizieren [lat. dedicare, eigtl. = überliefernd kundgeben] = bestimmen, vorsehen, schenken, widmen; (geh.): zudenken, zueignen; jmdm. etwas zueignen, für ihn bestimmen; (leicht scherzh.): verehren.  (www.duden.de)

dempfecht

dämpfig = engbrüstig, asthmatisch

..... mit dem Dampfe, d.i. der Engbrüstigkeit behaftet. Ein dämpfiges Pferd. Im Nieders. dempig, demstig, demstrig.  (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793)

deucheln

DEUCHEL, DÄUCHEL, DÜCHEL, TEUCHEL, DEICHEL, TÜCHEL, m. röhre, rinne, tubus. das wort scheint denselben ursprung zu haben wie das gleichbedeutende franz. tuyau, roman. tuel und tudel. .... deuchel war früherhin im südlichen Deutschland gäng und gäbe: häufig war es bei wasserleitungen ein im kern durchbohrter föhrenstamm. ...   (Grimmsches Wörterbuch)

Der Deichel oder Teuchel (auch Deuchel oder Tüchel (Schweiz)) ist eine aufgebohrte Holzröhre aus einem Baumstamm, wie sie zur Verlegung von Wasserrohrleitungen in vorindustrieller Zeit besonders in wald- und wasserreichen Gegenden Mitteleuropas allgemein üblich war...... Verwendet wurden Deicheln nicht nur als Trinkwasserleitungen, sondern unter anderem auch zum Bau der Bad Reichenhaller Soleleitung. In manchen abgelegenen Waldgebieten Deutschlands wurden Deichelleitungen bis zum Ende des 20. Jahrhunderts betrieben. Sogar in Städten waren nach dem Zweiten Weltkrieg derartige Holzrohre vereinzelt noch in Gebrauch. In der Stadt Salzburg etwa war die letzte hölzerne Deichelleitung, die historische Sternweiherbrunnenleitung, noch bis 1976 in Betrieb.   (wikipedia)

dexamenon

vermutlich  Behälter, Becken, aus dem Griechischen

diacatholicon

= Universalhilfsmittel, Allheilmittel, Abführmittel

Diaprunis laxat

= Abführmittel auf der Basis von Pflaumen

diatragaganthum frigidum

dyadragantum frigidum, Tragantlatwerge, Honig-Konserve mit dem Harz von Astragalus tragacantha L. und anderen Astragalus spec., frigidum benannt im Gegensatz zum diadragantum calidum  (Bernhard Beyer: Der niederrheinische Pesttraktat ’Regimen de epidemia’ des Broder Peter van Hemerden aus dem Jahre 1490, Teil II: Wörterbuch, Würzburg, 2007)

TRAGANT,  m., astragalus, wirbelkraut. aus tragantum (tragacantha) entlehnt. in wörtlicher übersetzung des aus dem griech. stammenden wortes (τραγ - ακανθος) bocksdorn oder in volksetymologischer entstellung bockshorn genannt, bei Brixen auch stragel, s. lit.-bl. f. germ. u. rom. phil. (1899) 31, knollenkraut oder -wurz (th. 5, 1468) oder wolfsschoten.... (Grimmsches Wörterbuch)

digeriren

digerieren = zerteilen, auflösen; verdauen; in der Chemie eine Substanz bei mäßiger Wärme der Einwirkung einer Flüssigkeit aussetzen, um alle auflöslichen Bestandteile auszuziehen;  (Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 434)

dillen oel

Dill-Öl (Oleum anethi), ätherisches Öl aus den Samen von Anethum graveolens (Dill) u. durch Destillation derselben erhalten; ist ein gelbliches Öl von durchdringendem Geruch u. eigenthümlich brennendem Geschmack. (Pierers Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858)

Die ätherischen Öle des Dills wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und nervenberuhigend. Dill beugt Infektionen vor und stärkt das Immunsystem und wirkt bei Verdauungsstörungen wie Magenverstimmungen, Koliken und Blähungen. (wikipedia)

Dioscorides

Pedanios Dioscurides (Πεδανιός Διοσκουρίδης) aus Anazarba in Kilikien (Kleinasien) (1. Jahrhundert) war ein griechischer Arzt, der als Militärarzt unter den Kaisern Claudius und Nero im römischen Dienst stand. Er ist der berühmteste Pharmakologe des Altertums. Seine Arzneimittelkunde, in zahllosen, immer wieder neuen Bearbeitungen, Paraphrasen und Übersetzungen (lateinisch, syrisch, arabisch, englisch, hebräisch, türkisch und mehr) verbreitet, behauptete für über 1.600 Jahre uneingeschränkt ihre autoritative Geltung in Abendland und Orient auf dem Gebiet der Pharmazie, der Pflanzen- und Drogenkunde und ist als eines der einflussreichsten Werke in der Geschichte der Medizin und Pharmakologie überhaupt zu betrachten.   (wikipedia)

dissipieren

dissipieren (lat.) = zerstreuen, verschwenden

dissolviern

dissolvieren = auflösen, zergehen lassen, schmelzen, zerlassen

distillirter liquor

= destillierte Flüssigkeit

distribuirt

distribuieren = verteilen, austeilen; Distribution, Austeilung, Verteilung

doewet

= verdaut

doewung, deuwung

= Verdauung

DAUUNG, DÄUUNG, f. verdauung, digestio concoctio, mhd. deuunge....

mhd. verdöuwunge aus den formen der glossarien verdauwung, verdeuwung, verdeuunge, verdäung....nhd. verdauung, verdäuung, vertöuwung...(Grimmsches Wörterbuch)

Dorff

hier = Torf

TORF....die niederd. bezeichnung ist gewisz schon vor ihrer normalen schriftsprachlichen verwendung auf hochd. boden mehrfach gebraucht worden. die lautung dorf, dorfft in frühnhd. denkmälern verrät, dasz das wort durch die umgangssprache verbreitet wurde .....(Grimmsches Wörterbuch)

drackenwurtz

Drachenwurz, Calla palustris, Aronstabgewächse; Drachenwurz wurde im Mittelalter bei Wunden und Geschwüren sowie bei Ohrenschmerzen, bei Polypen in der Nase und gegen Schlangenbisse verwendet. Hieronymus Bock schreibt dazu: 'Die bletter auff die biß der gifftige thier gelegt / zeucht das Gift heraus / unnd heilet sie inn kurzen tagen.' Möglicherweise schloß man hier, entsprechend der mittelalterlichen Signaturenlehre, vom Aussehen einer Pflanze, auf deren Wirkungsweise. Im Kräuterbuch des Tabernaemontanus lesen wir: 'Mit dieser (Frucht) ezet man den gifftigen Krebs hinweg / und das unnatürliche Gewächs der Nasen.'  (www.botanikus.de)

Dreytaegig feber / tertiana

tertiana (Tertianfieber), dreitägiges Wechselfieber. T. cholerica, Cholera unter der Form eines dreitägigen Wechselfiebers auftretend. T. continua, so v.w. Hemitritaeus (s.d.)......(Pierer's Universal-Lexikon, Altenburg 1863)

Febris Tertiana:  das jeden 3. Tag, d.h. mit 24-Std.-Intervall auftretende Fieber bei Malaria tertiana

Die Malaria tertiana wird durch die Erreger Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale verursacht. Sie ist eine der gutartigen Verlaufsformen der Malariaerkrankung. Nach einer unspezifischen Prodromalphase von wenigen Tagen stellt sich normalerweise die typische Dreitagesrhythmik ein, die der Malaria tertiana ihren Namen gab: Tag 1 mit Fieber, Tag 2 ohne Fieber und Tag 3 wieder mit Fieber. (wikipedia)

drucken

= trocken

drueckne

DRUCKNE, drückne, f. trockenheit, mhd. trückene, truckene....(Grimmsches Wörterbuch)

drucknen

= trocknen

duecher

= Tücher

duppel

TÜPPEL, düppel, dippel,  m., hirnkrankheit, beulenkrankheit, geschwulst; dummkopf, tölpel, narr. ein im 16. jh. wiederholt bezeugtes wort, das sich heute in verschiedener lautgestalt nur noch mundartlich hält; md. und obd., kerngebiet ist der alemannische raum.

1)  krankheitsname: a)  hirnkrankheit, insbesondere die drehkrankheit bei haustieren, vom menschen allgemeiner 'verrücktheit': dippel 'drehkrankheit der schafe, die diesen tieren tölpelhaften, trottelnden gang macht .....b)  geschwulst, beule u. ä.: geschwulst, büngel, schwellblatter, beulengeschwulst ....durch schlag und stosz hervorgerufene beule....

2)  dummkopf, tölpel, narr; vereinzelt auch flegel; als ausgangspunkt der bezeichnung erscheint der krankheitsname (s. o. 1 a)....(Grimmsches Wörterbuch)

durchlauff

DURCHLAUF, m,  flüssige entleerung des leibs, profluvium alvi wie durchbruch, durchfall. das auslaufen....durchlauf, bauchflusz, wenn die därm die speis nit mögend behalten, sondern von stund an alles durchlauft ..... (Grimmsches Wörterbuch)

Durchlauf: Der Zustand, da ein Körper, besonders ein flüssiger Körper, durch einen Ort, durch eine Öffnung läuft; ohne Plural. Besonders diejenige Krankheit, welche auch der Durchfall genannt wird... Im gemeinen Leben beleget man zuweilen auch die gefährlichern Arten derselben, dergleichen die Ruhr ist, mit diesem Nahmen. Schon 1479 wird in Oberdeutschland Rür durch Durchlauf erkläret. In Niedersachsen heißt der Durchlauf Loop, Lauf, böse Flete, böser Fluß, und im Scherze schnelle Katherine.     (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793)

Dutia

gemeint ist wohl eine Dusche, eingedeutsche Schreibweise von frz. douche, von lat. ductio 'Leitung', synonym Brause....Seit Beginn der Zeitrechnung reinigte man sich, indem man Wasser über den Körper laufen ließ. Echte Duschen mit Wasserbehältern oder -zuleitungen gab es erstmals im alten Griechenland. Bis zur allgemeinen Verbreitung der Dusche dauerte es aber noch eine ganze Zeit. (wikipedia)

E

Edelman

Ein  Edelmann (weiblich Edelfrau) ist ein Mann (oder eine Frau) von Adel..  (wikipedia)

efferiert

von lat. efferre = emportragen, hervorbringen

ehliche wercke

= Geschlechtsverkehr, Koitus

Eibisch

Der Echte Eibisch (Althaea officinalis), auch Arznei-Eibisch genannt, gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Eibisch wirkt reizlindernd, hemmt die Aktivitäten der Flimmerhaare in den Bronchien und wird daher noch immer in Hustentees verwendet.  Die heilenden Eigenschaften des Eibisch wurden schon im 9. Jahrhundert v. Chr. beschrieben. Die Wirkstoffe sitzen in den Wurzeln. Zu Pulver zerriebene Wurzeln verarbeitete man früher zu weichen Pastillen und nahm sie bei Halsentzündungen oder Husten. Zahnenden Kleinkindern gab man übrigens früher die Wurzel zum Kauen; getrocknete Wurzelstücke gelten als die ältesten Hustenbonbons.    (wikipedia)

eisenfeyleten

= Eisenfeilspäne

Eissen

Eiß(en), Eißem, m, Geschwür, Eiterbeule, Ausschlag..,....Aaiße, Ääße...Heit nacht isch der Ääße endlich ufgebroche ....(Pfälzisches Wörterbuch, Wiesbaden/Stuttgart 1965-1997)

EISZE oder EISZ, m. (zuweilen n.) ulcus, ελκος, geschwür, ein früher gangbares, seit dem vorigen jh. fast erloschnes, nur in oberdeutscher volksprache fortlebendes wort, welchem gr. οιδος, οιδημα geschwulst, gährung urverwandt liegen; die goth. form wäre aita. ahd. eiჳ, gen. eiჳes (Grimmsches Wörterbuch)

1. Rür den eyss (Eiterbeule, Geschwür; bairisch Aiss) nit an
2. Einem den Eissen aufthun (= Den Schwären stechen).

(Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867)

eitterecht, eyterecht

= eitrig

electuarium

Electuarium (Latwerge), Arzneiform, meist aus Pulvern, doch auch aus andern Heilstoffen durch Syrup od. Honig zu dickflüssiger Masse gebracht u. messerspitzen- od. theelöffelweise genommen. Man hat mehrere Magistralformeln dieser Art, z.B. E. anthelminthĭcum, s. Wurmlatwerge, deren Hauptbestandtheil Wurmsamen ist; E. giugivāle, Zahnlatwerge, von Bimsstein, Weinstein, Krebssteinen, Würz- u. Färbestoffen mit Rosenhomig zum äußern Gebrauch; E. catholicum, s.u. Catholicum; E, pectorale, s. Brustlatwerge; E. e Sennae foliis (E. lenitivum), Latwerge von Sennesblättern, zum Laxiren angewendet; E. theriăca, so v.w. Theriak etc.  (Pierer's Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858)

Latwerge (Electuarium), Arzneiform von dickbreiiger, musartiger Beschaffenheit, besteht aus Pulvern, die mit Pflaumenmus, Tamarindenmark, Zuckerlösung oder Honig zu einem dicken Brei angerührt worden sind. Von den zahlreichen früher gebräuchlichen Mischungen hat sich nur noch die Sennalatwerge (Sennesmus) und der Theriak erhalten. In Süddeutschland nennt man Latwerge überhaupt musartige Fruchtsachen.  (Meyers Konversations-Lexikon, 1888)

elen

Elle ist ein Längenmaß und gilt als eines der ältesten Naturmaße. Sie wurde ursprünglich von der Länge eines Unterarmes abgeleitet, misst aber meist mehr als der Abstand zwischen Ellbogen und Mittelfingerspitze eines ausgewachsenen Mannes, also über einen halben Meter, oft zwei Fuß, aber auch 2,5 Fuß (Bamberger Elle).

Bamberger Elle: 67 cm = 2,5 Fuß zu 26,8 cm; Badische Elle: 60 cm; Bayern: 83,30 cm = 34¼ Zoll; Brabant: 69,50 cm; nach anderer Quelle 56,5cm; Braunschweiger Elle: 57,07 cm; Bremer Elle: 54,7cm; Frankfurt: 54,73 cm; Freiburg i.Br.: 54,0 cm gleich 30 Sechzehntel sog. Baumaß (28,8 cm). Sie war geteilt in 20 Zoll je 2,7 cm. Daher ein Freiburger Fuß zu 32,4 cm. Alte hallische Elle: 60,22 cm; Hamburg, kurz: 57,31 cm; Hamburg, lang: 68,77 cm; Homberg (Efze), kurz: 57,4 cm; Kurpfalz: 53 cm; Oldenburg: 58,09 cm; Preußen: 66,68 cm = 25½ Zoll; Ravensburger Elle: 61,59 cm; Wien: 77,6 cm  (Die Wiener Tuchelle gleich ½√3 der Stephansdom Leinenelle zu 89,6 cm.); Sachsen: 50 bis >80 cm, ab 1858 gesetzlich: eine Dresdner Elle = 56,638 cm; Württemberg: 61,34 cm (wikipedia)

embasin

vermutlich von franz. Bassin = Becken, Bassin, Wasserbecken

embrachan

? = Behandlung

Empedocles

Empedokles ( Ἐμπεδοκλῆς; * um 494 v. Chr. in Akragas [heute Agrigent] auf Sizilien, † um 434 v. Chr. wohl auf dem Peloponnes) war ein antiker griechischer Philosoph (Vorsokratiker), Arzt, Politiker, Priester und Dichter. Empedokles prägte maßgeblich die Vier-Elemente-Lehre von Feuer, Erde, Luft und Wasser und inspirierte damit spätere Philosophen wie Platon.  (wikipedia)

empfahen

EMPFAHEN, accipere, excipere, concipere verhält sich zu empfangen wie fahen zu fangen, und klingt uns als seltnere, ältere form heute feierlich und dichterisch. nur besteht sie lediglich fürs praesens, denn das praet. empfie ist längst erloschen. mhd. enpfâhen und enphâhen, zuweilen auch empfâhen. nnl. nur ontvangen.....empfahen concipere, ein kind empfahen, schwanger werden..... (Grimmsches Wörterbuch)

Encathisma

Bei den Griechen encathisma (εγκάθισμα) = Sitzbad, Halbbad

engbrustigkeit, Engebrust

= Angina pectoris, Asthma, Kurzatmigkeit

engbrüstig = leiblich, enge der brust, der halsröhre u.s.w.; schwerer athem, keichen, enge, husten   (Grimmsches Wörterbuch)

Engbrüstigkeit, 1) eigentlich ein abnormer Bau der knöchernen Brust, wobei die Wölbung der Rippen beeinträchtigt ist; 2) Leiden, mit ängstlichen Gefühlen der Beengung der Brust u. Schwierigkeit des Athmens; in niederem Grade Dyspnöe, in höherem Asthma, im höchsten Orthopnöe, Apnöe od. Steckfluß (s.d. a.) genannt; bald anhaltend u. habituell, bald aussetzend, idiopathisch, wenn die Athmungsorgane primär leiden, od. symptomatisch, wenn sie sich anderen Leiden zugesellt, z.B. Unterleibsleiden, wie bei der hypochondrischen od. hysterischen E.; nach den Ursachen u. vorwaltenden Erscheinungen ferner unterschieden als krampfhafte, schleimige, paralytische E. etc. Die Gefahr u. Behandlung ist nach den, ihr zu Grunde liegenden nächsten Ursachen höchst verschieden. (Pierer's Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858)

enis

= Anis

Anis (Pimpinella anisum) ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Der Name geht auf das griechische Wort ανηθον für Dill zurück, mit dem der Anis verwechselt wurde. Es ist eine wichtige Gewürz- und Heilpflanze.....Das aus den Früchten (Anisi fructus) durch Destillation gewonnene Anisöl wird aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung als Hustenmittel verwendet. Es wirkt aber auch antibakteriell und gegen Krämpfe und Blähungen. Anis regt die Drüsen des Magen-Darm-Traktes an. Anistee wird daher bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Koliken und Krämpfen eingesetzt......Anis galt in vielen ländlichen Gebieten als Aphrodisiakum. Im Herbst, wenn man sich nach der Feldarbeit wieder häuslichen Pflichten zuwandte, bereiteten die Frauen und Mädchen ihren Männern anishaltige Getränke.....(wikipedia)

Epfich, Eppich

Epfich = Sellerie (Apium), auch Eppich genannt, ist eine Gattung in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) mit 30 Arten. Insbesondere der Echte Sellerie findet als Nutz- und Heilpflanze Verwendung.   (Grimmsches Wörterbuch)

Eppich (altd. ephi, epfih), volkstümlicher Name für Sellerie (Apium), auch Scharbockkraut (Ranunculus ficaria), dann auch dichterisch verwertete Form für Efeu. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1906)

Ephemera

Ephemera (griech., Eintagsfieber), plötzlich, besonders bei Kindern eintretendes und in 1–3 Tagen wieder verschwindendes Fieber, das ohne jede Lokalerscheinung verläuft oder von Entzündungen verschiedener Schleimhäute, Rachenentzündungen, rheumatischen Erscheinungen (Bläschenausschlag um die Lippen, herpes labialis), Neuralgien begleitet ist, die zur Höhe des Fiebers in keinem Verhältnis stehen.  (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906)

epithema

epithema, matis, n. (επίθεμα), der Aufschlag, Umschlag  (Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch; Hannover 1913)

Erdbrott

Erdbrot = Alpenveilchen, Erdscheibe, Seubrod (Cyclamen purpurascens). DIOSCORIDES empfahl das Alpenveilchen den Frauen „zur Öffnung ihrer Blum“ und meinte damit die Auslösung ihrer Menstruation, warnte aber auch vor drohender Unfruchtbarkeit bei übermäßiger Anwendung. Zu dieser Zeit hieß das Alpenveilchen auch „Seubrod“ (= Schweinebrot), weil die Wurzelknolle von Wildschweinen gefressen wurde, ohne daß diese davon Schaden erlitten, was den Wildschweinen den Ruf einbrachte, Hexentiere zu sein.  (www.botanik.univie.ac.at)

erdfeüwr

= Erdfeuer, Erdwärme

erhitzte Leber

1) die heiße Leber (als Zeichen der sogenannten biliösen Komplikation bei fieberhaften, hitzigen Krankheiten); 2) die große Leber des Trinkers (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

erkalten mutter

erkaltete Mutter: 1) Endometritis catarrhalis, Mutter-Kälte: Katarrh der Gebärmutter, der Sterilität verursacht; 2) hysterischer, nervöser Schauder (anämischer Frost) bei Schwangeren und Frauen mit Leukorrhoe   (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

erkaltete Weiber, kalte Weiber

erkaltete Weiber, kalte Weiber: die durch das Phlegma (= kalte Komplexion, schleimbildendes Element) kranken Frauen (s. erkaltete Mutter = Endometritis catarrhalis mit Sterilität)  (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

erscheüsset

ERSCHIESZEN: 1)  intr. germinare, progerminare, wie ersprieszen, ahd. irsprioჳan. a)  von der pflanze, erumpere: das laub, das blatt erschieszt, schieszt, schlägt, bricht aus; so sie (die kinder) ein wenig erschieszen und wachsen....b)  viel häufiger für gedeihen, geraten, helfen, wie ersprieszen.... (Grimmsches Wörterbuch)

erschossen

= im Sinne von gedeihen, geraten, helfen   (Grimmsches Wörterbuch)

erzipperung, erzippern

= Zittern, ängstigen, quälen

eßich

= Essig

etzen

ETZEN, verhält sich zu essen wie goth. atjan zu itan, bedeutet also essen machen, speisen, füttern, weiden, cibare, pascere, unter der neueren, schlechteren schreibung ätzen bereits vorgetragen....1)  von menschen: etzen und trenken, mit speise und trank versehen....2)  vom vieh: die pferde, rinder, schafe, gänse etzen, weiden, pascere. es heiszt aber auch das vieh etzt, weidet, friszt das gras....3)  wie etzen zu essen steht auch beizen zu beiszen und wir sahen, dasz essen eigentlich beiszen war. daraus flieszt also die bedeutung von mordere, rodere, beizen für etzen: so man dis pflaster dem viehe über die augengeschwär leget, reiniget es dieselbigen, doch soll mans gezimlich brauchen, dasz es nit zu viel etze..... (Grimmsches Wörterbuch)

evacuirt

von evakuieren = ausleeren, ausräumen

ex hiera picra simplici

hiera picra = Heiligbitter, stark laxierende (durch Aloe-Zusatz bittere) Latwerge nach Galen mit den Hauptzutaten Aloe und koloquinten; in der 'Großen Chirugie' nicht in ihren Bestandteilen, sondern als Zutat eines Klistiers genannt...   (Ralf Vollmuth: Traumatologie und Feldchirurgie an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit: exemplarisch dargestellt anhand der 'Grossen Chirurgie' des Walther Hermann Ryff, 2001)

'Iera pigra' (Heilig-Bitter) ist eine durch die Beigabe von Aloe bittere Latwerge nach Galen, die eine stark abführende Wirkung hatte. (Walter Martin Manzke: Remedia pro infantibus: Arzneiliche Kindertherapie im 15. und 16. Jahrhundert, dargestellt anhand ausgewählter Krankheiten, Marburg/Lahn 2008)

ex spiritu salis

= aus dem Geist des Salzes, Salzgeist, frühere Bezeichnung der Salzsäure; versüßter S., s.v.w. Salzäther (s. Chloräthyl). (Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon, Leipzig 1911)

SALZGEIST, m. spiritus salis, benennung der salzsäure in der älteren chemie. (Grimmsches Wörterbuch)

exacerbacion

Die Exazerbation (Rekrudeszenz, oder auch medizinisch-international Exacerbation) leitet sich von lateinisch exacerbatio ([ex-]acerbare, „verschlimmern“) ab und bedeutet „Verschlimmerung“. Meist versteht man in der Medizin darunter den Ausbruch eines Krankheitsschubs bei chronischen, schubweise verlaufenden Erkrankungen. Ein gebräuchliches Synonym in der medizinischen Fachsprache ist daher auch „Schub“. Gelegentlich spricht man auch von einer „akuten Exazerbation“, wenn der Krankheitsschub plötzlich aufgetreten ist. (wikipedia)

excrementa

Exkremente, (lat.), Auswurfstoffe, die durch besondere Ausscheidungsorgane aus dem Körper entfernten unbrauchbaren Stoffe, wie Kot, Schweiß, Urin; speziell die Darm-E. (Kot, Faeces). (Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911.)

exhaliren

Exhalieren (lat.), aushauchen, ausduften; Exhalation, Aushauchung, Ausdünstung; Gas- und Dampfentwickelung der Vulkane. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906)

exhalationes siccas in terre visceribus

? trockene Ausdünstungen in der erde dem Fleisch, durch das Fleisch ?

extenuieren

extenuieren (lat.) =  verdünnen; entkräften, abzehren; verkleinern; Extenuation, Verdünnung; Entkräftung; Extenuantia, Verdünnungsmittel.  (Meyers Konversations-Lexikon, 1888)

F

Faederweiß

Federweiß ein Nahme, der mehrern weißen Mineralien gegeben wird, wenn ihre Oberfläche nach Art der Federn krystallisiret ist. 1) Dem Federalaune, S. dieses Wort. 2) Dem Federspathe, S. dieses Wort. 3) Einer Art Amianth, welcher wie eine Flaumfeder aus den Steinen wächset, und weder im Wasser noch im Feuer schmilzet; Feder-Asbest, Bergdun, Pliant. 4) In einigen Gegenden führet das Bleyweiß diesen Nahmen. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

Federweiß, äußerst feinpulverige, sich fettig anfühlende weiße Mineralsubstanz, die teils zu Farblacken, teils zum Glänzendmachen von Papiertapeten, teils zum Schlüpfrigmachen (z.B. beim Anziehen von Handschuhen, Stiefeln u.s.w.), zum Einstauben von Druckarbeiten u.s.w. benutzt wird. Federweiß ist gemahlener Talk (Speckstein, Steatit) oder gemahlener Alabaster. Auch Asbest wird mitunter als Federweiß bezeichnet.  (Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 3 Stuttgart, Leipzig 1906)

faißt, feyßt

= feist, fett, dick

Fallendsucht

Fallendsucht / Fallsucht = Epilepsie

Epilepsie (altgriechisches Substantiv ἐπίληψις, epílēpsis [heute ἐπιληψία], „der Anfall, der Übergriff“ über lateinisch epilepsia seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar; zu ἐπίληπτος, epílēptos, „ergriffen“ vom Verb ἐπιλαμβάνειν, „ergreifen“, „packen“, „anfallen“), im Deutschen die Fallsucht oder auch Krampfleiden genannt, bezeichnet ein Krankheitsbild mit mindestens einem spontan auftretenden Krampfanfall, der nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache (beispielsweise eine akute Entzündung, einen Stromschlag oder eine Vergiftung) hervorgerufen wurde. Ein solcher epileptischer Krampfanfall ist Folge paroxysmaler synchroner Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- oder Befindensstörungen führen.
Im Mittelalter wurde ein Anfall häufig als „Angriff von oben“, als göttliche Strafe oder „dämonische Besessenheit“ interpretiert und konnte für den Betroffenen schwerwiegende Konsequenzen haben, wie beispielsweise einen Exorzismus. Paracelsus (1493-1541) betonte allerdings, dass keine unnatürliche, mystische Ursache vorliege, und verwies darauf, dass auch Tiere ('vih') an Epilepsie erkranken können. Es sei zwar nicht immer möglich, die Ursache ('wurzen') zu heilen, doch könne man die Symptome mildern ('das die wurzen nimmer wachs'). Paracelsus glaubte, die Epilepsie könne ihren Sitz auch in der Leber, im Herzen, in den Eingeweiden oder in den Gliedmaßen haben. Entsprechend seiner Konzeption der Übereinstimmung von Makro- und Mikrokosmus nahm er an, das 'erdbidmen' (Erdbeben) sei ebenfalls epileptischer Natur.
(wikipedia)

fallenden siechtag

= Epilepsie, Fallsucht

febricitiern

= fiebern

febris putride

febris putride = Faulfieber (putrides Fieber), Fieber, das durch Aufnahme fauliger Stoffe in das Blut entsteht, namentlich Wundfieber und Kindbettfieber (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 353)

 

Feces, fecum

fecibus unnd stercoribus

= Fäkalien, Exkremente, Scheiße

Faeces lat. Kot, Stuhlgang, die aus der Verdauung übrigen Massen: Fäulnisprodukte der Eiweißkörper, Gallenfarbstoffe, unverdaute Pflanzenteile = Zellulose und sehr große Mengen von Bakterien. Auch der Darm von längere Zeit Hungernden entleert, wenn auch viel weniger, Kot, bestehend aus Darmsekreten und Bakterien.  (Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch, 1927)

Feigbonen

Feigbohne, auch  Wolfsbohne (lat. lupus = Wolf) = Lupine; Lupinenkerne enthalten hochwertiges Eiweiß, das sowohl als Ersatz für importiertes Soja im Viehfutter als auch in der menschlichen Ernährung eingesetzt wird. Allerdings enthalten die Kerne herkömmlicher Lupinenarten auch giftige Bitterstoffe, deren Gehalt durch Einlegen in Salzwasser verringert werden muss.  (wikipedia)

....Die Heimat der Weißen Lupine liegt, wie schon erwähnt, im Mittelmeergebiet. Hier hat die Domestikation schon im ägyptischen, griechischen und römischen Altertum stattgefunden. Wildformen von Lupinus albus sind nicht mehr vorhanden, lediglich Primitivformen (L. graecus und L. termis) sind noch neben modernen Sorten stehend im Mittelmeerraum zu finden. Wahrscheinlich wurde Lupinus albus subsp. termis schon in alter Zeit im Niltal angebaut. Im alten Griechenland war sie eine wichtige Kulturpflanze, wie die schriftlichen Zeugnisse über Anbau und Verwendung der alten Schriftsteller belegen: HIPPOKRATES (400 bis 356 v. Chr.) und THEOPHRAST (372 bis 288 v. Chr.). ......
In Mitteleuropa tritt die Weiße Lupine, als Viehbona = "Feigbohne" im 12. Jahrhundert von der heiligen HILDEGARD von Bingen beschrieben, in Erscheinung. Spätere Verfasser von Kräuterbüchern, wie MATTHIOLUS; DODONEUS u. a. haben bis ins späte Mittelalter keine neuen Erkenntnisse über die Lupine hinzugefügt. Ein geringer Anbau der Weißen Lupine erfolgte im 16. und 17. Jahrhundert als Zier- und Heilpflanze. Eine Ausdehnung des Lupinenanbaues in Europa setzte erst im 18. Jahrhundert ein......
(www.genres.de/leguminosen/w_lupine.htm)

ferruginen

ferruginen, ferruginös = eisenhaltig, eisenartig; daher Ferruginosa, eisenhaltige Arzneimittel, welche blutstillende Wirkung haben. Feruginosität, Eisenhaltigkeit.  (Pierer's Universal-Lexikon, Altenburg 1858)

Ferruginös (v. lat. ferrugo, »Eisenrost«), eisenhaltig; Ferruginosa, eisenhaltige Heilmittel. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1906)

feüchte gebresten

Krankheiten, bei denen Schleim erzeugt wird, z.B. Schnupfen

feüchter magen

Magenkatarrh (Gastritis) mit Schleimbildung. (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

feulung

FÄULE, FÄULNIS, FÄULUNG:  putredo, caries, fäulnis, ahd. fûlî, mhd. viule, besonders an leib und fleisch der menschen und thiere.... (Grimmsches Wörterbuch)

 

fierling

Vierling = altes Maß = ¼ Viertel

fiertegigen feber

Malaria quartana, Fieberanfälle jeden 4. Tag

Fistel

Fistel (lat. fistula), durch Verschwärung von Knochen oder Organen entstandene Eitergänge (fistulöse Geschwüre) und vernarbte Kanäle aus Hohlorganen (Kommunikations-F.)....(Grimmsches Wörterbuch)

flachs

FLACHS, FLECHSE, .....flachs drückt auch aus chorda, tendo, nervus, was wir gewöhnlich flechse, flächse f. nennen, weil die sehne, chorda zäh und fest wie flachs ist, aus flachs geflochten wird: ein jeglicher flachs, der sein balsam verleurt, gibt auch ein lahme wund.    (Grimmsches Wörterbuch)

flatus

Flatus (lat.), das Entweichen angesammelter Luft im Körper, entweder nach oben (Aufstoßen) od. nach unten (Blähungen). Daher Flatulent, blähend, eitel; Flatulenz, Blähsucht.    (Pierers Universal-Lexikon,  Altenburg 1858)

flueß

fluß:  a)  monatlicher flusz, auch krankhafter blutflusz der frauen....b)  rother flusz, ruhr, dysenteria....c)  rheuma, catarrhus: wan einer ein flusz (fontanell) hat an eim schenkel, so kumpt er zům arzet und laszt sich heilen;....flusz im kopfe, gravedo, in der nase, coryza..  (Grimmsches Wörterbuch)

Fluß der augen und ohren

Augenfluß: Fluß an den Augen. Ingleichen, der Fluß wässeriger Säfte aus den Augen, welche eigentlich durch die puncta lachrymalia in die Nase gehen sollten; das Augentriefen, Epiphora, Oculus lachrymans.   (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1793)

Ohrenfluß: (Ohrenblätterfluß, Otorrhoea), Ausfluß einer schleimig eitrigen od. auch blutigen Feuchtigkeit aus dem Gehörgang, stets Symptom eines krankhaften Zustandes des Gehörorgans; schleimig eitrig ist der O. bei Entzündung der Leder- u. Knochenhaut des Gehörgangs, bei Entzündung des Trommelfells, namentlich bei Ohrpolypen, die nicht selten blutig gefärbten Schleim geben; ein seröser u. serösblutiger Ausfluß kommt nur bei Brüchen an der Basis der Schädelhöhle vor, welche sich bis ins Felsenbein erstrecken.   (Pierer's Universal-Lexikon, Altenburg 1861)

Fluß der frawen

= monatlicher flusz, auch krankhafter blutflusz der frauen.  (Grimmsches Wörterbuch)

flüßig augen

= triefäugig,  ein auge, welches rinnt....ein mensch, der trieffende oder rünnende, flüssige augen hat ..(Grimmsches Wörterbuch)

faenugraecum, foenugraecum

Bockshornklee  (Trigonella foenum-graecum), Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae). Der lateinische Name foenum-graecum bedeutet „griechisches Heu“. Weitere Namen sind Kuhhornklee, Ziegenhorn, Hirschwundkraut, Rehkörner, feine Grete, Filigrazie, Schöne Margreth, Siebenzeiten, Stundenkraut, Methika und Philosophenklee. Hildegard von Bingen nennt ihn als Heilmittel gegen Hautkrankheiten. Kneipp: 'Foenum graecum ist das beste von allen mir bekannten Heilmitteln zum Auflösen von Geschwülsten und Geschwüren.'  Äußerliche Anwendung als Auflage oder Wickel hemmt Entzündungen und lindert Nasennebenhöhlenentzündungen, Atemwegsbeschwerden oder Rheuma, ferner auch Hauteiterungen oder Ekzeme.  (wikipedia)

formule

= Rezept

Frantzosen

Franzosenkrankheit, morbus gallicus = Syphilis (auch Lues, Lues venerea, harter Schanker genannt) ist eine Infektionskrankheit, die zur Gruppe der sexuell übertragbaren Erkrankungen gehört. Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum. Die Syphilis wird hauptsächlich bei sexuellen Handlungen durch Schleimhautkontakt und ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Das Wort Syphilis findet sich erstmals 1530 im Titel eines Gedichtes des veronesischen Arztes Girolamo Fracastoro, mit dem Namen „Syphilis, sive Morbus Gallicus“ („Syphilis, oder die französische Krankheit“). Darin wird die Geschichte des Schafhirten Syphilus erzählt, der wegen Gotteslästerung mit einer neuen Krankheit, der Syphilis, bestraft wurde.   (wikipedia)

Frantzosenholtz

Franzosenholz = Guajacum, Pockholz. Dieses Holz ist in Domingo, Jamaika und St. Thomas ein beliebtes und sehr wirksames Volksmittel, und erst später lernten die Ärzte es vom Volk kennen und nannten es wegen seiner herrlichen Wirkungen gegen recht veraltete, chronische Gicht bei alten, torpiden Subjekten, gegen alte Lungen- und Magenverschleimung, Gelbsucht und Leberfehler, ja selbst gegen Syphilis, Lignum sanctum s. benedictum. Es wirkt vorzüglich auf den Schweiß und Harn, und da es etwas reizt und das Blut erhitzt, so passt es nicht bei Fiebern, Entzündung und Vollblütigkeit.  (Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin, 1843)

.....Schon seit sehr langer Zeit sind Guajakholz, Rinde und Harz als schweißtreibende Mittel, besonders bei der Lustseuche, in Anwendung. Kurz nachdem die Syphilis zum ersten Male auf Hispaniola aufgetreten war, gelangte das Franzosenholz von da 1508 nach Spanien und wurde seit dieser Zeit als das kräftigste Mittel gegen diese Krankheit angesehen, bis der geordnete Gebrauch des Quecksilbers sich noch zuverlässiger erwies.....(Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838.)

frauwen gerechtigkeit

frauen gerechtigkeit = was nach den naturgesetzen einem auferlegt ist, naturgemäsz einem zukommt: gerechtigkait, weibliche regel, menstruation. .... 'unzahlbaren jungkfrawen ist in ausbleibung oder verstellung jhrer gerechtigkeit bei disem bad geholffen worden.' Adelholz. badbeschr. ebenda.   (Grimmsches Wörterbuch)

frauwen har

Vermutlich Frauenhaarfarn, lat. Bezeichnung Adiatum capillus veneris; ist im deutschen Sprachraum auch unter dem Namen Venushaar bekannt....Die Pflanze enthält Gerbstoffe, Schleim und Flavonoide....Die Heilpflanze wird  bei Husten, Bronchitis, Asthma und Halsschmerzen angewendet. Die Pflanze ist aber auch häufig Bestandteil von Haarschampoo und Pflegemitteln für die Kopfhaut.  (www.med-surfer.de/heilpflanzenlexikon)

frauwen ihre zeit

= Menstruation, Periode, Monatsregel

fuellerei

FÜLLEREI: schwelgerei, fresserei und sauferei.....besonders aber hat füllerei den sinn: sauferei, trunksucht, trunkenheit, doch bleibt oft ungewiss, ob nicht allgemeiner schwelgerei gemeint ist. ....(Grimmsches Wörterbuch)

fünff fingerkraut

Fünffingerkraut = Potentilla reptans, Kriechendes Fingerkraut (Familie Rosengewächse).

Hildegard von Bingen: 'Das Fünffingerkraut ist sehr warm, und sein Saft hat mäßige Feuchtigkeit, und es ist gut gegen Fieber. Nimm daher Fünffingerkraut und zerstoße es stark, und dem mische Semmelmehl mit Wasser bei wie, wenn du ein Törtchen machen wolltest, und dann mache mit etwas Baumöl oder, wenn du das nicht hast, mit etwas Mohnöl einen Teig, netze ihn, damit er weich wird, und dann bestreiche damit ein Tuch aus Hanf, und nachdem du jenes Tuch erwärmt hast, umwinde damit den ganzen Bauch des Menschen, der starkes Fieber hat. Und wenn ein halber Tag oder eine halbe Nacht verstrichen sind, nimm das Tuch weg und wärme es abermals am Feuer und lege es auf den Bauch jenes Kranken. Und tue dies oft, und die Fieber werden weichen, und es verursacht ihm Aufstoßen.'   (www.heilfastenkur.de)

fuerkommen

FÜRKOMMEN, 18)  hindernd oder verhindernd zuvorkommen. besonders aber vorbeugend zuvorkommen, abhaltend zuvorkommen. mit acc. der person oder der sache, denen man vorbeugend zuvorkommt... (Grimmsches Wörterbuch)

fürlauffend

FÜRLAUFEN: 1)  vornhin laufen; 2)  hervorlaufen, herauslaufen; 3)  vorwärts laufen, sich eilends vorwärts bewegen;...(Grimmsches Wörterbuch)

G

gaeder, geder

= Nerven, Muskeln, Sehnen

GÄDER, n.: gaeder, nervus, vena per quam ossa compaguntur. voc. inc. teut. h 1a, gäder voc. 1478 bei TOBLER. noch schweiz. gæder n. (auch gæger), 'stein, der sehnige theil des fleisches' ....vgl. gäderwasser. es ist doch wol nichts als geäder, vom alten âder muskel, sehne.....(Grimmsches Wörterbuch)

gagates

Gagat = schwarzer Agtstein oder Agstein (Gagatkohle, Pechkohle, schwarzer Bernstein,  franz. Jais, engl. Jet), schwarze, glänzende, muschelig brechende, sehr bituminöse Kohle, läßt sich feilen, drechseln, nimmt schöne Politur an und wird zu Schmucksachen, Knöpfen, Rosenkränzen etc. verarbeitet    (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1907)

Gagat ist eine Form von versteinerter Kohle, die im Jura aus dem Holz einer großen Schuppentannenart (Araucaria) entstand und meist als Schmuckstein verwendet wird. Er wird auch als "Jett" oder "Schwarzer Bernstein" bezeichnet. Weitere, teils veraltete, Synonyme sind Gayet oder Jayet, Pechkohle, Schwarzstein, Agtstein, Ambranoir und Witwenstein. Der deutsche Name Gagat leitet sich von einer Fundstelle in der Nähe des Flusses Gagae in Lykien (Türkei) ab.....Gagat ist eine bitumenreiche tiefschwarze Braunkohle mit geringem spezifischen Gewicht (1,23) und samtartigem Fettglanz, der durch Polieren noch gesteigert werden kann. Es entsteht aus Holz, das in Feuchtschlamm eingebettet war.....(wikipedia)

Galenus, Galenos

Galenos von Pergamon  (dt. Galen, lat. Clarissimus Galenus, in frühneuzeitlichen Drucken auch Galienus; * um 129 n. Chr. in Pergamon; † um 216 n. Chr. in Rom) war griechischer Arzt und Anatom.....Galens systematisch ausgebautes Werk, das im Mittelalter ins Arabische übersetzt wurde, war derart umfangreich und philosophisch abgesichert, dass es 1400 Jahre brauchte, es kritisch zu hinterfragen....Seine Fassung der Humoralpathologie hatte als Krankheitskonzept Bestand bis ins 19. Jahrhundert. Nach Galenus ist auch die Lehre von der Zubereitung der Arzneimittel, die Galenik, benannt: Ein medizinischer Wirkstoff ist noch kein Arzneimittel. Der Wirkstoff muss mit entsprechenden Hilfsstoffen in Tabletten, als flüssiges Arzneimittel, als Creme, als Depotarzneimittel (Pflaster oder Implantat) dem Patienten zugeführt werden. Die funktionsgerechte Verpackung des Wirkstoffes ist jedoch nur ein Teilaspekt. Durch die Art der Darreichung, der Art der Hilfsstoffe läßt sich auch die Dauer und die Konzentration der medizinischen Wirkstoffe im Blutplasma beeinflussen.  (wikipedia)

galgbrunnen

= ein Brunnen in Gestalt eines Galgens mit Kette und Eimern

Galgen wurtzen

Vermutlich ? Galgantwurzel; Alpínia officinárum Hance, Fieberwurzel, Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Die Galgantwurzel ist in China wohl schon im Altertum als Stomachikum benutzt sowie von Plutarch erwähnt worden. In Deutschland wurde sie seit dem 8. Jahrhundert benutzt, denn sie ist unter den Bestandteilen eines Rezeptes in einem Manuskript der Würzburger Universitätsbibliothek aus dem 8. Jahrhundert genannt. Ebenso war sie der Schule von Salerno (13. Jahrhundert) bekannt, und die hl. Hildegard (12. Jahrhundert) rühmt sie in ihren Schriften. Von Paracelsus als magenstärkendes Mittel empfohlen.    (www.henriettesherbal.com)

galloepfel

= GALLAPFEL 1)  zuerst im 15. jahrh.: galla, galöpfel, eichenlaubepfel .... 2)  der ältere name war eichapfel, galla, 'pomum quercus', in einem voc. mit dem zusatze usz welschem lande (die galläpfel kommen aus der levante)    (Grimmsches Wörterbuch)

Der rundliche Gallapfel kommt an der Unterseite von Eichenblättern im Herbst vor. Er entsteht durch abgelegte befruchtete Eier der Eichengallwespe (Cynips quercusfolii). Er enthält unter anderem 55–65 % Gallusgerbsäure (Tannin) und Gallussäure. Der Absud von grob gemahlenen Galläpfeln liefert mit Eisen- und Kupfersalzen (beispielsweise Eisensulfat) tiefdunkle Verbindungen, die als schwarze Tinte, genannt Eisengallustinte, heute noch bei der Unterzeichnung von Staatsverträgen verwendet wird, aber auch als Gerbstoff für das Gerben von Leder verwendet wurde. (wikipedia)

gebaew

GEBÄU,  n. ältere nebenform von gebäude....1)  ursprünglich als subst. zu bauen in dessen ganzem umfange....2)  vom hausbau u. ä., auch deutlicher häusliches gebäu, im amtsstil: unsere verordnete häuslicher gebäw und fewr beschawer....daher auch von der bauhütte: gebeüw, fabrica....bauwerk aller art, d. h. besonders mit dem collect. sinn, den wir jetzt mit bauwerk ausdrücken ..... (Grimmsches Wörterbuch)

gebresten

GEBREST, GEBRESTE, GEBRESTEN,  m. n. gleich gebrech, gebrechen, subst. verb. zu gebresten gleich gebrechen, ein im laufe der nhd. zeit absterbendes, endlich erstorbenes wort, das aber in unserm jahrh. wieder erweckt wurde.....1)  der gebreste ist eigentlich ein bruch, der einen schaden mit sich bringt, wie gebreche; dann schaden, lücke u. ä.....a)  so im eigentlichsten sinne noch im 15. jahrh.: bruch oder geprest, als ein schart an einem ding, fractura.....2)  von k r a n k h e i t ,  leibesschaden, wie gebrechen....b)  im besonderen von seuchen (wie gebrech).....c)  der nachweis bei gebrechen, dasz es von wirklichem, sinnlichem brechen, von knochenbrüchigen wunden ausgegangen (zugleich als schaden gedacht), nicht von dem abstracten gebrechen, fehlen, ist hier zur zeit nicht möglich; aber es wird hier ebenso sein, auch die innerlichen gebresten unter a deuten darauf hin, und dasz schweiz., appenz. der bresta, leibesgebrechen, besonders eine äuszerliche krankheit, z. b. einen bruch, bresthaft herniosus bezeichnet.... (Grimmsches Wörterbuch)

geburg

geburg, gebürg = Gebirge

geburts glider

= Genitalien

GEBURTSGLIED, n. genitale membrum, genitalia, bei ADELUNG 'in der anständigen sprechart', bei STIELER wesentlich auf das weibliche bezogen: 'geburtsglid, matrix, vulva, genitalia'.... (Grimmsches Wörterbuch)

geding

= Bedingung, Vertrag

geelen bützlin

= gelben Staubgefäße

geelsucht

geelsucht = GELBSUCHT, f,  eine krankheit die sich durch gelbe farbe verrät. 1)  schon ahd. gelasuht u. ä., morbus regius, aurugo, mhd. gelsuht, in späterer hs. die gelben suht, ictericia.....gelbsucht oder die gilbe,  mit der gelsucht beladen....2)  auch getrennt gele sucht, gale sucht....auch im 18. jh. noch gelbe sucht, de ghel zuke (seuche).....nl. auch einfach de geluw und de geel neben geelzucht, vergl. die gelbe, gilbe unter gelbe f..... (Grimmsches Wörterbuch)

geflecht

= Flechte, Hautkrankheit

GEFLECHTE, f. verstärktes flechte, hautkrankheit: für böse geflecht der händen, die aufgeschrunden sind.....GEFLECHTIG, mit der geflechte behaftet: kretzig, reudig, schebig, erbgrindig, geflechtig. ...(Grimmsches Wörterbuch)

gehoerd

= Gehör

GEHÖRDE, GEHÖRD,  f. n. nebenform zu gehör f. n., aber älter, ahd. gihôrida, dann gehôrda, mhd. gehœrde......1) a)  gehör, hören....b)  nhd. meist gestutzt g e h ö r d ....c)  das muszte aber auch zu g e h ö r t werden: auditus, gehört.....2)  auch zu sich gehören, der gehörde nach, ordentlich, gehörig.....3)  auch in zusammensetzungen: zugehörde f. gleich zugehör....  (Grimmsches Wörterbuch)

gemach, gmach

Gemach: ein Zimmer eines Hauses, am häufigsten von den Zimmern eines Pallastes. Bringet die Braut aus ihrem Gemache, Joel 2, 16. Die königlichen Gemächer. So auch das Tafelgemach, das Schlafgemach, das Vorgemach u.s.f. Das heimliche Gemach, der Abtritt, das Privet.....Allein es scheinet doch, daß man es ...mit mehrerm Rechte von dem vorigen Gemach, Bequemlichkeit, ableiten könne, da dieses mehrmahls in der Bedeutung eines bequemen Aufenthalts, einer Wohnung gefunden wird. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

Gemach, bewohnbarer Raum, welcher den Begriff von Gemächlichkeit, d.i. Komfort, in sich schließt.... (Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 4 Stuttgart, Leipzig 1906)

gemerck

gemerk = 1) Ein Merkmahl, Kennzeichen, in verschiedenen Fällen des gemeinen Lebens. Ein Gemerk aus etwas nehmen, daraus erkennen, im Oberdeutschen. .... 2) Die Kraft zu merken oder zu behalten, das Gedächtniß; doch nur im gemeinen Leben. Ein schlechtes, ein gutes Gemerk haben.  (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1796)

Genserich

Genserich = Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina), auch Gänsewiß, Grensel, Silberkraut, Säulkraut oder Krampfkraut genannt, gehört zur Unterfamilie der Rosoideae in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Im 15. Jahrhundert n.Chr. wird das Gänsefingerkraut in einem Kräuterbuch von Peter Schöffer erwähnt. In der germanischen Heilkunde wird das Gänsefingerkraut wahrscheinlich schon sehr lange verwendet, worauf auch die Anwendung in Milch hindeutet, die bei den Germanen sehr beliebt war. Es ist hilfreich bei Durchfall, Blutungen und Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches. Die Volksmedizin setzt das Krampfkraut generell bei krampfartigen Beschwerden, auch der glatten Muskulatur (z.B. Wadenkrämpfe), ein.  (wikipedia)

Gerlin

Gerlin = Zuckerwurzel, auch Gerlein, Geierlein, Gierlen, Görlin, Zuckerwurz oder Zuckermerk genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört. Sie ist eine uralte Nutzpflanze aus Asien. Die ursprüngliche Wildform ist vom Kaukasus bis nach Sibirien verbreitet. ....In seinem 1543 erschienenen New Kreüterbuch bezeichnet Leonhart Fuchs (1501-1555), Professor für Medizin und Botanik, den 'Sisern' als lieblich und süß, im Geschmack den gelben Rüben gleich. 'Der Same gedörrt, gepulvert und in Wein eingenommen ist gut so den Heschen (Schluchzen) haben und Grimmen im Leib. Sisern machen Lust zu dem ehelichem Werken, stärken das Herz, sind nützlich denen, so sich sehr erbrochen haben'. Nicholas Culpeper (1614-1645), ein englischer Arzt und Astrologe, schreibt, die Pflanze wirke 'öffnend, reinigend und harntreibend'. Die Wurzel hilft der Leber und stärkt die Verdauung. Und wie manch andere Doldenblüter wie Sellerie oder Giersch hat auch die Zuckerwurzel aphrodisierende Eigenschaften.   (wikipedia)

geschmirbt

= geschmiert, eingerieben

geschwaer, geschwer

= Geschwür

GESCHWÄR,  n. eiterung, eiternde stelle am oder im körper, ahd. giswer, dolor, pustula, ulcus, mhd. geswer, zu schwären, mhd. swern, weh thun, schmerzend schwellen, eitern, der plur. bisweilen schwachformig die gesweren, geswern....das wort ist in der neueren zeit aus der schriftsprache durch geschwür verdrängt....  (Grimmsches Wörterbuch)

Geschwulst

GESCHWULST:  anschwellung, geschwollene körperstelle....eine harte geschwulst ohne schmerzen, eine schwiele....geschwulst, die beule, das geschwür.... in vielen zusammensetzungen: blut-, eiter-, krebs-, wasser-, balg-, drüsen-, knochen-, gelenk-, leber-, milz-, nierengeschwulst u.s.w.;  (Grimmsches Wörterbuch)

gesicht, gsicht

GESICHT: 1) das sehvermögen, die sehkraft, der blick, ... das sehorgan, das auge, die augen .... 2)  das antlitz, das angesicht, von den augen auf die ganze vorderseite des kopfes übertragen, wie ähnlich lat. os mund und dann angesicht..... (Grimmsches Wörterbuch)

gestaehleten wasser

Gestähltes Wasser: Die Methode mit dem „gestählten Wasser“ beschreiben noch die Gebrüder Grimm um 1860 in ihrem Wörterbuch: Man lege Stahl für eine Weile in Wasser oder Wein oder lösche ihn glühend damit ab; die Flüssigkeit trinke man. „Bekompt nützlich der schwacheit desz magens, und des miltzes“, heißt es. Ein Bad im Stahlwasser diene „zur Stärkung des leibes“  (www.lernziel24.org)

Das Stahlwasser, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. ein mit zarten Stahl- oder vielmehr Eisentheilchen geschwängertes, mit einem Eisen-Vitriol vermischtes Wasser, welches, wenn es aus der Erde quillet, auch Sauerbrunnen genannt wird. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801)

gestandnen

GESTANDEN, ....gesetzt, gereift: gestandenes alter, mittleres alter, als gegensatz des jugendlichern.....alt, vorgerückt an jahren: gestandner....dasz Galenus alte gestandene leute insonderheit warnet, sich vor vielem gebrauch der eier zu hüten.....gereift, erfahren, bewährt, fest... (Grimmsches Wörterbuch)

gestrewet

= gestreut

gewalt und hand Gottes

Krankheiten, auf die der Mensch keinen Einfluss hat, die man nicht erklären kann, u.a. Epilepsie

gewelb

= Gewölbe

gewerbe

GEWERB, GEWERBE: am weitesten ab steht die concrete bedeutung gewerbe = gelenk, die bei BÜRGER, JUNG STILLING und GÖTHE bezeugt und die mundartlich verbreitet ist, vor allem im westen des fränkischen sprachgebietes, am Mittel- und Niederrhein: gewerb ... gelenk eines gliedes.....gewerb .. wirbel, gelenk.. (Grimmsches Wörterbuch)

a) bewegliche Verbindung zwischen Knochen; Finger-, Fuß-, Handgewerbe. ..... 's zwett G. am Finger is gebroch. .....Der Arm is aus'm G.... b)  bewegliche Verbindung an Maschinen und Geräteteilen, Scharnier.... (Pfälzisches Wörterbuch)

geylheit

Geilheit: von dem Bey- und Nebenworte geil, der Zustand, da eine Person oder Sache geil ist...Ungeordnete Begierde, aus dem Beyschlafe Lust zu empfinden, und in engerer Bedeutung, die Fertigkeit, Reitzungen zum unrechtmäßigen Beyschlafe zu suchen; in der harten und nachdrücklichen Sprech- und Schreibart..... (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1796)

Das Adjektiv geil und das davon abgeleitete Substantiv Geilheit gehen wahrscheinlich auf eine indogermanische Wurzel mit der Bedeutung „aufschäumend“, „heftig“, „übermütig“, „ausgelassen“ und „lustig“ zurück. Im Althochdeutschen (seit dem 8. Jahrhundert) wurde geil im Sinne von „übermütig“, „überheblich“ verwendet. Im Mittelhochdeutschen (seit dem 12. Jahrhundert) stand es für „kraftvoll“, „mutwillig“, „üppig“, „lustig“, „froh“, „fröhlich“ oder „schön“. Seit dem 15. Jahrhundert wird „Geilheit“ vorrangig synonym für oder als Anspielung auf Lüsternheit oder sexuelle Begierde (vgl. Wollust) verwendet, „Geilheit“ und mehr noch die Adjektivform „geil“ stellen in diesem Zusammenhang populäre umgangssprachliche Begriffe dar, deren Gebrauch in offiziellen Zusammenhängen allerdings als vulgär gilt....(wikipedia)

gichtbruchigen

Gichtbrüchig, ein an Gicht Leidender, zumeist aber einer durch chronische Fußgicht Lahmender

gichtbrüchig, ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, einen Menschen zu bezeichnen, dem von der Gicht, d.i. dem Schlage, alle Glieder gleichsam gebrochen, oder gelähmet worden; Paralyticus.  Es kommt noch mehrmahls in Luthers Deutschen Bibel vor. Ulphilas braucht dafür uslitha, gleichsam entgliedert, Notker keuchtigot, gleichsam gegichtet, gegichtiget, Tatians Übersetzer lam und bettisiohh, eine alte Deutsche Bibel von 1462 litsüchtig. Das Hauptwort Gichtbruch kommt noch bey dem Golius vor, diejenige Art des Schlagflusses zu bezeichnen, der ein oder mehrere Glieder lähmet. In dem 1523 zu Basel nachgedruckten neuen Testamente Lutheri wird gichtbrüchig als ein fremdes Wort durch gichtsüchtig erkläret.  (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

gießfaß

Gießfaß, ein kleines Faß zum Gießen oder Begießen; auch zuweilen ein Gießbecken, da denn Faß noch seine weiteste Bedeutung eines jeden Gefäßes hat. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

gilbe

GILBE, f. abstractum zu gelb: ahd. giliuui, mhd. gilwe. daneben schon ahd. unter einflusz des adjektivs gelauui .....1)  ahd. für die schreckensblässe: giliwi .....2)  in verengerter bedeutung von gelblichen, verwitterten gesteinen und erden.....3)  als bezeichnung für ein gelb werden. a) von der ictericia, der gelbsucht gesagt. öfter das symptom (die gelbe färbung) und die krankheit zugleich bezeichnend: die gilbe in den augen zu vertreiben.....für die gilbe im angesicht und sonst am leibe ebda. zumeist als bloszer krankheitsname; bis gegen 1700 im schwange;  ... (Grimmsches Wörterbuch)

Gilge

Gilge = Iris, Schwertlilie: Die weiße Lilie war ein gern verwendetes Motiv auf Wappen und stand gleichzeitig auch für die Unschuld, hier insbesondere die Madonnenlilie. Schon die Menschen des Mittelalters kannten um die Wirksamkeit der Schwertlilie als Heilpflanze. Kräuterkundige damals und heute verwendeten die Wurzel der Veilcheniris als Brechmittel. Aus dieser Wurzel, der Veilchenwurzel, lässt sich auch ein Veilchenparfüm herstellen. Der Grund ist ein ätherisches Öl, welches sehr stark an Veilchenduft erinnert. Zusätzlich wurde und wird diese Wurzel zum aromatisieren von Wein verwendet. Kaut man die Wurzel, wirkt sie gegen Mundgeruch. In einigen Regionen wird bis zum heutigen Tag die schmerzlindernde Wirkung der Wurzel bei zahnenden Kindern eingesetzt.   (www.hausgarten.net/)

Gilgen oel

gilgenwurtz, blaw gilgenwurtz

GILGE,  gilgen,  f., auch m. wie ilge auf ital. giglio beruhende süd- und südwestdt. nebenform zu lilie, vorwiegend alemannisch, vom 13. bis 17. jh. literarisch, danach fast nur noch mundartlich belegt.

gilgenöl, sehr beliebtes heilmittel  (Grimmsches Wörterbuch)

Gilgenwurz: Aus der Wurzel der Veilcheniris, (Florentinischen Schwertlilie, Iris germanica var. florentina, Syn. Iris pallida), auch Veilchenwurz oder Violwurtz, wurden die im 19. Jahrhundert beliebten Veilchenparfüms gewonnen und in alten Zeiten daraus auch ein Brechmittel hergestellt. Der Name kommt von den Wurzelsprossen, die ätherisches Öl enthalten, das mit zunehmendem Alter einen feinen Veilchenduft verströmt und in der Antike zur Würze des Weins oder zur Beseitigung von Mund- beziehungsweise Schweißgeruch diente.Noch bis in unsere Zeit wird sie zahnenden Kindern zum Beißen gegeben. (wikipedia)

glentzen

GLENZ,  n., m., der frühling, eine vornehmlich auf alemannisch-schwäbischem boden bezeugte nebenform zu lenz, ableitung vom vb. lenzen lang werden (der tage), 'nicht unmittelbar der lenz, sondern eben sächlich das anbrechen, eintreten des lenzes' ......die verbreitung des wortes ging ursprünglich über das alemannische hinaus.... glenz ist anfänglich neutrum, doch kennt das 15. jh. auch schon das masculinum,  später überwiegt, wohl unter einflusz von lenz, das masculinum...... (Grimmsches Wörterbuch)

glidersucht

GLIEDERSUCHT f., älter GLIEDSUCHT, f., ahd. mhd. Lidesuht glied(er)krankheit.; gliedsucht löst seit anfang des 15. jahrh. allmählich älteres lid(e)suht ab, herrscht dann im 16. jahrh. fast ausschlieszlich......1)  gelenkschmerzen, schmerz in den gliedern, bes. rheumatismus und vor allem gicht (podagra u. s. w.).....a)  eigentlich: arthritis, i. arthetica, articularis morbus, affectio articulorum glidsucht, gesu̔cht, heyszt auch gutta, der tropff------ (Grimmsches Wörterbuch)

Gliederkrankheit, plur. die -en, eine jede Krankheit, welche vornehmlich die Glieder und deren Gelenke angreift, worunter die Gicht mit ihren Unterarten eine der vornehmsten ist, die daher im Oberd. auch die Gliedsucht, das Gliederweh, die Gleichsucht genannt wird. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

gliderwee

GLIEDERWEH: schmerz in den gliedern bzw. den gelenken, rheumatismus und besonders gicht (podagra, zipperlein): gl. rheumatismus articulorum ... hitziges gl. rheumatismus articulorum acutus, arthritis calida....(Grimmsches Wörterbuch)

glidpruechig

gliedbrüchig = durch Gicht krampfhaft zusammengezogene Glieder = contracte Glieder.  (PhytoMagister - Historisch medizinisches Wörterbuch: Alte und aktuelle Begriffe der Heilkunde)

glidsichtig

gliedersüchtig, älter gliedsüchtig: mit gliedersucht behaftet, gliederkrank, an gicht, rheumatismus krank....die jüngere form gliedersüchtig bleibt selten, das adj. ist nach dem 17. jahrh. überhaupt nur noch wenig in gebrauch....(Grimmsches Wörterbuch)

glidsichtige kranckheit

= an Rheuma, Gelenkschmerzen, Arthritis, Gicht leidend

glitzets, glützet

glitzen = glänzen, gleißen

GLITZEN, vb., glänzen. intensivum zu gleiszen (s. d.). ahd. in glicende, mhd. wiederholt belegt. in der nhd. schriftsprache durch das abgeleitete glitzern (s. d.) eingeschränkt. gelegentlich mit rundung glützen...(Grimmsches Wörterbuch)

goldguldin

Goldgulden = Goldmünze, aus dem Florenus im 14. Jahrh. in den Hansestädten entstanden, nach Gepräge, Gewicht u. Feinheit derselben; später schlugen sie die rheinischen Kurfürsten u. dann fast alle Münzstände Deutschlands. Nach Kaiser Ferdinands Edict von 1559 mußten sie 18 Karat 6 Gr. fein sein.    (Pierer's Universal-Lexikon, Altenburg 1859)

goldwurtz

GOLDWURZ = name verschiedener pflanzen nach der farbe des stengelsaftes, der wurzeln (zwiebeln) oder blüten; mehr oder weniger mundartl. begrenzt und lautlich variiert. gebräuchlich vor allem für 1) chelidonium majus L. (schöllkraut) und bestimmte arten der liliazeen, bes. 2) asphodelus ramosus oder a. albus oder a. luteus L., und 3) lilium martagon L. (Türkenbund) oder hemerocallis L., auszerdem für 4) senecio vulgaris L. 5) ranunculus ficaria L. 6) inula dysenterica L.,...(grimmsches wörterbuch)

Schöllkraut: Nach altem Volksglauben ist die Pflanze Sinnbild für ein ausgeglichenes Leben. Man empfahl daher zum Beispiel Cholerikern die getrockneten Wurzeln der Pflanze um den Hals zu tragen. Die verschiedenen Alkaloide, Flavone und Bitterstoffe wirken vor allem auf Leber und Galle. Bei innerer Anwendung, zum Beispiel als Tee, fördern die Inhaltsstoffe den Gallefluss, regen die Leberfunktion an und haben eine entkrampfende Wirkung. In der Volksmedizin wird der Saft der Pflanze äußerlich bei Hauterkrankungen wie Warzen verwendet. Die eiweißauflösende, antivirale Wirkung unterstützt dabei die Heilung. Hierzu wurden auch Salben hergestellt (Glaucina). Der Saft sowie die Salbe wirken stark reizend. (wikipedia)

gradieren

Gradieren = verstärken, etwas auf einen höheren Grad bringen, konzentrieren  (wikipedia)

granaten

Der Granatapfel oder Grenadine (Punica granatum) ist eine Pflanzenart, die heute bei weiter Fassung der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) zugerechnet wird....Die Heimat des Granatapfels liegt in West- bis Mittelasien; heute wird er unter anderem im Mittelmeerraum angebaut. Die Bezeichnung des Granatapfels ist in vielen Sprachen auf das lateinische Wort für Kerne oder Körner, granae, bzw auf deren große Zahl (lat. granatus = körnig, kernreich) zurückzuführen. Den lateinischen Namen Punica bekam er im Römischen Reich, da die Phönizier (auch Punier genannt) diese Pflanze, zum Teil aus religiösen Gründen, verbreiteten..... Im Mittelalter war der Granatapfel überwiegend als Wurmmittel bekannt und galt als lebensverlängernde Frucht. Granatapfel ist besonders reich an Polyphenolen, denen er seine gesundheitsfördernden Wirkungen verdankt. Sie sind wirksam gegen: Zellalterung, Chronische Entzündungsprozesse, Krebs, insbesondere Prostatakrebs, Arteriosklerose und Herz/Kreislauferkrankungen    (wikipedia)

Granatenschelet

Granatapfelschalen: Im Mittelalter war der Granatapfel überwiegend als Wurmmittel bekannt und galt als lebensverlängernde Frucht. Granatapfel ist besonders reich an Polyphenolen, denen er seine gesundheitsfördernden Wirkungen verdankt. Sie sind wirksam gegen: Zellalterung, Chronische Entzündungsprozesse, Krebs, insbesondere Prostatakrebs, Arteriosklerose und Herz/Kreislauferkrankungen

grieß

grieß, griesz = harnsand, blasen-, nierenstein, vom frühen 15. jh. bis in die neueste zeit  ...(Grimmsches Wörterbuch)

Grimmen

Grimmen, vb., kneipen, vornehmlich von kolikschmerzen; (leib)schmerzen haben, bauchgrimmen; selten auch von andern schmerzen körperlicher und geistiger art;  (Grimmsches Wörterbuch)

grind

Grind = hautausschlag, hautkrankheit; das körnige, borkige gewisser ausschläge hat diese bedeutungsentwicklung veranlaszt. .... schorf, die harte rinde, welche nach einem geschwüre zurückbleibt. ..... und zwar umgreift das wort namentlich in älterer sprache sehr verschiedene hautkrankheiten des menschen: diewyl vilerlei gattig des grinds sind, so ist kein wunder, dass die arznei darfür auch unglych sind. .... öfter mit krätze u. raude in parallele gesetzt. .... zahlreiche sprichwörter u. redensarten bezeugen, wie verbreitet zumal der kopfgrind in früheren zeiten war: wen die lausz in grindt kompt, als man spricht, so wird sie stoltz ...  (Grimmsches Wörterbuch)

grindig

GRINDIG, GRINDICHT....1)  fast ausschlieszlich zu grind 2, 'mit ausschlag behaftet', wobei die bedeutung entsprechend dem grundwort schwankt: scabiosus ... grindicht, schebicht, reudicht .....man wird in den meisten fällen an den grind κατ΄ εξοχην, den ausschlag des kopfes, zu denken haben; vgl. und was das grindige, schorbige haupt begehre, das thun die andere glieder.....aber auch, wenngleich seltener, von andern körpertheilen: grindige schenckel, ein grindig maul, ein grindicht gesicht .....weiterhin auch 'grindartig, vom grind herrührend': benimpt auch die bösen grindigen flecken im angesicht .....(Grimmsches Wörterbuch)

gruen habend

= im 16. Jh. als Name verschiedener Krankheiten; grien,  m. und n., sand, kies; ein vorzugsweise alem. wort, das erst in mhd. zeit erscheint; selten im md. als grîn und im mnd. als grên.... nieren- und blasenstein: morbus calculi das grien....gelegentlich auch für einen andern krankheitszustand, der aber ganz ähnliche schmerzen hervorruft: ischias, hufftwee oder grien....dazu: griengaulen , vb., am stein leiden....GRIENEN: am stein leiden..... (Grimmsches Wörterbuch)

grundel

Grundel (Cobitis), Gattung der karpfenartigen Weichflosser, mit aalartigem Körper u. 6–10 Bartfäden am Munde; Arten: Schlammpeitzger (C. fossilis), Schmerle (C. barbatula), Steinbeißer (C. taenia)  (Pierer's Universal-Lexikon, Band 7. Altenburg 1859)

gulde ader

= Hämorrhoiden 

goldader, häufiger goldene (güldene) ader, vgl. golden und güldenader: vene des mastdarms, insbesondere, wenn sie krankhaft erweitert ist und blutet, haemorrhoide; 'das spontane bluten derselben sollte goldwertig sein, weil es das frühere ärztliche honorar für den gewohnheitsaderlasz ersparte'.... (Grimmsches Wörterbuch)

gummi Tragacanthum

gummi Tragacanthum = Tragant-Gummi.  Wie schon der Name andeutet, handelt es sich um einen natürlichen Kautschuk aus dem Saft mehrerer nahöstlicher Leguminosen der Gattung Astragalus. Der Name stammt vom griechischen tragos (Ziege) und akantha (Dorn). Tragant-Gummi ist ein visköses, geruch- und geschmackloses, wasserlösliches Gemisch aus Polysacchariden, das aus dem Saft der Wurzel der Pflanze gewonnen und getrocknet wird....Tragant-Gummi kommt überwiegend aus den Hochlandwüsten des nördlichen und westlichen Iran, insbesondere aus der Bergregion Zagros.....In der Volksmedizin wurde es als Abführmittel, gegen hartnäckigen Husten, Durchfall und als Aphrodisiakum eingesetzt. ...(www.glycell.eu)

Guturnium

Guturnium, vermutlich von Guttus (Gutus), im antiken Griechenland ein Gefäß zum tropfenweisen Ausgießen von Flüssigkeiten. Es wurde aus verschiedenen Materialien hergestellt und diente als Opferkanne bei Flüssigkeitsspenden und zum Ausgießen von geringen Mengen Öls oder Wassers. (wikipedia)

guttus (gutus), (gutta), ein Krug mit engem Halse u. kleiner Öffnung, aus dem die Flüssigkeit tropfenweise herausfloß, eine Kanne, griech. επίχυσις, πρόχοος, als Ölkrug, Samius, Gell. 17, 8, 5; bes. für das Öl zum Salben nach dem Bade, Iuven. 3, 263; 11, 158. – als Weinkrug ärmerer Leute bei Tische, bes. aber zu Libationen, um den Wein tropfenweise auf die patera (Opferschale) zu gießen.... (Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Hannover 1913)

H

haber guelbe

haber guelbe = wenn der Hafer gelb wird, Mitte bis Ende August

haffen

haffen = Hafen, allgemein (namentlich oberdeutsch) soviel wie Topf, irdenes Gefäß (daher Hafner oder Häfner, soviel wie Töpfer); besonders aber Schmelztiegel für das Schmelzen von Glassätzen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907)

halß geschwer

HALSGESCHWÄR 1)  eiterung der halsdrüsen: halszgeschwär, antiades, tonsillae; antias halszgeschwer, mandelgeschwer. ...2)  bräune, angina ... (Grimmsches Wörterbuch)

hall

Städte, die mit Salz in Verbindung stehen, tragen oft Salz- (oder das mittelhochdeutsche Wort Hall-) im Namen. Beispiele sind etwa Halle (Saale), Bad Reichenhall, Hallein, Hallstatt mit dem weltweit ältesten Bergwerk, Hall in Tirol, Schwäbisch Hall, Salzburg, Salzgitter, Hansestadt Salzwedel, Bad Salzuflen, Bad Salzdetfurth, Bad Salzelmen, Salzkotten, Schweizerhalle und Bad Salzschlirf.  (wikipedia)

harnwinde

Harnverhaltung (Ischuria, Urischesis), gänzliche Verhinderung des Harnabgangs, zu der die Harnstrenge (Dysuria) den Übergang macht, indem hier der Harn nur schwierig u. tröpfelnd abgeht, die, wenn das Auströpfeln zugleich schmerzhaft ist, auch als Harnwinde (Harnzwang, Stranguria) bezeichnet wird. Man unterscheidet die H. aus Mangel an Harnabsonderung in den Nieren, od. auch, wenn der Abfluß des Harns aus den Nieren od. durch die Harnleiter gehindert ist, als falsche H. (Ischuria notha, I. renalis od. I. uretica), wogegen bei der echten H. (Ischuria vera, I. vesicalis), der Abfluß des Harns aus der Blase verhindert ist, die nach Verschiedenheit der verhindernden Urfachen, als Entzündung, Schwäche od. Lähmung, vorzüglich bei Greisen, Krampf, organischen Krankheiten der Blase od. der benachbarten Theile, der Harnblase, od. mechanische Ursachen, Harnsteine, in die Blase ergossenes Blut, Druck benachbarter Theile, Verwachsung od. Verengerung etc. der Harnröhre (I. urethralis), bei krankhafter Affection derselben, ebenfalls verschieden ist u. verschiedene Behandlung erfordert. Zufälle der echten H. sind Schmerz u. Austreibung der Blase, Verstopfung, Stuhlzwang, Erbrechen, Ohnmacht, in hartnäckigen Fällen folgt Harnblasenentzündung od. selbst Zerreißung. Die Behandlung der entzündlichen kommt im Allgemeinen mit der der Harnblasenentzündung, die der krampfhaften mit der von Lähmung od. Schwäche mit der der Harnblasenlähmung überein. Bei Unwirksamkeit anderer Mittel muß zeitig der Katheter od. auch der Harnblasenstich angewendet werden. (Pierer's Universal-Lexikon, Altenburg 1859)

haselwurtz

Die Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae) gehört. Sie ist seit dem Altertum als Arzneipflanze bekannt und wurde bereits von Plinius dem Älteren erwähnt. Blätter und Wurzeln schmecken nach Pfeffer, das Rhizom enthält kampferartige, ätherische Substanzen, die schleimhautreizend, brech- und niesreizanregend wirken und innere Blutungen auslösen können (Gastroenteritis). Bis ins 18. Jahrhundert wurden die getrockneten Rhizome als Brechmittel verwandt. Später gehörten sie in pulverisierter Form zum variablen Zutatenkreis des Schneeberger Schnupftabaks. (wikipedia)

hauptflüß

Hauptfluss, Hirnfluss:  Nasenkatarrhh, Coryza (der Fluss, der nach volksüblicher Vorstellung direkt aus dem Gehirne kam), Nebenhöhlenkatarrhe, auch Kopfrheuma (Neuralgia rheumatica) und Parulis  (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

haußwurtz

Hauswurz (Sempervivum tectorum): Hildegard von Bingen merkte an, dass Hauswurz-Genuss bei Mann wie bei Frau Begierde entbrennen lasse. Für zeugungsunfähige Männer aber empfahl sie in Ziegenmilch eingelegte Hauswurz. Hauswurz hilft gegen trockene, rissige Haut, Ekzeme und gegen Verbrennungen, bei Geschwüren, schlecht heilenden Wunden, Warzen, Gicht (äusserlich), Gebärmutterneuralgie, Hämorrhoiden, Quetschungen, Brandwunden, Entzündungen, Hühneraugen und gegen Ohrenschmerzen. (wikipedia)

hecticam

Héktik (grch.), hektischer Zustand, Schwindsucht, krankhafter Körperzustand, gibt sich durch stetige Abmagerung, allgemeine Erschlaffung und Kraftlosigkeit, sowie durch das hektische Fieber kund, das nachts in ermattende Schweiße übergeht, ist Zeichen und Folge von Krankheiten, die die Ernährung des Körpers beeinträchtigen (Tuberkulose, Vereiterungen etc.) Hektisch nennt man Personen, deren Aussehen die Anlage zur H. oder deren Vorhandensein verrät (schmaler Brustkasten, langer dünner Hals, eigentümlich gerötete Wangen etc.).    (Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 783)

hemmel

= Hammel

hemorhoidibus gallicis

= von der Syphilis erzeugte Geschwüre

Herbstmonat

HERBSTMONAT, der monat in dem der herbst beginnt oder in den er fällt. da nach den zu herbst 1 (sp. 1066) gegebenen notizen im volke dieser zeitpunkt verschieden angesetzt wird, so hat auch herbstmonat verschiedene bedeutung: gewöhnlich bezeichnet er den september, bei andern den october, noch anderwärts selbst den november. auch wird der september der erste, der october der andere, der november der dritte herbstmonat genannt, wiewol auch für october der erst herbstmon, und für november der ander herbstman vorkommt..... (Grimmsches Wörterbuch)

hertzgesper

HERZGESPERR,  n. derselben bedeutung wie HERZGESPANN, 1)  eine krankheit oder zufall bei menschen und thieren, die man sich als eine spannung der das herz umgebenden haut dachte: herzgespann .. bei den menschen, allermeist aber bei kleinen kindern, bestehet dieses in einer aufschwellung des leibes, unter den kurzen ribben, welches eine schwere und ängstliche athem-holung verursachet, so da herrühret von kalter luft, scharfen blehungen in magen und dergleichen dingen mehr, die den motum diaphragmatis verhindern. öcon. lex. (1731).....2)  eine pflanze die als heilmittel gegen das herzgespann galt, leonurus cardiaca, herzkraut, wolfstrapp, wild mutterkraut..... (Grimmsches Wörterbuch)

hew

= Heu

Hewmonat

= Juli:  Der alte deutsche Name ist Heuet oder Heuert oder auch Heumonat genannt, da im Juli die erste Heu-Mahd eingebracht wird.   (wikipedia)

himmelthaw

Himmelstau: vermutlich der Flutende Schwaden (Glyceria fluitans), eine Pflanzenart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Weitere Namen sind Manna-Schwaden, Manna-Gras, Grashirse, Entengras und Grütz-Schwaden. Aus den hellgelben, glänzenden, nicht viel mehr als mohnkorngroßen Samen wird in Polen, Schlesien und dem nördlichen Deutschland die angenehm schmeckende Mannagrütze (polnischer, Frankfurter Schwaden) bereitet und zu Suppen oder auch zur Mehlbereitung verwendet.   (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Leipzig 1907)

hinderstellig

HINTERSTELLIG 1)  zurückbleibend, zurückgeblieben, 2)  hieran zunächst rührt die formel einen oder etwas hinterstellig machen, zurücktreiben, rückgängig machen, hindern, mit list oder gewalt; in oberdeutschen, vorzugsweise in alemannischen quellen: hinderstellig machen, hindersich treiben; 3)  in Hessen heiszt hinterstellig zurückbleibend in bezug auf lebenskraft, hinfällig, kränklich; 4)  hinterstellig, allgemein, rückständig: hinderstellig; .... (Grimmsches Wörterbuch)

hinfallenden Siechtag

= mittelalterliche volkstümliche Bezeichnung für  Epilepsie, Fallsucht

hitz des leibs

= Fieber

hoechlich

= sehr, in hohem Maße

Höchlich, ein Nebenwort, welches für hoch im figürlichen Verstande, d.i. sehr, im hohen Grade, gebraucht wird; aber nur mit den Zeitwörtern bitten, beklagen, bedauern, bedanken, beschweren, versündigen, beleidigen u.s.f. üblich ist. Sich höchlich über etwas beklagen, beschweren. Höchlich erfreuet seyn, Phil. 4, 10. Sich höchlich bedanken. Höchlich zu etwas verpflichtet seyn. Im Oberdeutschen scheinet es auch in Gestalt eines Beywortes üblich zu seyn. Eine höchliche Bitte.   (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

hoeffer, hoffer

HOFER, HOFFER m. erhebung des rückens, auswuchs, buckel; die alte, jetzt durch höcker verdrängte form des wortes, die in oberdeutschen quellen bis ins 16. jahrh. dauert;....

HOCKER, HÖCKER, m. auswuchs des rückens, buckel; jüngere form des ahd. hofar, hovar...das sich im mhd. als hover fortsetzt, wie es auch nhd. als hofer, höfer noch dauert, aber auch in die seit dem 13. jahrh. nachweisbare vornehmlich schweizerische form hoger (s. d.) umschlägt.     (Grimmsches Wörterbuch)

holder bluett

= Holunderblüten. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), auch bekannt als Holderbusch oder Holler, ist ein Strauch aus der Gattung Holunder (Sambucus). Holundersaft und die Holunderbeeren, aber auch Tees aus Rinde und Blütenständen gelten als probate Hausmittel gegen Erkältung, Nieren- und Blasenleiden und finden bis heute Anwendung. Als Faktoren dieser Wirkung gelten die in den Früchten enthaltenen Vitamine C und B, Fruchtsäuren, ätherische Öle, die auch in den Blüten enthalten sind, Flavonoide und vor allem das farbgebende Anthocyan. Dieses Antioxidans schützt die Zellmembranen vor Veränderungen durch freie Radikale und verlangsamt so den Alterungsprozess der Pflanzenzellen wie auch der Zellen des menschlichen Konsumenten. Die ätherischen Öle mit ihren Aromakomplexen wirken leicht schweißtreibend und schleimlösend. Auch bei Magenbeschwerden wird Holundertee in der Hausmedizin erfolgreich angewandt.    (wikipedia)

hueffen

Hüffe = Hüfte

hufftweh

hüftwehe = Ischias , n.: ischias das huftwee oder grien (Grimmsches Wörterbuch)

humores

Körpersäfte (s. Humoralpathologie oder Viersäftelehre, danach gibt es vier Säfte: Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle)

Humoralpathologie, Humorismus, medicin. Theorie, welche die Entstehung der Krankheiten aus Fehlern der Säfte erklärt, wohl die älteste Anschauungs- u. Erklärungsweise, später in ein förml. System gekleidet, wobei man, entsprechend den 4 Elementen, 4 Hauptsäfte (humores) im Körper annahm: Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle; aus Fehlern in Menge und Mischung derselben entspringen die Krankheiten. Die neueste Medicin hat durch genaue Untersuchungen in gewissen Krankheiten ganz bestimmte Mischungsfehler der Säfte aufgefunden, z.B. Eiter, Zucker, Harnstoff, Harnsäure etc. im Blute. (Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855)

hundskürpsen

Hundskürbis, ein Nahme der Frucht des Balsamapfels, Momordica Elaterium L. welche an andern Orten Hundsgurke heißt: S. Eselsgurke.   (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1796).

Spritzgurke oder Eselsgurke  (Ecballium elaterium) ist eine im Mittelmeergebiet heimische Pflanzenart. In der Volksmedizin wird sie unter anderem als Mittel gegen Gelbsucht verwendet. Es wird auch als drastisches Abführmittel verwendet. Die Droge wird Elaterium album genannt. (wikipedia)

hydrelaeon

= Mischung aus Öl und Wasser

hypocaustum

Ein Hypokaustum oder Hypokauste (griech. hypokauston = „von unten heizen“) ist eine Warmluftheizung (Hypokaustenheizung), bei der ein massiver Körper mit warmer Luft durchströmt wird, der aber im Vergleich zu einem Heizkörper eine niedrigere Oberflächentemperatur hat. Als massive Wärmeträger werden vor allem Fußböden oder Wände eingesetzt, aber auch massive Sitzbänke oder andere Bauteile. Diese Form der Heißluftheizung stammt aus der römischen Antike, welche zuerst nur in Thermen, später dann generell in römischen Häusern eingesetzt wurde.

I

Imber

= Ingwer

infixiert

= infiziert, Infektion

innerliche feülung

= Fäulnis der inneren Organe

intemperies

intemperies = ungemäßigte Beschaffenheit, Mangel an Mäßigung, ungezügelte Begierde, Ausschweifung,    (Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Hannover 1918)

J

jaeren

= gären

jären: 1. gären, 2. übtr. aufwallen; durchjären: gehörig gären (Wörterbuch der elsässischen Mundarten, Straßburg 1899-1907)

Je (Ye) lenger je lieber

Jelängerjelieber = Echtes Geißblatt (englisch: Italian Honeysuckle, Perfoliate Honeysuckle), Wohlriechendes Geißblatt. Die getrockneten Blüten wirken schweiß- und harntreibend, werden aber heutzutage nicht mehr genutzt, da eine Dosierung leichte Vergiftungssymptome (z. B. Erbrechen) hervorrufen kann. (wikipedia)

jetzerzelten

= gerade erzählten, berichteten

Johann Guinther von Andernach

Johann Winter von Andernach, auch Johannes Winter von Andernach, geboren als Johann Winter, lat. Doctor Ioannes Guinterius Andernacus (Antunnacensis) (* 1505 in Andernach; † 4. Oktober 1574 in Straßburg) war ein promovierter Mediziner, Universitätsprofessor, Humanist, Übersetzer antiker, meist medizinischer Werke und Verfasser eigener medizinischer, sprachlicher und geisteswissenschaftlicher Werke. Sein Buch  Medici commentarius de balneis, & aquis medicatis in tres dialogos distinctus ist die Grundlage für Etschenreutters Werk.   (wikipedia)

jücken, jucken

JÜCKEN, JUCKEN.....ein jucken, jücken springen, laufen, findet sich (mit der nasalierten nebenform junken, s. d.) im alemannischen sprachgebiete,...es steht in engstem etymologischen zusammenhange mit jeuchen, davon jagen, fliehen, und mit goth. jiuka, zank, streit,....rhein. jockeln, juckeln schaukeln,.....jucken, prurire ist allgemein hochdeutsch und alt: ahd. juckan, jucchan prurire, scalpere, mhd. jucken;....jucken, das juckende gefühl erregen, kratzen, krauen, schaben......(Grimmsches Wörterbuch)

Jucken, eine eigentümliche Empfindung auf der äußern Haut, auch auf gewissen Partien der Schleimhaut, die zum Kratzen, Reiben und Schaben reizt. Man unterscheidet das J. (Pruritus), das sich bei mannigfachen Hautkrankheiten, Reiz durch Ungeziefer, Gelbsucht, zum Teil auch ohne nachweisbare Ursachen einstellt, von einem selbständig ohne unmittelbare Störungen auftretenden Hautleiden, dem Prurigo (Juckblattern, Juckausschlag). Bei dem letztern finden sich auf der Haut flache, stecknadelknopf- bis hirsekorngroße, heftig juckende Knötchen, die sehr bald durch den infolge des Kratzens entstehenden Hautausschlag verdeckt werden.   (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907)

Jüdisch bergwachß

Jüdisches Bergwachs = judenpech, bitumen asphaltum, judenharz,  judenleim.  (Grimmsches Wörterbuch)

julep

Julep, (Julapium), 1) Arzneiform, von der Mixtur dadurch unterschieden, daß sie mehr zur Erquickung, als zur Heilung dient, u. daher von angenehmem Geschmack, gefälliger Farbe u. dünner Consistenz ist; 2) sonst mit destillirten Wassern bereiteter Syrup.    (Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860)

K

Kaeß

KÄSZ n. d. i. kæsz, viehmast, eichelmast; .... dasselbe musz sein kösz n. das., der grobe lange abfall vom getraide beim dreschen, als viehfutter gebraucht  (Grimmsches Wörterbuch); es könnte aber auch einfach Käse bedeuten

kalchstein

= Kalkstein

kalter magen

kalter Magen, Magenkälte:  1) Gastritis bzw. Magenkatarrh kalter Natur, verursacht durch kalte Komplexion bzw. Schleim, Phlegma; 1684 'ein übel bestellter Magen, der allerlei Speise ißt, aber nichts verdaut'; 1687 'der Unlust zum Essen hat'  (vgl. Hößer): demnach ist ein kalter Magen mehr chronischer Natur und häufig verbunden mit mangelnder Magensaftbildung (auch Subazidität). eine nicht akute, mehr 'schwelende' Entzündung bzw. Reizung der Magenschleimhaut, chronischer Reizmagen bzw. chronische Gastritis. Möglicherweise kommt folgende Bezeichnung der Realität am nächsten: ein kraft- und saftloser, chronisch entzündeter Magen; 2) Kältegefühl im Magen (wie nach einem kalten Getränk)   (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

kaltweh

= Schüttelfrost, Wechselfieber, Malaria

KALTWEH: das kalte fieber, meist fieber überhaupt, auch der kalt siechthum oder blosz das kalte, kalt, kaltwee,.....(Grimmsches Wörterbuch)

kaltes Weh: 1) jeder mit Fieberfost, Schüttelfrost (Kälteempfindung) einhergehender Krankheitsanfall beim Menschen mit dem Gefühl einer schmerzhaften Beschwerde durch dasselbe, besonders: a) das typische Wechselfieber, Malaria, Intermittens, kaltes Fieber, das Kalte, kalter Siechtag; b) „das kalte Wehle" (Febricula, Feberis ephemera, Eintags-Sucht, ein kleiner Schüttelfrost aus verschiedenen Ursachen); c) das Kaltvergicht (s. Gerinn), Febris rheumatica, Gliederschmerz mit Fieberkälte; 2) der Schmerz bei Kaltseich  (Peter Kaufhold: Phytomagister- historisch medizinisches Wörterbuch, 2.Aufl. 2008)

karabe

Karabe: Strohzieher, persisch = der Bernstein; K. von Sodom, der Asphalt; falscher K., in Frankreich der Copal    (Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855)

katzenkraut

KATZENKRAUT: Der name hat landschaftlich verschiedene geltung: 1) der gartenbaldrian, katzenbaldrian, katzenwargel, katzenwurzel; 2) die katzenminze, auch katzenliebe, katzennept, nl. kattenkruid, das ist mit dem nepita oben gemeint; 3) eine art gamander mit scharfem geruch, bei den katzen beliebt, teucrium marum (marum verum) östr. kåzngraidl (katzenkräutel); 4) das kannenkraut, katzenwedel, katzenschwanz, katzenhelm;  5) eine art isop, hyssopus lophantus. vgl. katzenbalsam.    (Grimmsches Wörterbuch)

Katzen muentz

Katzenminzen (Nepeta) bezeichnen eine Pflanzengattung der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Gattung umfasst zwischen 150 bis 250 Arten. Ihre Verwendung als Heilpflanze kann ab dem 9.Jhr. n. Chr. nachgewiesen werden. Hildegard von Bingen erwähnt die Katzenminze in ihren Schriften. Sie beschreibt die Verwendung der Nepeta als Heilpflanze unter anderem bei Halskrankheiten. Sie setzte die pulverisierte Katzenminze bei unaufgebrochenen Skrofeln (d. h. Skrofulose) am Hals, in Form von Brotaufstrich, Mus oder Kuchen ein. Bei aufgebrochenen Skrofeln verwendete sie die frischen Blätter als Umschlag. Als Tee wirkt die Katzenminze harntreibend, menstruationsfördernd, abtreibend, krampflösend und fiebersenkend. Außerdem soll sie gegen Brechdurchfall wirken und mit Salz vermischt und roh oder gekocht gegessen gegen Würmer helfen.  (wikipedia)

Katzenwadel

= Ackerschachtelhalm - (Equisetum arvense), auch Zinnkraut, Acker-Zinnkraut, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schaftheu, Pfannebutzer oder Scheuerkraut genannt. Bereits im Altertum wurde der Acker-Schachtelhalm in der Heilkunde oder neudeutsch Phytotherapie als Lieferant von Kieselsäure geschätzt, Dioskurides lobt seine blutstillende Kraft und Plinius der Ältere behauptet über ihn sogar, dass die blutstillende Kraft so groß sei, dass es genüge, ihn bloß in der Hand zu halten. Sebastian Kneipp machte den Acker-Schachtelhalm als Heilpflanze wieder bekannt, er setzte ihn ein zur Behandlung von Störungen bei der Wundheilung und gegen Rheuma und Gicht. (wikipedia)

Klystierung

Klystier  heißt eine flüssige Arzneiform, welche vermittels verschiedener Spritzen in den Mastdarm eingespritzt wird und die verschiedenartigsten Substanzen enthalten kann. Die Menge der Flüssigkeit, die man zu einem Klystiere verwendet, ist nach dem Alter des Kranken und nach dem Zwecke des Klystiers verschieden...... (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838)

knoden

= Knöchel

Knoden - 1. Fussknöchel, Knödle n. Fingergelenke der Hand, bei geballter Hand gewöhnlich die mittleren Gelenke (Wörterbuch der elsässischen Mundarten, Straßburg 1899-1907)

knoepff

knopf am körper: a)  knoten, knorren, auswuchs, geschwulst,......dazu knöpficht, knüpfel und knaupe geschwür....ebenso ditm. knuppen knoten im gesicht, engl. knob....nrh. knupp m. beule.....b)  ob nicht auch knopf für knöchel gebraucht ward? denn knote, knorre, knöchel, knochen, knöbel, knübel, knaust, knolle, lat. nodus haben ebenso diese mit jener bed. gemein.....(Grimmsches Wörterbuch)

knorren

KNORRE, KNORREN,  m., .....knorren am baumstamm, harte rundliche knotige auswüchse, wurzelknorren u. ä.; ....hervorstehender knochen: spondile, knor, ruckenknorr.....wirkung des hungers am menschen, die rippen und alle knochen treten scharf heraus, fleischlos, die knorren mögen die hüften sein, nordfries. heiszt die hüfte knur. ....bes. knöchel, sonst knoten, an hand und fusz: knorren an gleichen (gelenken, gliedern), da (wo) si sich aushinwärts biegend....knorren an den fingern, zehen....am handballen....besonders aber der knöchel über dem fusz, der enkel, talus, knorr....knorre, auswuchs am leibe....(Grimmsches Wörterbuch)

koder

KODER,  m. (n.), auch köder, pituita, zäher schleim, auswurf u. ä.....1)  vor der nhd. zeit nicht belegt, und auch da fast nur im südwesten, wie noch heute nur dort...a)  pituita, phlegma...'fenchelwasser reiniget die brust und lungen vom koder'....doch wol auch fränkisch damals, wie nach SCHEITS gebrauch am Mittelrhein bekannt....Angeführt wird es zwar auch bei HULSIUS Frkf.  1616 (als feuchtigkeit in des menschen leib, medic.), bei SCHOTTEL, STIELER, RÄDLEIN, M. KRAMER (1719. 1787), sodasz mans auch im übrigen Deutschland kennen mochte; aber es ist nur noch schweiz., schwäb. vgl. koderer, koderig, kodern. ....b)  auch gleich schnupfen mit auswurf, katarrh, wie es scheint: koder und hůst.....c)  auch für eiter, für geifer, für speichel....2, a)  da ko- oft auf urspr. qu- zurückgeht, könnte ein nd. wort die quelle andeuten: quader m. herabtröpfelnde schmutzige flüssigkeit....b)  eigen aber auch westf. querder (kwiärder) schleim.... (Grimmsches Wörterbuch)

kracherecht

= knackend, krachend, knusprig, knarrend, knisternd

krastlet, crastlet, krasteln, kraspeln

krasteln, auch kraspeln = prasseln, krachend zerspringen, knistern  (Grimmsches Wörterbuch)

kraußlet oder runtzlet

= kraus oder runzlig

KRAUS, crispus. mhd. krûs, ahd. nicht da, wol nur durch zufall wie die seltenheit des mhd. worts; nd. krûs...1) krauses haar, im gegensatz zum schlichten, glatten.....2) von pflanzen, büschen, bäumen, deren laub von jeher mit haar verglichen ward.....3) die gerunzelte stirn, miene u. dgl. wird kraus....4) und so vielfach anders von gerunzelten, gefältelten, geringelten, durch einander geschlungenen, gezackten u. dergl. formen, bewegungen, wobei dann der begriff des regellosen, wirren oft vorwiegt.....5) übertragen von sinn und gedanken, wirr, oder launenhaft, eigensinnig, unstät, oder unwirsch.....
RUNZLICHT, RUNZLIG, adj. rugosus, ahd. runziloht, mhd. runzeleht; rugosus runzelecht, runzelech, runzelich, ronczelicht;.... mit ausfall des gutturals runzlot, runzlet in quellen des 15.--16. jahrh. ....die gewöhnliche form des älteren nhd. runzlicht hat jetzt den formen runzlich, runzlig platz gemacht.....1) ganz allgemein vom menschlichen aussehen, wie es alter, gram, sorgen u. a. veranlassen...2) von der haut, dem leibe, dem angesicht, nase, stirn, wangen, von den händen....3) von blättern und blüten....
(Grimmsches Wörterbuch)

krepssen

Krebs,  (Krebsschade, Krebsgeschwür, Karzinom, griech.-lat. Carcinoma, lat. Cancer), ein von Galenus in die Medizin eingeführter Name, der ursprünglich auf harte Geschwülste der weiblichen Brust angewendet wurde, deren erweiterte, bläulich durchscheinende Gefäßverzweigungen entfernte Ähnlichkeit mit den Füßen eines Flußkrebses darbieten sollten. Später wurden alle möglichen bösen Gewächse als K bezeichnet, selbst solche, bei denen der eigentliche Geschwulstcharakter ganz in den Hintergrund trat und der Krebsschade die Gestalt eines bösartigen, um sich fressenden Geschwürs angenommen hatte.. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907)

kretze

Krätze, (Scabies), ansteckende Hautkrankheit, bestehend in stark juckenden Bläschen und Grinden, meist zwischen den Fingern und am Vorderarm, durch Krätzmilben hervorgerufen. Behandlung: Einreibungen des Körpers mit Grüner Seife, Perubalsam, Styrax oder Schwefelsalben, Bäder, Desinfektion der Kleider und Wäsche.  (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911)

kretzig

KRÄTZIG,  1)  die krätze habend, räudig (schon mhd. ankretzic, auch kretzoht): kretziger, cuticus, kretzig haut.....2)  übertragen, wie schäbig, lausig u. ä., ekelhaft im äuszern, widerlich, dann elend, jämmerlich.....(Grimmsches Wörterbuch)

kretzigkeyt

= Krätze, Kratzen bei Hautkrankheiten

Kriechen

= Griechen

kümmich

= Kümmel

kupfferwasser

Kupferwasser ist eine alte Bezeichnung für unreines (kupferhaltiges) Eisenvitriol. Eisensulfat findet sich in der Rezeptur bekannter Heilmittel des Mittelalters wie beispielsweise des Theriaks, das aus über 60 Bestandteilen (pflanzliche Auszügen, Opium, Gewürze, Schlangenfleisch u. a.) bestand.   (wikipedia)

Kürpsen

KÜRPS = Kürbis   (Grimmsches Wörterbuch)

kuetten

KÜTTE, f. = q u i t t e,  auch küte, küttine u. a....1, a)  die ahd. form war chútina, auch schon chuttina (und chotin) cydonia....auch die quitten werden früh am Rhein heimisch geworden sein durch die römische gartenkunst.....b)  daraus dann mhd., in voller form, kuttenne cidonium (küttenboun cidonius) ...2 b)  küttin, kütten, kütti auch kütte, kütt, im 15. 16. jh. und weiter: birnen, kütten, kesten, nespeln.....c)  wieder auch mit u: cottanum kutte, cottanus kuttenboum ....d)  auch mit o, wie schon später ahd. chotin (1, a), mhd. in cotenboum cotanus sum. 46, 9, im 15. jh.: kotten oder kuten ....e)  und mit i, auch neben ü, z. b. kittenlatwergen,...im 15. jh. kittin, kitte, dann kyt, kiet, kyeden.....3)  Endlich q u i t t e (s. unter Q), schon mhd. quiten, um 1100 rhein. quidden cottanae ...dann mit merkwürdiger füllung der endung quedeme, quedam, quitdam, quittem, quiddum u. ä.    (Grimmsches Wörterbuch)

L

laeme

LÄHME, f. lahmheit (im allgemeineren sinne nach lahm 2), ahd. lemî, mhd. leme: und ob mer (ferner) leme mit ainem schlage geschiht an ainem arm oder an ainem fůჳe oder an ainer hant oder an ainem pain, daჳ ist ain leme..... (Grimmsches Wörterbuch)

Die Lähme, plur. inus. der Zustand, da ein Glied oder Körper lahm ist, in der zweyten Bedeutung des vorigen Wortes, die Beraubung oder doch merkliche Verminderung der willkührlichen Bewegung wegen Erschlaffung der nervigen und muskulösen Theile; die Lähmung. Zuweilen werden so wohl der Schlag; Apoplexia, als auch die Gicht, Paralysis, mit diesem Nahmen belegt, weil sie eine solche Lähme zu verursachen pflegen. Im Nieders. Lämde, Lemede, Lämnis, im alten Fries. Lemelsa, Lemethe, Wlemelsa.   (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

landvolck

LANDVOLK: 1)  volk auf dem flachen lande, im gegensatz zu den stadtbewohnern 2)  eingeborene eines landes   (Grimmsches Wörterbuch)

lattich

Lattich (lat. lactuca) ist eine Pflanzengattung, von welcher außer dem Gartenlattich (s. Salat) besonders der Giftlattich (lat. Lactuca virosa) zu merken ist. Derselbe ist eine bei uns einheimische narkotische Giftpflanze, welche an Zäunen und Wassergräben wächst, einen aufrechten, ästigen, rothgefleckten, unten stachlichen Stengel, steife, längliche, seingezahnte Blätter, kleine, blaßgelbe Blüten hat und einen bittern, scharfen, unangenehm riechenden Milchsaft enthält. Durch Einschnitte in den Stengel gegen Ende der Blütezeit gewinnt man diesen Saft, welcher an der Sonne getrocknet Lactucarium heißt. Man bedient sich desselben, sowie eines Extracts des Giftlattichs in der Medicin als schlafmachenden, schmerzstillenden, auflösenden und urintreibenden Mittels..   (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838)

latwergen

Latwerge (lat. Electuarium, ital. Lattuario, Lattovaro), Arzneiform von dickbreiiger, musartiger Beschaffenheit, besteht aus Pulvern, die mit Pflaumenmus, Tamarindenmark, Zuckerlösung oder Honig zu einem dicken Brei angerührt worden sind....In Süddeutschland nennt man L. überhaupt musartige Fruchtsachen. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908)

latwergen von rosensafft

latwergen von rosensafft: (lat. Electuarium, ital. Lattuario, Lattovaro), Arzneiform von dickbreiiger, musartiger Beschaffenheit, Mus aus Rosenblättern. - Rosenpräparate wurden angewendet bei Fieber, zur Herz- und Gehirnstärkung, 'Erweichung des harten Bauchs', äußerlich bei 'hitzigem Magen', brennenden Blattern, 'hitziger Cholerischer krankheyt' und Kopfschmerzen; die Rosenfrüchte verordnet man gegen Gonorrhöe, gedörrt gegen Ruhr und Blutspeien. Bei Matthiolus (Matthiolus, New-Kreuterbuch, 1626, S. 55.) findet der frische Rosensaft Anwendung als mildes Purgans, Blutreinigungsmittel, gegen Ikterus, Herzklopfen, Fieber, Ohnmacht, hitzige Geschwülste, Menorhagie, äußerlich gegen Zahnleiden, Mundaffektionen und Brandschäden. (www.henriettesherbal.com)

laugkibel

= Laugenkübel

laum

laum flamme und dampf, dunst, ein altes, wenig bezeugtes wort    (Grimmsches Wörterbuch)

Laum: 1. Wasserdampf, Dunst, feuchtwarme Luft...... 2. Ausdünstung ....laumen: dampfen (von kochendem Wasser od. von schwitzendem Vieh.... laumig: mit Wasserdampf oder feuchtwarmer, dumpfer Luft gefüllt.   (Wörterbuch der elsässischen Mundarten, Straßburg 1899-1907)

lautter

lauter bezeichnet das durchsichtig reine, klare, in bezug auf luft und feuer, sowie auf wasser und flüssigkeiten überhaupt.    (Grimmsches Wörterbuch)

lauwlecht, lawecht

= lau, lauwarm

leibiger

= dicker, kräftiger

LEIBIG,  adj. wie leibicht, wolgenährt, feist: corpulentus....(Grimmsches Wörterbuch)

lendenstein

Lendenstein = Nierenstein....lendenstein oder nierenstein heiszt auch jaspis lapis nephriticus, weil man diesen oder einen ähnlichen stein ehemals als ein wirksames mittel bei nierenschmerzen empfohlen...  (Grimmsches Wörterbuch)

lendenwee

= Kreuzschmerzen, Rückenschmerzen, Hexenschuss

Lendenweh (Lumbago), ein in der Lendengegend über dem Kreuzbein festsitzender Schmerz, welcher das Aufrichten u. andere Bewegungen des Rumpfes, selbst Husten, Lachen, Niesen erschwert, häufig rheumatischer Natur od. entzündlich; oft Folge von Anstrengungen des Rückens (Hexenschuß) u. dann wohl auch durch Blutaustretungen od. Muskelzerreißungen bedingt, häufig bei Hämorrhoidalzuständen, bei Nierenkrankheiten etc., nur in seltenen Fällen ist das L. reiner Nervenschmerz (Neuralgia lumbo-abdominalis), dann aber periodisch aussetzend, nur eine Seite einnehmend. Behandlung je nach der Ursache sehr verschieden. (Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860)

Lentisci

Vermutlich Pistacia lentiscus = Mastixstrauch oder Wilde Pistazie; Der Mastix wird sowohl innerlich als tonisch reizend und magenstärkendes Arzneimittel, wie äußerlich zu Salben, Pflastern, und Zahn- u. Rauchpulver benutzt. Im Orient bedient man sich seiner häufig zum Kauen.   (Herders Conversations-Lexikon. 1856)

Lignum Lentisci, von Pistacia Lentiscus Linn. s. Mastixbaum  (Oeconomische Encyclopädie (1773 - 1858) von J. G. Krünitz)

Leüß

= Läuse

Leüßkraut

= Es wurde früher ein Absud des Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris) gegen Vieh- und Menschenläuse und anderes Ungeziefer verwendet.   (wikipedia)

lind, linde

lind = sanft, mild, weich

lines secklin

= leinernes Säckchen

Linsat, leinsatt

Leinsaat, Leinsamen:   Leinsamen haben sich als natürliches, nicht apothekenpflichtiges Abführmittel bewährt, das bei Verstopfung angewendet wird.....Gepulverte Leinsamen und Leinkuchen (der Presskuchen als Nebenprodukt der Leinölproduktion) werden für erweichende und schmerzlindernde breiige Umschläge bzw. als heiße Packung bei Gallenblasenkolik und anderen Erkrankungen der Leber und Galle verwendet.    (wikipedia)

liquores

= Flüssigkeiten, flüssige Substanzen, besonders Lösungen von Arzneimitteln

Lithontribon

Lithontribon, griech. = steinbrechendes, steinabführendes Mittel (... a confection of the apothecaries, so called, because it breaks and expels the stone)    (Anthony Vieyra: Dictionary of the Portugese and English Languages, London 1813)

lorbonen

LORBOHNE =  die frucht des laurus: lorbon, bacca lauri (Grimmsches Wörterbuch) 

= Lorbeer; Lorbeerfrüchte (Fructus Lauri) wurden früher als Antiparasitika verwendet, zum Beispiel gegen Läuse und Krätzmilben, werden aber wegen der häufig auftretenden allergischen Kontaktdermatitis heute nicht mehr angewendet. Lorbeeröl dient medizinisch zum Einreiben, hilft bei Prellungen, Verstauchungen und rheumatischen Beschwerden. Im Mittelalter galt Lorbeer als Heilmittel gegen die Pest. Außerdem stand Lorbeer im Ruf, vor Zauber und Feuer zu schützen.   (wikipedia)

lôrboum: lorbeerbaum. laurus (Mittelhochdeutsches Wörterbuch, Leipzig 1854-1866)

Lorbohn(e): f. Beere vom Lorbeer, Fructus lauri; Lorbohnenblett: Lorbeerblatt (Wörterbuch der elsässischen Mundarten, Straßburg 1899-1907)

loroel

= Lorbeeröl, auch Looröl, Lohröl (Oleum laurinum expressum), ein butterartiges, ätherisches, grüngelbliches, stark lorbeerartig riechendes u. schmeckendes Öl, welches durch Auspressen der vorher gequetschten, in Wasser gekochten Lorbeeren gewonnen wird, in Spanien, Portugal, Frankreich, am besten in Italien bereitet; als äußeres, nervenstärkendes, reizendes Mittel, gegen Schwäche der Glieder, Lähmungen, auch als Zusatz mehrerer Salben in Gebrauch.  (Pierer's Universal-Lexikon, Altenburg 1860)

Lot

Ein Lot bezeichnete in der Metallurgie eine alte Einheit für den Feingehalt von Edelmetallen, z. B. bei Silber 1/16, wonach eine zwölflötige Silberlegierung 12/16 = ¾ des Gewichts Silber und 25% anderes Metall (meist Kupfer) enthielt. Man teilte dies Lot in 18 Gran oder Grän. In einigen Ländern war das Lot (auch Loth oder Postlot) auch oder stattdessen eine Einheit der Masse. Das Lot war in den deutschen Ländern verschieden schwer. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entsprach in Anhalt, Hessen, Homburg, Frankfurt a. M., Lippe-Detmold, Schaumburg-Lippe, Mecklenburg-Strelitz, Nassau, Preußen, Reuß, Sachsen, S-Altenburg, S-Coburg, S-Gotha, S-Weimar, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Waldeck und Württemberg das Lot 14,6g, in Mecklenburg-Schwerin 15,1g, in Lübeck 15,2g, in Baden, Bremen und dem Großherzogtum Hessen 15,6g, in Sachsen-Meiningen 15,9, in Kurhessen 16,7g in Österreich 17,5g, in Braunschweig, Hamburg, Hannover und Oldenburg 1 Neulot = 25g.   (wikipedia)

lufftloechel und poros

= Poren

lungensucht

LUNGENSUCHT: eine völlige Verzehrung des Körpers, welche aus einem offenen und eiterigen Geschwüre der Lunge entstanden, und mit einem schleichenden anhaltenden Fieber verbunden ist; Phthisis pulmonalis, die Lungenschwindsucht, in den niedrigen Sprecharten die Lumpelsucht. Daher lungensüchtig, adj. et adv. mit derselben behaftet, darin gegründet.   (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796)

Lungensucht (Lungenschwindsucht, Phthisis pulmonalis), auszehrende Krankheit der Lungen meist mit Zerstörung des Gewebes durch Vereiterung, wie bei der eigentlichen L. (Tuberkelsucht der Lungen, Tuberculosis pulmonum) ....   (Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860)

lustig

LUSTIG, LÜSTIG, adj. u. adv., lust habend; nach den verschiedenen bedeutungen des subst. in mehrfachem sinne. die umgelautete form lüstig ist die seltenere, die nur im 15. und 16. jahrhundert mehrfach erscheint...1)  verlangen habend, etwas begehrend....diese bedeutung lebt in der neuern sprache noch in zahlreichen zusammensetzungen, eszlustig, trinklustig, kauflustig, schaulustig u.s.w.....2)  auch in die bedeutung begehrlich, anspruchsvoll übergreifend.....3)  auch rührig, munter.....4)  lustig, lust, vergnügen in sich schlieszend, anmuthend, anmuthig; in der ältern sprache zumal in verbindung mit dem gesichtssinne gebracht.....a)  von dem was zur landschaft gehört...dieser gebrauch, seit dem anfang des 18. jahrh. in der schriftsprache selten werdend, lebt bis jetzt in den oberdeutschen mundarten, und kommt von da aus wieder in aufnahme bei schriftstellern entweder oberdeutscher heimat oder doch zu oberdeutschem ausdrucke hinneigend: erreichten wir das städtechen Palagonia. es liegt auf einer anhöhe über einem sehr lustigen thale.....b)  von städten und wohnräumen....c)  von andern gegenständen, die angenehm ins auge fallen.....d)  selbst von personen angenehmer erscheinung.....5)  lustig, anmutend, angenehm, von dingen des geschmackes.....   (Grimmsches Wörterbuch)

lustigen ort

= ein anmutiger, lieblicher, angenehmer Ort

lutum

= Lehm

lutum = I) die zeitweilig (durch Regen usw.) feucht u. weich gewordene Erde, der Kot, Dreck;... II) die beständig feuchte u. fettige Erde, der Ton, Lehm.... (Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Hannover 1918)

M

Magenmund

Magenmund, des -es, plur. inus. die Öffnung des Magens, durch welche derselbe die Speisen und das Getränk aus der Speiseröhre empfänget, und welche auch der Magenschlund, das Mundloch des Magens genannt wird. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798)

Magsaat

Magsaat = Magsamen = Mohnsamen: Weißer Mohn = Schlafmohn (Papaver somniferum); Der Schlafmohn ist eine alte Kulturpflanze. Die exakte Herkunft ist schwer bestimmbar; Kultur derzeit bevorzugt in Afghanistan, Indien, der Türkei und den GUS-Staaten. Papaveris semen (syn. Semen Papaveris): Mohnsamen (syn. Schlafmohnsamen), die reifen, weissen Samen. Die Farbe der Samen kann variieren von schwarz, grau, graublau, braun bis weiss mit vielen Übergängen. Sie enthalten: Fettes Öl (50-55 % in weissen Samen bzw. 40-45 % in blaugrausamigen Sorten) mit einem Fettsäureanteil von Linolsäure (62,2%), Ölsäure (30,1 %), Palmitinsäure (4,8 %) und Stearinsäure (2,9 %). Ausserdem sind neben Aminosäuren, Proteinen und Enzymen Alkaloide (0,009 %) sowie Lecithin (0,25-1 %) enthalten. Aus den Samen kann man Öl gewinnen.   (www.awl.ch/heilpflanzen)

magwurtz

= MAGENWURZ, pflanzenname: des arum maculatum, sonst kleines schlangenkraut, aronswurzel; und des acorus calamus, calmus.   (Grimmsches Wörterbuch)

Aronstab (Arum maculatum): In der Volksheilkunde wurde Aronstab bei Entzündungen des Magens und des Darmes mit Krämpfen, Brennen, Würgen und Auswurf blutigen Schleimes verwendet. Meist wurde die Droge in Tropfenform ein paar Mal am Tag mit einem Glas warmen Wassers genommen, oder auch zum Gurgeln. Da die Pflanze sehr giftig ist, muss von solch einer Verwendung abgeraten werden. Heilwirkung: Aronstab wirkt schleimlösend, harntreibend, schweisstreibend und Heiserkeit, Kehlkopfentzündung, Asthma, Husten, Krampfhafte Bronchitis, Masern, Mumps, Rachenkatarrh, Scharlach, Schnupfen, Mundschleimhautentzündung, Rheuma, Verstauchungen und Furunkel.  (www.heilpflanzen-heilkraeuter.de)

malagma

= lindernder Umschlag, erweichendes Pflaster, erweichender Breiumschlag

...ein Breyumschlag zur Erweichung und Linderung einer Geschwulst. (Oeconomische Encyclopädie (1773 - 1858) von J. G. Krünitz)

maltzey, malatzey

MALZEI,  f. aussatz; mhd. mâlazîe, mâlatrîe, mâlaterîe, mâlenzîe nach dem romanischen: ital. malatiia, altspan. malatia, franz. maladie, provenz. malaptia, malautia, malatia, catal. malaltia, s. oben unter malz. lepra malatrie, malederie, maltige, maletschei, und umgedeutscht malaetzheit, maltzheit, malaescheit.....lepra malatzei, auszsetzigkeit ....  (Grimmsches Wörterbuch)

Die Maselsucht, plur. car. ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, den Aussatz zu bezeichnen, welches noch im Sachsenspiegel vorkommt, und ehedem auch Miselsucht, die Missel, Malazey, Maltzey, Malatsch, Maletschey u.s.f. lautete, Franz. Mesellerée, Mozeau. Es kommt noch in dem Iudeneide vor, wo es unter andern heißt: daß mich die Maselsucht bestehe, die Naeman verließ und Jezi ankam. Es drückt vornehmlich die mit dem Aussatze verbundenen Flecken auf der Haut aus, und gehöret mit dem folgenden Maser und dessen Abänderung Masel zu dem Geschlechte des Wortes Mahl. S. das folgende. In dem alten Gedichte auf den heil. Anno Misilsuht. Daher maselsüchtig, aussätzig, bey dem Notker miselohtiu, misele. Im mittlern Lat. ist mezellus, misellus, alt Franz. mezel, aussätzig, Meselaria, Misellaria und Mesolaria, ein Spital für aussätzige Personen, und sogar im Arab. bedeutet Mezora den Aussatz. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798)

maltzig

MALZIG,  adj. aussätzig, vgl. malz und malzei; die mhd. form malâtzic...dauert so oder als malazig, malezig, malizig weiter: leprosus maletschiger...gewöhnlich ist die form malzig: malzig, väldsiech, leprosus, lepra infectus ... (Grimmsches Wörterbuch)

mangelwurtz

vermutlich Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. vulgaris), eine Gemüsepflanze. Sie ist ein enger Verwandter der Roten Beete und der Steckrübe. Die Volksmedizin sagt ihm heilsame Kräfte bei Darmträgheit und eine dämpfende Wirkung bei Nervosität und leichter Erregbarkeit nach. Darüber hinaus soll der Verzehr von Mangoldblatt und -stiel die Fettverdauung unterstützen, die Leber entlasten und zellschädigende freie Radikale neutralisieren. Bei Ohrenschmerzen soll der Saft von gekochten Mangoldwurzeln hilfreich sein, indem man mehrmals täglich 2-3 möglichst warme Tropfen in das Ohr träufelt. Die Volksmedizin weiß viel Gutes zu berichten, jedoch die moderne Naturwissenschaft hat herausgefunden, dass Mangold recht oxalsäurehaltig ist und diese Säure gilt als nierenschädigend.     (lexikon.huettenhilfe.de)

MANGELWURZ, f. eine art des ampfers: grosz mangelwurz, von wölcher gattung ist das gemeinlich genannt münchenrhabarbaren, so man in gärtenen zylet oder pflanzet, bulupathum. bei NEMNICH ist mengelwurz rumex crispus, mönchsrhabarber aber rumex patientia.
MANGELWURZEL, f. wie mangelrübe, beta altissima
MANGELRÜBE, f. beta altissima, mangold.
MANGELKRAUT, n. mangold
MENGELWURZ, f. name der pflanze rumex crispus, krause grindwurz, butterampfer, und potamogeton compressum, krauses samkraut.
(Grimmsches Wörterbuch)

Die Mengelwurz, plur. inus. ein Nahme verschiedener ihrer Wurzeln wegen brauchbarer Pflanzen. 1) Der gemeinen Grindwurz, Rumex acutus L. welche auch wilder Ampfer und Mangold genannt wird, aus welchem letztern Nahmen Mengelwurz seiner ersten Hälfte nach herstammet. S. Mangold. 2) Bey einigen führet auch der Sauerampfer, Rumex Acetosa L. dessen trockene Wurzel roth färbet, den Nahmen der Mengelwurz.
(Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798)

Manna

Manna: gelbliche, zuckerartige, undurchsichtige, leicht zerbrechliche, weiche, mehr od. minder trockne, eigen süß schmeckende Substanz, welche aus der Rinde mehrer Eschenarten (Fraxinus excelsior, Fr. ornus, Fr. rotundifolia u.a.) von selbst od. durch gemachte Einschnitte ausfließt u. an der Luft erhärtet; als gelindes, auflösendes, bes. bei Verschleimung der Brust heilsames Laxirmittel, mehr als Zusatz zu andern Arzneien, als für sich allein im Gebrauch. (Pierer's Universal-Lexikon, Altenburg 1860)

Die Manna-Esche (Fraxinus ornus), auch Blumen-Esche oder Schmuck-Esche genannt, ist eine Laubbaumart aus der Gattung der Eschen. Ihren Namen verdankt sie dem Saft, der aus angeritzten Ästen und Zweigen austritt und schnell erhärtet. Er enthält neben einigen anderen Inhaltsstoffen einen süß schmeckenden, sechs-wertigen Alkohol und ist daher für die medizinische Anwendung interessant. In Süd-Italien wird die Pflanze zur Gewinnung des Siebröhrensaftes („Manna“) in Plantagen angebaut. (wikipedia)

Manus Christi

Zu den ungewöhnlicheren mittelalterlichen Süßwaren zählt manus christi („Hand Christi“), der man Heilwirkung nachsagte. Nach den überlieferten Rezepturen handelte es sich dabei meist um eine Stange gekochten Zuckers, die mit Veilchen, Zimt oder Rosenwasser gewürzt war. Häufig enthielten diese bonbonähnlichen Stangen auch Blattgold. Nach anderen Rezepturen ist es ein Sirup und nach einem Pariser Rezept des späten 14. Jahrhunderts eine Art Marzipan. Allen Rezepturen gemeinsam ist die Verwendung von Kristallzucker. (wikipedia)

Marcipan

Marzipan, eine Art seiner Conditorwaare, welche ihren Namen aus dem lat. Marci panis, d.h. Markusbrot, erhalten haben soll, und aus einem Teige von gestoßenen süßen Mandeln oder statt derselben und damit vermischt, aus getrockneten Nüssen, Pistazien u.s.w. unter Zusatz von Zucker und beliebigem Gewürz bereitet, sehr verschieden geformt und bei gelinder Wärme im Ofen gebacken wird. Man glasirt dasselbe auch mit Zucker, belegt es mit eingemachten Früchten und richtet eo noch sonst auf die verschiedenste Art zu. Eines besondern Rufes genießt das Marzipan von Königsberg in Preußen. (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839)

Man hat das Wort M. als Marci panis, »Markusbrot«, gedeutet, andre leiten es von dem Namen einer venezianischen Münze marzapane = 1/10 der Münzeinheit ab. Auch Schachteln von 1/10 Malter hießen marzapane, und später wurde dieser Name auf den Inhalt der Schachteln, den hauptsächlich auf Cypern zuerst bereiteten Teig aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser, übertragen. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908)

Marckasiten

Markasit (Schwefelkies) ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze.... Markasit ist nach dem arabischen bzw. maurischen Wort marqâshîtha (= Feuerstein) für metallisch-bronzefarbene Minerale benannt. Der Name bezieht sich auf die Fähigkeit, Funken abzugeben, wenn es auf Flint (Feuerstein) oder Eisen bzw. Stahl geschlagen wird....(wikipedia)

Margraff Carle zu Baden

Vermutlich Markgraf Karl II. (* 24. Juli 1529 in Pforzheim ; † 23. März 1577 in Durlach), genannt Karle mit der Tasch; er regierte die Markgrafschaft Durlach von 1552 bis 1577.  (wikipedia)

masen

MASE,  f. wundenmal, fleck; ahd. mâsa, mhd. mâse, mnd. mase....über andere dialekte nicht verbreitet. das wort ist auch der nhd. schriftsprache seit dem 17. jahrhundert entfremdet, lebt aber noch in oberdeutschen mundarten: alem. mosa flecken, mal ....es bezeichnet 1)  die narbe einer wunde...2)  auch mal am leibe, das nicht von einer verwundung herrührt, fleck, muttermal oder krankheitszeichen....3)  endlich fleck an irgend einem dinge, schmutzfleck oder farbfleck.... (Grimmsches Wörterbuch)

Massen

MASSE ..... auch die ärzte und apotheker entlehnten das wort für teig: es brauchens auch die medici und apotheker, wenn sie villerlei gattung oder species zusam thuon, machen ein corpus daraus, das nennen sie ein mass, daraus machen sie dann pillulen oder kügelein.... in den apotheken nennt man alles dick gemischte eine masse.....ferner gieng es zu zucker- und feinbäckern über: masse, massa, proprie farina subacta et macerata ad panificium; bis heute geblieben: eine torte aus einer feinen masse; die masse zum marzipan. ....  (Grimmsches Wörterbuch)

mast, maste

mast  = adj. fett, feiszt; eine alte bildung vom subst. ahd. mhd. maჳ speise, futter mittels des suffixes für passivbildungen, also dem sinne nach zunächst mit speise versehen, gefüttert; sie musz auch niederdeutsch vorhanden gewesen sein, da das hochdeutsche wie niederdeutsche verbum mästen sie zur voraussetzung hat, läszt sich aber in einfacher form, auszerhalb der zusammensetzungen mastbauch, mastfleck, nur im alemannisch-schwäbischen sprachgebiete nachweisen.....schwäbisch mast fett, dick (maste früchte), auch wasservoll...... (Grimmsches Wörterbuch)

mastix

Mastix, Gummi Mastix, Resina Mastix, das Harz vom Pistacia lentiscus, ein im südl. Europa, besonders auf den griech. Inseln u. hier vorzugsweise auf Chios, u. im nördl. Afrika einheimischen Baumes. Auf Chios wird es besonders bei 21 Dörfern, den sog. M.dörfern, angepflanzt, u. hier, durch leichte Einschnitte in Stamm und Aeste, jährlich gegen 30000 Ctr. M. erhalten. Der M. wird sowohl innerlich als tonisch reizend und magenstärkendes Arzneimittel, wie äußerlich zu Salben, Pflastern, und Zahn- u. Rauchpulver benutzt. Im Orient bedient man sich seiner häufig zum Kauen. (Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856)

matte

= Wiese, Bergweide

Maurrautte

Mauerraute, Steinraute oder Mauer-Streifenfarn (Asplenium ruta-muraria) ist eine Pflanze aus der Familie der Streifenfarngewächse, die als Kulturfolger häufig in den Ritzen und Mörtelfugen alter Mauern wächst. .....In Niederösterreich wird diese Art im Volksmund als 'Stoanneidkraut' bezeichnet. Es sollte durch seine magischen Kräfte gegen das 'Verneiden' (Verhexen) helfen und wurde an das Vieh verfüttert. Dem Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm zufolge heißt die Mauerraute auch 'Eselsfarn': m. adianthum capillus Veneris, sonst auch krullfarn, von der gestalt der blätter, mauerraute, steinraute.   (wikipedia)

Megere

MAGERE, MÄGERE: 1)  die magerkeit: macies magere, magerheit;...noch jetzt mundartlich, bair. megere,  alem. megeri.....2)  trockene flechten; s. den beleg unter dem masc. mager 1; und flechten überhaupt: ein wasser für die flieszend mägere und die andern.   (Grimmsches Wörterbuch)

melancholey

MELANCHOLIE,f , trübsinn, schwermut; zunächst, nach der wörtlichen bedeutung des griechischen, aus der heilwissenschaft des alterthums ins mittelalter herüber gekommenen ausdrucks, die schwarzgalligkeit, als fehlerhafte beschaffenheit des mit schwarzer, verbrannter galle versetzten blutes....zugleich aber auch in einer weiteren anwendung, die mit der allgemeinen naturlehre des mittelalters in beziehung steht: den vier elementen entsprechend, von denen die erde als der bodensatz der übrigen drei betrachtet wird, gehen vier naturen, die in den weltgeschöpfen, vor allem im menschen, dem mikrokosmus, erscheinen, melancholie als eine von ihnen, der trägen erde zur seite gestellt....demgemäsz ist melancholie eine der vier hauptarten in der natürlichen beschaffenheit des menschen....der fernere gebrauch des wortes betont theils die krankheit, theils die natürliche anlage, theils die trübe stimmung aus besonderer veranlassung....die heutige form ist seit dem 17. bis 18. jh. aufgekommen: melancholie, temperament des leibes, melancholia; gemütsbeschaffenheit....(Grimmsches Wörterbuch)

menigklich

= allgemein, jeder

Mercurialisch krafft

= Kraft des Quecksilbers, quecksilberhaltig

Mercurium

= Quecksilber

Quecksilber (griech. ύδράργυρος „flüssige Silber“, davon abgeleitet das lat. Wort hydrargyrum (Hg), Name gegeben von Dioskurides; engl. Mercury) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Hg und der Ordnungszahl 80. Es ist das einzige Metall und neben Brom das einzige Element, das bei Normalbedingungen flüssig ist. ....Quecksilber ist seit prähistorischer Zeit bekannt. So wird es schon in den Werken von Aristoteles, Plinius des Älteren und anderen Schriftstellern der Antike erwähnt. Im Altertum wurde es als Heilmittel verwendet (aufgrund seiner Toxizität jedoch mit entsprechend negativen Folgen).....Im ausgehenden 19. Jahrhundert hielt man Quecksilber für ein geeignetes Medikament gegen Frauenleiden, weswegen es zum Teil in toxischen Mengen verabreicht wurde. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war Quecksilbersalbe ein weit verbreitetes Mittel zur Behandlung der Syphilis.[12] Dazu wurde das Quecksilber in der Regel auf die Haut aufgetragen oder gelegentlich sogar inhaliert, wobei es in vielen Fällen zu Vergiftungserscheinungen kam. Syphilis galt als Volksseuche und Anspielungen auf die Symptome der Syphilis sowie der damit einhergehenden Quecksilbervergiftung finden sich in vielen literarischen Werken der damaligen Zeit. Metallisches Quecksilber diente im gleichen Zeitraum zur Behandlung von Darmverschlüssen. Der Patient nahm dazu oral mehrere Kilogramm metallisches Quecksilber auf, um das Hindernis im Darm zu überwinden. Wenn er die Behandlung überlebte, verließ das Metall seinen Körper auf natürlichem Wege ohne weitere Vergiftungserscheinungen. (wikipedia)

mertram

mertram = Mutterkraut (Tanacetum parthenium, syn. Chrysanthemum parthenium) ist eine staudenförmige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Andere Namen sind Falsche Kamille, Zierkamille und Fieberkraut. Unter dem Namen Mutterkraut werden regional viele weitere, verschiedene Pflanzen, etwa der Alpen-Mutterwurz bezeichnet, die zumeist als Heilkraut Verwendung fanden. Mutterkraut wurde bereits von Dioskurides im 1. Jahrhundert als Heilkraut beschrieben. Im Mittelalter wurde es gegen Fieber und Kopfschmerzen eingesetzt. Der Name kommt von seiner Verwendung bei Schwangerschaftsbeschwerden – es löst die Menstruation aus und die Ablösung der Plazenta.   (wikipedia)

meschenkaht

= Menschenkot

meüßdorn

meüßdorn =  Mäusedorn, vermutlich Ruscus aculeatus, Stechender Mäusedorn, volkstümlich auch Dornmyrte oder Stechmyrte genannt. Der Stechende Mäusedorn war bereits in der Antike als Nahrungs- und Heilmittel bekannt. Die jungen, unterirdischen Sprossen wurden ähnlich dem Spargel als Gemüse verwendet. Aus den Trieben machten die Römer Besen. Im Mittelalter wurde die Wurzel gekocht und bei Wassersucht als harntreibendes Mittel gegeben.    (wikipedia)

Meyentaw

= Maitau

"...Wie der Tau überhaupt, so ist noch mehr der Maitau zu vielem gut, besonders der am 1. Mai früh gesammelte . Wenn man sich mit diesem Maitau wäscht, erlangt man Schönheit. Vor allem ist Maitau ein gutes Mittel gegen Sommersprossen. Auch für Pockennarben, die man mit einem taufeuchten Tuche wäscht, Flechten und Hautkrankheiten ist der Maitau gut. Der Gesundheit förderlich ist, sich nackt im Maitau wälzen. Dies hilft auch gegen Grind, besonders Kopfgrind, dann gegen Krätze und Läuse, wie auch gegen Krankheit überhaupt...." (http://www.sagen.at/doku/hda/maitau.html)

Meyeron

= Majoran: der name ist, aus griech. αμαρακος umgebildet, als majorana mittellateinisch, und geht von hier aus in verschiedenen formen ins deutsche über: meyeron, meyron, maseran, maioran, mayoran, meyrone, merone   (Grimmsches Wörterbuch)

miltz, miltz süchtig

MILZ: milz ist wie die bezeichnungen derjenigen anderen inneren theile des menschen, denen die verarbeitung der speise und die blutbildung obliegt (leber, lunge, magen), uraltes gut der deutschen gesamtsprache, aber ohne urverwandte bezüge, also erst auf germanischem boden gebildet (nur herz, galle, niere reichen weiter zurück).....die milz in gesundem zustand ist weich, in krankem hart, geschwollen, verstopft.....sie erzeugt seelenstimmungen....verstopfte milz macht melancholisch, bange, verdrieszlich....die geschwollene milz, zeichen der unzufriedenheit und des unwillens oder zorns....auch launenhaftigkeit hängt mit der milz zusammen....

MILZSUCHT, f. morbus hypochondriacus, und die daraus entstehende trübe stimmung....(Grimmsches Wörterbuch)

Miner

MINER,  f. und n. erzhaltiges gestein; aus dem mittellat. minera fodina, vena, dem man arabischen ursprung zuzuschreiben geneigt ist, vgl. die ausführungen bei VEITH bergwb. 339; das wort erscheint theils in lateinischem gewande in entsprechenden schriften: minera, wird genennet die rohe materie derer erze und metallen, wie sie zu erst aus denen bergwerken ausgegraben wird, und ehe solche noch von ihren schlacken gesaubert wird. theils aber auch in deutscher form als die miner: die drusichten configurationen vieler minern, des würflichten bleiglanzes und dergl..... (Grimmsches Wörterbuch)

mirten oel

= Myrtenöl, aus den grünen Teilen der Myrte durch Wasserdampfdestillation gewonnenes Öl, enthält ein Gemisch von Pinen, Dipenten und Cineol (früher Myrtol genannt); bei Krankheiten der Atmungsorgane und innerhalb zur Desinfektion gegeben. (Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911)

mißlingen

hier = Fehlgeburt, Unglück

mittag

Mittag oder Süden, abgekürzt S., heißt diejenige der vier Welt- oder Himmelsgegenden, wo von unserer nördl. Erdhälfte aus betrachtet die Sonne und die übrigen Gestirne während der täglichen Umdrehung der Erde den höchsten Stand am Himmel, ihre Mittagshöhe, einnehmen.... ..(Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839)

mitternacht

Mitternacht, in der Schiffersprache Norden, daher abgekürzt N., heißt von den vier Welt- oder Himmelsgegenden die dem Mittag  gerade entgegengesetzte; ebenso ist in der Zeitmessung Mitternacht der dem Mittag entgegengesetzte, um 12 Stunden davon getrennte Zeitpunkt, wo die Sonne sich am tiefsten unter dem Horizonte eines Orts auf der Erde befindet, indem sie zum zweiten Male, allein auf der andern Erdhälfte, über den Mittagskreis desselben zu stehen kommt. ......(Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839)

Mola / monkalb

MONDKALB,  n. eine miszgeburt in gestalt eines unförmlichen fleischklumpens, unter dem widrigen einflusse des mondes erzeugt ...mola, ungestaltes fleisch, monkind, monkalb, böse bürde.....nicht ein natürlich kind, sondern ein monkalb, oder wechselbalk. (LUTHER) ...ein mondkalb aber ist nichts anders als ein fleischklumpen ohne bein, ohne gelenk und ohne unterschied der gliedmaszen......(Grimmsches Wörterbuch)

Monkalb, das, auch Mondkalb, Mondkind, Muttergewächs, Mutterkalb, und böse Frucht, von einigen auch Monathkind, genannt, ist ein fleischiges Gewächs, welches sich zuweilen in der Bärmutter des weiblichen Geschlechts erzeuget; Lat. Mola. Die Benennung ist ein wenig dunkel. Die letzte Hälfte Kalb bedeutet hier ohne Zweifel eine jede Geburt, ein jedes Junges, welches durch die niedersächsische Benennung eines Monkalbes, welche Manenkind lautet, bestätiget wird; wenn nicht der hochdeutsche Ausdruck zunächst von solchen Gewächsen in der Bärmutter der Kühe entlehnet ist. Die erste Hälfte ist allem Ansehen nach das alte mein, man, falsch, unächt; s. Meineid, Mangel, und 2. Mönch; so daß der ganze Ausdruck eine falsche unächte Geburt, ein unächtes Kind, ein Afterkind bedeutet, welches die ältern oberdeutschen Ausdrücke Aberkalb, Alberkalb, Eberkalb, von after, aber, falsch unächt, bestätigen. Um dieses mon, mein, willen wird dieses Wort richtiger Monkalb als Mondkalb geschrieben.....(Oeconomische Encyclopädie (1773 - 1858) von J. G. Krünitz)

molckenfarb

= Farbe wie Molke, eine grünlichgelbe klare Flüssigkeit

muede

MÜDE, f, : 1)  das müdesein, erschöpftsein, ahd. muodî, mhd. müede: die müde, defatigatio, fatigatio, lassitudo, languor .....2)  müde auch mehr wie beschwertsein, anstrengung bis zur erschöpfung: fatigatio, mu̔de ....(Grimmsches Wörterbuch)

mumia

Mumia persica nativa = eine Art schwarzen, wohlriechenden Bergöls, was am Fuße des Kaukasus aus der Erde quillen soll.   (Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon, Leipzig 1798)

Mumia persica sive nativa: Im Arzneimittelschatz zahlreicher Völker Mittel- und Zentralasiens findet sich seit alters eine als Mumio bezeichnete Substanz, der z.T. legendäre Heilkräfte zugeschrieben werden. Das in Höhlen und Felsspalten der Hochgebirge Asiens zu findende Naturheilmittel wird innerlich und äusserlich bei den verschiedensten Leiden angewandt. Insbesondere die Beobachtung, dass bei Anwendung des Mumio u. a. die Kallusbildung nach Frakturen rascher als gewöhnlich erfolgt, hat das Interesse der Schulmedizin auf sich gezogen... (content.karger.com)

mutter

= Gebärmutter mutter, im weiblichen menschlichen und thierischen körper der theil, der ein neues geschöpf empfängt und bis zur geburt ausbildet, matrix, μητρα; eine ältere deutung des ausdrucks s. unter gebärmutter..... das wörtlin (mutter) im latein matrix oder uterus ... (Grimmsches Wörterbuch)

Mutter auffsteigung

= Krampf der Gebärmutter, Hysterie

....Eine, von dem Unterleibe bis zum Magen u. Schlund aufsteigende Krampfbewegung nennt man aufsteigende Mutter (Mutterstaupe) mit dem Gefühl einer im Halse aufsteigenden Kugel (Globus hystericus)......(Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859)

"...Hierher gehört auch die eigene Empfindung der Hysterischen, als werde ihnen die Gebärmutter an ihren Bändern in die Höhe gezogen, das sogenannte Aufsteigen oder Übersteigen der Gebärmutter...." (Handbuch zur Erkenntniss und Heilung der Frauenzimmerkrankheiten, von Adam Elias von Siebold, Frankfurt am Main 1821)

mutter beschwert

mutterbeschwer, mutterbeschwerde, mutterbeschwerung: wie das folgende: hysterica passio, die mutterbeschwer, mutterweh.... beschwerde, krankheit der gebärmutter: mutterbeschwerden haben. ... mutterbeschwerung, passio hysterica, das blehen der bärmutter bei den weibs-persohnen.    (Grimmsches Wörterbuch)

mutter schmertzen

= Schmerzen der Gebärmutter

mutterkraut

MUTTERKRAUT: name mehrerer gegen mutterbeschwerden angewendeten pflanzen: der mutterkamille, matricaria; des milchkrautes, glaux maritima; des mattenkrautes oder porsches, ledum palustre; des beifuszes, artemisia; des griechischen heues, trigonella foenugraecum; des löwenfuszes, alchemilla vulgaris; des gemeinen oder weiszen andorns, marrubium vulgare; des gamanderartigen ehrenpreises, veronica teucrium; der melisse oder des bienenkrautes, melissa officinalis; můterkraut, melissen oder malissen, meliphyllon, amaracus, parthenium, apiastrum    (Grimmsches Wörterbuch)

MUTTERKRAUT (Tanacetum parthenium, syn. Chrysanthemum parthenium) ist eine staudenförmige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Andere Namen sind Falsche Kamille, Zierkamille und Fieberkraut. Unter dem Namen Mutterkraut werden regional viele weitere, verschiedene Pflanzen, etwa der Alpen-Mutterwurz bezeichnet, die zumeist als Heilkraut Verwendung fanden. Mutterkraut wurde bereits von Dioskurides im 1. Jahrhundert als Heilkraut beschrieben. Im Mittelalter wurde es gegen Fieber und Kopfschmerzen eingesetzt. Der Name kommt von seiner Verwendung bei Schwangerschaftsbeschwerden – es löst die Menstruation aus und die Ablösung der Plazenta. (wikipedia)

Myrti

= Myrte (Myrtus communis L.);  Die Blätter und Beeren treiben den Urin, dienen wider die Durchbrüche, rote Ruhr, Blutspeien, Nieren- und Blasengeschwür. Äußerlich sind die Blätter wider den übermäßigen Schweiß gut, gegen den übeln Geruch der Achseln, Mundfäule, Nasenbluten u. s. w.  Die Blätter der brabantschen Myrte (von Myrica Gale L.) wurden im Absud äußerlich zum Waschen gegen Krätze und Ungeziefer angewendet. Die Blätter des gemeinen Myrtenbaums, so wie die Früchte sind ein arabisches Volksmittel gegen Blutfluss und Schmerz der Harnröhre, die Blätter, so wie die Früchte von Myrtus sylvestris sollen nach Ebn Baitâr den Stein lösen und den Monatsfluss treiben. (Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin 1843)

Myrtillenbeer

= Myrtillus, Heidelbeere:   (Vaccinium myrtillus), Französisch: Myrtille; Als Heilpflanze gegen Durchfall führte Hildegard von Bingen die Heidelbeere im 12. Jahrhundert ein. Dafür verwendet man die getrockneten Beeren auch heute noch. Neuere Untersuchungen zeigten, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Pflanze wohl positive Effekte auf Augenerkrankungen haben.    (www.gesundheitpro.de)

N

nachbauren, nachpaurn

= Nachbarn

nagel

NAGEL, medicinisch, nagel (clavus), einseitiger, wie von einem ins gehirn eingeschlagenen nagel herrührender kopfschmerz.   (Grimmsches Wörterbuch)

Naphta

Naphtha: (Asphaltum, auch Bergbalsam genannt,) die feinste Gattung von Bergöl, welche, völlig tropfbar, sich ungemein leicht entzündet, schnell verdünstet, von gelblicher, oder, dies ist die beste Sorte, von weißer Farbe und ganz durchsichtig ist. Man findet sie in gebirgigten Gegenden, wo sie aus den Felsenritzen hervorquillt: so in Elsaß und Lothringen, auch in Italien bei Modena; vorzüglich ist sie aber in Persien, wo sie in mehreren Provinzen und von verschiedener Güte angetroffen wird: wie denn auch die alten überhaupt von diesem Bergharz und von seinen Eigenschaften mit hoher Bewunderung sprechen.   (Brockhaus Conversations-Lexikon, Leipzig 1811)

Naphtha, auch Rohbenzin genannt, ist das unbehandelte Erdöldestillat aus der Raffination von Erdöl oder Erdgas und ein wichtiger Rohstoff für die Petrochemie.....Daneben wird der Begriff Naphtha auch für leichte Erdöle verwendet. Im Griechischen bedeutet das Wort Naphtha Erdöl. (wikipedia)

nardenwurtzen

vermutlich Nardus spicata = Lavendel

oder: Die Indische Narde oder Nardenähre (Nardostachys jatamansi) (griech.: nárdos, altpers.: nárda, von sanskr. nálada = die Wohlriechende) (Syn.: Nardostachys grandiflora DC.) ist der Name einer wohlriechenden Pflanze aus Indien, aus denen bzw. aus deren Wurzeln kostbare Öle und Salben gewonnen werden. Sie werden schon im Alten Testament erwähnt: Hohelied 1,12 und 4,13f. Im Periplus Maris Erythraei wird sie als Handelgut aus dem indischen Hafen Barbarikon genannt. Ovid berichtet von Männern, die ihre Haare mit Nardenöl fetten. Dem abendländischen Publikum dürfte Nardenöl vor allem durch seine Erwähnung im Neuen Testament bekannt sein, Jesu Salbung in Bethanien (Evangelium nach Johannes; 12, 3). (wikipedia)

oder: Die Echte Nelkenwurz (Geum urbanum), auch gemeine Nelkenwurz genannt, ist eine Art aus der Gattung Nelkenwurze (Geum), die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört. Auch genannt: Benediktenkraut, Garaffelkraut, Garaffelwurz, Hasenaugenwurzel, Igelkraut, Karnisselwurzel, Märzwurzel, Nagelkraut, Nelkenwurz, Nägeleinwurz, Nardenwurz    (wikipedia)

nardinisch oel

Nardenöl, aus den Wurzeln der Echten Narde gewonnenes, wohlriechendes etherisches Öl, das bereits bei den Römern als Parfüm sehr beliebt war. Die Echte Narde ist eine kleine, mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Baldriangewächse. Das Nardenöl wird bereits im Alten und Neuen Testament der Bibel erwähnt – im Neuen Testament als Bestandteil des Salböles, mit dem auch Jesus gesalbt wurde. Als Narde werden fälschlich auch einige andere Pflanzen bezeichnet, die ebenfalls duftende Öle besitzen. Beispiele sind eine Lavendelart, die man auch Großer Speik nennt, sowie eine weitere Pflanze mit dem Namen Amerikanische Narde, die zu den Araliengewächsen gehört und in verschiedenen Speiseölen verwendet wird.   (de.encarta.msn.com)

Natterwurtz

NATTERWURZ: pflanze mit schlangenartig gedrehter wurzel: basilia, colubrina, draconita, dracontea, serpentaria, viperina   (Grimmsches Wörterbuch)

Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis Syn.: Persicaria bistorta (L.) Samp., Polygonum bistorta L., Bistorta major S.F.Gray), auch Wiesen-Knöterich genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) gehört. Diese Art wird auch Schlangenwurz genannt, obwohl unter diesem Namen auch der Drachenwurz geführt wird.  (wikipedia)

Natterwurz, Krebswurz, Schlangenwurzel, Radix Bistortae (Polygonum Bistorta L.).....Ältere Ärzte loben sie gegen Durchfälle und Ruhr, passive Blutflüsse, Nachtripper, weißen Fluss, Wechselfieber. Die Neueren haben das Mittel mit Unrecht vergessen, und doch ist es seiner Wohlfeilheit wegen der Ratanhiawurzel.....Eine Abkochung der Wurzel mit Wasser.....ist ein Hausmittel gegen skorbutisches Zahnfleisch und daher entstandene wackelnde Zähne. Woyt sagt: 'Die Wurzel treibt Schweiß und Gift, heilet die Wunden, wird wider rote Ruhr, güldene Ader, Blutauswurf, Missgebären und Würmer gelobt'.   (Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin, 1843)

negelin

= Nägelein: die als knospe gebrochene und getrocknete blüte des gewürznelkenbaumes (caryophyllus), die gewürznelke, mhd. negellîn, negelîn, negel...  (Grimmsches Wörterbuch)

Negelkraut

= vermutlich Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) - auch unter den Namen Blutstillerin, Blutströpfchen, Braunelle, Drachenblut, Falsche Bibernelle, Herrgottsworte, Körbelskraut, Költeltskraut, Rote Bibernelle, Sperberkraut, Wiesenbibernelle, Wurmkraut, Becherblume, Kleine Bibernelle, Welsche Bibernelle, Gartenbibernelle, Kleines Blutkraut, Megenkraut, Nagelkraut, Pimpinelle oder Pimpernelle bekannt. Der Kleine Wiesenknopf wirkt appetitanregend. Ein Blättertee lindert bei der äußerlichen Anwendung Sonnenbrand und gerötete Haut. Getrunken soll er stärkend wirken, leicht harntreibend und kariesvorbeugend. Ferner hilft der Tee bei Dünndarmentzündungen, Leber- und Gallebeschwerden. Ein aus der Wurzel gekochter Sud wird bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum zum Gurgeln verwendet.   (wikipedia)

nehig

NÄHIGder niederkunft nahe, mhd. næhic: sô die frouwen næhic sint mit der kinttrahte...nähig zů gebären....nähig, dem gebären nahe....ist die schwangere frau der geburt nehig.....seine frau, die noch kindete, war aber jetzt nähig. (PESTALOZZI: Lienh. u. Gertr.)... (Grimmsches Wörterbuch)

newen aussatz

Mit Neuer Aussatz ist hier evtl. die Syphilis gemeint. Ab dem Jahr 1493 fielen in spanischen Hafenstädten Fälle einer damals als neuartig erscheinenden Erkrankung auf. Der spanische Arzt Ruy Diaz de Islas (1467-1542) wollte die ersten Fälle unter der Mannschaft der zweiten Reise des Kolumbus ausgemacht haben. Die Erkrankung verbreitete sich rasch in den Hafenstädten des westlichen Mittelmeeres, so auch in Neapel. 1494 brach der französische König Karl VIII. mit einem zusammengewürfelten mehrheitlich aus Söldnern bestehenden Heer nach Italien auf, um seine Erbansprüche auf das Königreich Neapel durchzusetzen. Nach einer kurzen Belagerung wurde Neapel am 22. Februar 1495 eingenommen. Während der Besatzung Neapels war es zu einem ersten größeren Syphilisausbruch unter den Truppen Karls gekommen, der sich nach dem Rückzug auf Mittel- und Norditalien sowie die Herkunftsländer der Söldnertruppen ausweitete. Bemerkenswert war die hohe Virulenz des Erregers.  In der Folge des Syphilisausbruches von Neapel überzog innerhalb von fünfzig Jahren eine Syphilis-Epidemie die alte Welt...  (wikipedia)

niechter

= nüchtern

niter

= Kaliumnitrat, im allgemeinen Sprachgebrauch besser bekannt als Salpeter, im Speziellen als Kalisalpeter, ist das Kaliumsalz der Salpetersäure

NITER, m. (s. salniter) aus lat. nitrum
SALNITER, m. salpeter. der name ist entstanden aus sal nitrum: salnitter, salitter, saliter, salpetra.....manchmal erscheint, wie die belege zeigen, salniter, saliter als besondere bezeichnung des geläuterten salpeters....
(Grimmsches Wörterbuch)

notturfft

NOTHDURFT,  1)  ein nothwendiges, dringendes bedürfnis und erfordernis in verschiedenem sinne: a)  dringendes bedürfnis, begehren und verlangen nach etwas, das nöthig ist oder scheint...b)  das nothwendig bedurfte und unentbehrliche, der bedarf an nothwendigen dingen besonders zum leben, der nothwendige unterhalt...c)  was zu thun erforderlich ist, gethan werden musz...d)  was zur vertheidigung einer rechtssache erforderlich ist, sowie die einem zustehende rechtsbefugnis und rechtswolthat ...2)  das nothwendige naturbedürfnis der leibesentleerung und diese selbst...3)  erfordernis der noth, nothwendigkeit, zwang...4)  noth, bedrängnis, bedrängte lage, besonders der mangel am unentbehrlichsten...  (Grimmsches Wörterbuch)

O

oberzelten

= wie oben erzählt, berichtet

obstruction

Obstruction = Verstopfung, die verzögerte oder ganz unterbrochene Entleerung des Darmkanals. Veranlassung geben fehlerhafte Nahrung, zu reizende od. zu fade, schwer verdauliche, ferner Unterlassung des nöthigen Trinkens, sitzende Lebensweise besonders bei gleichzeitiger geistiger Anstrengung, ferner Mißbrauch der Abführmittel. des Opiums, adstringirender Stoffe etc. Die dadurch hervorgerufenen Grundstörungen können verschiedene sein. wie entzündliche Zustände des Darmkanals, Blutanhäufung des Unterleibs, Trockenheit, d.h. mangelnde Absonderung im Darmkanal, Erschlaffung der Darmmuskeln, Krampfzustände, endlich mechanische Hindernisse im Darmkanal.   (Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856)

Ochrageel, Oggergeel

= Ocker, Brauneisen, ockergelb

Ocker (von griech. ὠχρός „blass, blassgelb“) sind Erdfarben, und zwar Gemische aus 5–20 % Brauneisenstein mit Tonmineralen, Quarz und Kalk. Als Pigment wird es als gelber Ocker (Schöngelb) in diversen Sorten und Nuancen, roter Ocker, Rotocker oder brauner Ocker, Braunocker in der Malerei verwendet. Die gelben Sorten werden auch nach dem Farbton in Lichtocker, Gelbocker, Goldocker, Fleischocker, Satinocker (Orangeocker, Satinober) unterteilt. Durch Erhitzen werden gelbe in rote Pigmente umgewandelt und dann als gebrannter Ocker bezeichnet..... (wikipedia)

Ochsenbrech

OCHSENBRECH,  m. n. was hauhechel, deshalb so genannt, weil die stacheln und die langen wurzeln des krautes die pflugochsen im ziehen hindern: hawhechel, stachelkraut, ochsenbrech, ononis ....(Grimmsches Wörterbuch)

Die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa), auch Weiberkrieg oder Eindorn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hauhecheln, die zu den Schmetterlingsblütlern (Faboideae) gehört. Auf Grund von Zuordnungsschwierigkeiten wird sie gelegentlich mit der Kriechenden Hauhechel (Ononis repens) und der Bocks-Hauhechel (Ononis arvensis) zur Artengruppe „Ononis spinosa agg.“ zusammengefasst......Die Pflanze ist reich an ätherischen Ölen, enthält aber auch die Isoflavone Biochanin A, Formononetin und Genistein. Des Weiteren sind die Gerbstoffe Ononin und das Terpen alpha-Onocerin (Onocol) Hauptinhaltsstoffe.... (wikipedia)

ochsenzungen Ochsenzunge (Anchusa officinalis), zur Unterscheidung von der gleichnamigen Gattung auch als Gewöhnliche Ochsenzunge bezeichnet, ist eine in Europa heimische Art der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die Gewöhnliche Ochsenzunge wurde früher als Heilpflanze genutzt. Sie enthält aber in ihrem Kraut eine hohe Konzentration an giftigen Pyrrolizidinalkaloiden, z.B. Lycopsamin. Deshalb sollte die Pflanze heute für arzneiliche Zwecke nicht mehr verwendet werden..... (wikipedia)
oelecht

OELECHT, ÖLICHT, ÖLIG = seit dem 16. jahrh. für ölhaltig und ölartig, fettig  (Grimmsches Wörterbuch)

Oelschenckel

= Ödembildung an den Beinen, Beinschwellung, Geschwüre

ÖLSCHENKEL: 'dicker schenkel, welcher die grösze des gesunden schier zweimal übertraffe und anbei nicht anders glanzete als wann es mit öl geschmiert wäre, dahero die alte solche (offene, flieszende) geschwulsten ölschenkel betitelten. heutiges tags pflegt man sie stollfüsz zu nennen'.  (Grimmsches Wörterbuch)

ohren brentzel

= Ohrenbrennen, Ohrenschmerzen

offnen schaeden

= offene Verletzungen, Wunden, die noch nicht verheilt sind, Ausschlag, aufgebrochene Geschwüre, eiternde Wunden

oxymel

Oxymel = Sauerhonig, Präparate aus gereinigtem, mit Pflanzenessig vermischtem und verdampftem Honig. Offizinell ist nur noch O. Scillae, der Meerzwiebelhonig.    (Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911)

P

Papell

= Pappel:  Erste europäische Hinweise über den medizinischen Nutzen der Schwarzpappel finden sich in Dioskurides Materia Medica (60 nach Christus), die zu den bedeutsamsten pharmakologischen Werken der Antike gezählt wird. Er beschreibt darin die Anwendung der Pappelrinde gegen Harnzwang und des Saftes der Blätter gegen Ohrenschmerzen. Er berichtet auch von in Essig getränkten Pappelblättern, die als Auflage bei Schmerzen gegen die Gicht hilfreich seien. Der griechische Arzt Claudius Galenus von Pergamon (129 bis etwa 201 nach Christus) empfiehlt eine Salbe aus Pappelknospen gegen Entzündungen. Hildegard von Bingen (1098 bis 1148) erwähnt in ihren Schriften, dass Salbenmischungen aus Pappelrinde bei Hauterkrankungen Linderung brächten. Der Arzt und Botaniker Pier Andrea Matthiolus, (1501 bis 1577) beschreibt in seinem «New Kreuterbuch» die Pappelsalbe als Heilmittel bei Entzündungen und Verbrennungen der Haut.   (www.forum-naturheilkunde.de)

Paracelsus Theophrastus

Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, getauft als Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, (* vermutlich 10. November 1493 in Egg bei Einsiedeln; † 24. September 1541 in Salzburg) war ein Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und Philosoph. Das Wissen und Wirken des Paracelsus gilt als überaus umfassend. Seine Heilungserfolge waren legendär, trugen ihm aber auch erbitterte Gegnerschaft durch etablierte Mediziner und Apotheker ein. Verschärft wurden deren Anwürfe durch zusätzliche, oftmals beißende Kritik seitens des Paracelsus an der vorherrschenden Lehrmeinung der Viersäftelehre nach Galen und der bloßen Bücherweisheit damaliger medizinischer Gelehrter.  (wikipedia)

paralysin, paralyticis

Paralysis (gr), Lähmung; daher Paralysiren, lähmen, schwächen, hemmen; Paralytisch, in der Bibel von Luther gichtbrüchig übersetzt, so v.w. gelähmt    (Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861)

parisholtz

= vermutlich Paradiesholz:  Aloeholz, Paradiesholz, ist eine Mischung verschiedener, nicht genau gekannter, wohlriechender Holzarten, die aus Ostindien zu uns kommt, und deren Hauptbestandtheil das Calambakholz (von Excoccaria Agallocha L.), das Agallochaholz (Aloëxylon Agallachum) und das Adlerholz (Aquilaria Agallochum) bilden. (Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854)

Paroxysmus

Paroxysmus (griech., lat. Exacerbatio), eigentlich Verschärfung, bei Krankheiten mit periodisch wiederkehrenden Anfällen von Fieber, Krampf, Delirium etc., das Auftreten dieser Erscheinungen in Form von Anfällen, die gleichsam den höchsten Punkt bezeichnen, den die Störung im Organismus unter den vorhandenen Umständen erreichen kann, z. B. Keuchhusten, Asthma, Herzbeklemmung etc.    (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908)

Pasteney

PASTENEY, PASTENEI, PASTERNAK, PASTERNAT = Pastinak (Pastinaca sativa), auch die Pastinake, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Pastinaken (Pastinaca) in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Als Wildform gilt Pastinaca sativa ssp. sativa var. pratensis (Wiesen-Pastinak); die Kulturform Gemüse-Pastinak wird als Pastinaca sativa ssp. sativa var. sativa bezeichnet. Neben der Anregung des Appetits wirkt der Genuss auch harntreibend. (wikipedia) ; Matthiolus (Matthiolus, Kreuterbuch, 1563.) ist der Meinung, daß die wilde Form wirksamer sei als die angebaute. Die gesottenen Samen, getrunken und intravaginal angewendet, wirken als Emmenagogum. Auch harntreibend und als Geburtsmittel wirken sie, sind gut gegen Wassersucht und machen immun gegen die Bisse giftiger Tiere. Der Tee aus der Wurzel wirkt ebenfalls diuretisch und als Aphrodisiakum. Die Wurzel wirkt bei intra-uterinärem Gebrauch abortiv. Überhaupt ist die Pflanze ein gutes Frauenmittel. Sie wird auch gegen Leber- und Milzleiden gebraucht, ist appetitanregend und hilft äußerlich angewendet gegen fressende Schäden.  (www.henriettesherbal.com)

perturbation

Perturbation, von lat. "perturbare" = durcheinander wirbeln = Störung

Perturbation (lat.), Störung, Verwirrung, Gemütsunruhe; polit. Umwälzung; in der Astronomie die Abweichungen der Himmelskörper von der reinen elliptischen Bewegung, erzeugt durch Gravitation gegen in der Nähe befindliche Massen (große Planeten). Perturbieren, stören, beunruhigen, verwirren. (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911)

pestilentz

PESTILENZ, f., md. und mnd. pestilencie, im 14. jahrh. entlehnt aus lat. pestilentia, md. und oberd. schon gegen ende des 14. jahrh. gekürzt pestelentz, pestilentz; vom 16. jahrh. an ist das wort durch pest nach und nach zurückgedrängt worden. im 15. und 16. jh. auch der und das pestilenz....

PEST, f. erst nhd. mit dem franz. peste (in dieser form auch manchmal in deutschen schriften des 16. und 17. jahrh.) aus lat. pestis, mlat. pestia, davon das adj. pestialis, vgl. pestilenz.
1) zunächst die morgenländische beulenpest (bubonenpest), dann überhaupt eine ansteckende und verheerende seuche, die oft mit mehr oder minder lebendiger personification aufgefaszt wird ....
2) die pestbeule, ulcus; häufig bei verwünschungen und ausrufungen: einem die pest an hals wünschen...
3) übertragen auf etwas, das pestartig, verheerend wirkt...
(Grimmsches Wörterbuch)

peterlein, peterlin

peterlein (peterlin) und peterling, alte umdeutschung von petroselinum, petersilie (dasz die bauern aus petroselinum peterlein ... gemacht haben.  (grimmsches wörterbuch)

Peterskraut, Peterswurz

Vermutlich der Gewöhnliche Teufelsabbiss  (Succisa pratensis; früher: Scabiosa succisa Linné), auch einfach Abbiss oder Teufelwurz und Teufelsbiss genannt, ebenfalls Sankt Peterskraut, eine Wiesenstaude aus der Familie der Kardengewächse. In der Volksmedizin wirksam gegen Steinleiden (vor allem angeblich, wenn die Pflanze in der Nacht vor dem 24. Juni gepflückt wird). Der wie abgebissen aussehenden Wurzel der Pflanze wurde eine antidämonische Wirkung zugeschrieben. Als Amulett um den Hals getragen sollte sie den Träger vor böser Zauberei beschützen. Im Stall aufgehängt, galt sie als sicheres Mittel, das Vieh vor Behexung zu bewahren  (wikipedia)

Das Peterskraut, oder S. Peters-Kraut, des -es, plur. inus. 1) Ein Nahme des Glaskrautes, Parietaria L. siehe Glaskraut. 2) Des herbstlichen Löwenzahnes, Leontodon Autumnale L. 3) Einer Art Heckenkirschen mit geraden[697] Stamme und vielblümigen Stängeln, Lonicera symphoricarpos L. Engl. S. Peterswort. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798)

petroleum

Petroleum, Oleum Petrae, Steinöl. Dieses brenzlige Öl ist, äußerlich eingerieben, gegen Gliedersteifheit und Gichtknoten, besonders aber gegen alte Frostbeulen, welche dunkelrot von Farbe und fast ganz unschmerzhaft sind, ein beliebtes und wirksames Volksmittel. Bei aufgerissener Haut und Frostbeulen ist Sundelin's Frostsalbe zu empfehlen. Sie besteht aus Petroleum, anderthalb Quäntchen, Kampfer ein halbes Quäntchen, und anderthalb Lot einfacher Wachssalbe (Unguentum cereum simplex). Letztere wird so bereitet, dass man einen Teil Wachs schmilzt und zwei Teile Baumöl zusetzt.....   (Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der gesamten Volksmedizin, 1843)

pfaffen fueterle

Pfaffenfutter,  Vorläufer des Studentenfutters; es bezeichnete eine Mischung aus Süßholz, geschnittenen Gewürzen und mit Zucker überzogenen Gewürzsamen; Futter bezieht sich dabei wohl auf die 'Mischung von geschnittenen Eßwaren', Pfaffen auf die Geistlichkeit als Hauptabnehmer. Pfaffenfutter ist dabei eher eine Medizin - das Studentenfutter für die Jüngeren eher eine Schleckerei.   (Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 2002)

Pfaffenfutter n. besteht nach Grob. 163 aus Butterschnitten, mit Zuckerkörnern bestreut..... Dem Pfaffenfutter läszt sich auch vergleichen das Studentenfutter, Gemisch von Mandeln und Rosinen. (Germanistische Abhandlungen, begründet von Karl Weinhold, Breslau 1895)

phlegma

Phlegma (griech.), Schleim; besonders vermeintlicher Schleim im Blut als Grundlage des phlegmatischen Temperaments, daher gleichbedeutend mit Ruhe, Trägheit, Mangel an Lebhaftigkeit    (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 802)

Im Mittelalter wurde die Humoralpathologie durch astrologische Spekulationen ergänzt....Schleim (= grch.: φλῆγμα phlegma), der in der Nasenschleimhaut produziert werde, bestimme das Wesen der Phlegmatiker und habe Bezug zum Element Wasser, dem Abend, dem Winter und dem Greisenalter sowie den Sternzeichen Fische, Skorpion und dem Mond. (wikipedia)

phlegmatische kranckheiten

Das Überwiegen eines Elements führt beim Menschen zur Konstitution, z.B. die phlegmatische durch einen Wasserüberschuss. Ist dieser stark, entstehen die phlegmatischen Krankheiten. Hierzu gehören die meisten chronischen Leiden, z.B. die Stoffwechselstörungen und Altersbeschwerden. Wasser reduziert man am besten mit Feuer...(Max Amann: Die hermetischen Grundlagen der Spagirik, www.natura-naturans.de)

phlegmatische Materi

= wässrig - Besonders im Mittelalter und der Neuzeit wurden die Temperamente benutzt, um verschiedene Menschentypen zu beschreiben: cholerisch (feurig), sanguinisch (luftig), phlegmatisch (wässrig) und melancholisch (erdig). (Astro-wiki)

pillularum alephanguiarum

vermutlich Alefangia, adstringierende und aromatische, mit Oleum caryophylli (Nelkenöl) angemachte Pillen.   (Hermann Schelenz: Geschichte Der Pharmazie, Berlin 1904)

Pilulæ Alæphanginæ
College : Take of Cinnamon, Cloves, Cardamoms the less, Nutmegs, Mace, Calamus Aromaticus, Carpobalsamum, or Juniper berries, Squinanth, Wood of Aloes, yellow Sanders, red Roses dried, Wormwood, of each half an ounce, let the tincture be taken out of these, being grossly bruised in spirit of Wine, the vessel being close stopped; in three pounds of this tincture, being strained, dissolve Aloes one pound, which being dissolved, add Mastich, Myrrh, of each half an ounce, Saffron two drams, Balsam of Peru one dram, the superfluous liquor being consumed, either over hot ashes, or a bath, bring it into a mass of pills.
Culpeper : It cleanses both stomach and brain of gross and putrified humours, and sets the senses free when they are thereby troubled, it cleanses the brain offended by ill humours, wind, &c. helps vertigo and head-aches, and strengthens the brain exceedingly, helps concoction, and strengthens the stomach, one dram taken at night going to bed, will work gently next day: if the party be weak, you may give less, if strong more. If you take but half a dram, you may go abroad the next day: but if you take a dram, you may keep the house; there can be no harm in that.
 (Nicholas Culpepper: Complete Herbal, London 1816)

pillulas assaiereth

pillula assaiereth: Take of Species Hiera Picra Galeni one ounce, Mastich, Citron, Myrobalans, of each half an ounce, Aloes two ounces, the Syrup of Stoechas as much as is sufficient, make of them a mass according to art. It purges choler and flegm, and strengthens the whole body exceedingly, being very precious for such whose bodies are weakened by surfeits, or ill diet, to take half a dram or a scruple at night going to bed. (Nicholas Culpepper: Complete Herbal, London 1816)

pilulae sine quibus esse nolo

Ähnlich wie heute nahmen die Menschen der damaligen Zeit offensichtlich gerne Mittel ein, die zum allgemeinen Wohlbefinden beitrugen, wie zum Beispiel pilulae sine quibus esse nolo (Pillen, ohne die ich nicht sein will). Es handelt sich dabei um Pillen aus Socrota-Aloen, Skammonium, Lärchenschwamm, Sennesblättern, Myrobalanen, Teufelszwirn, Rosenblütenblättern, Mastix u.a. mit abführender Wirkung.   (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Monatsanzeiger 12 /2000)

pissasphaltum

Pissasphaltum: es ist nicht ausgemacht, ob die Alten hierunter reinen Asphalt, oder eine über dem Feuer bereitete Mischung von Asphalt und Fichtenpech verstanden, daher ersterer von den Neuern Pissasphaltum nativum, letztere Pissasphaltum sactitium genannt worden ist  (Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon, Leipzig 1798)

Pissasphaltus, Pissasphaltum. Ist ein Gemenge von Jüdenleime und Pech. Es giebet dessen zweyerley Gattungen: natürliches und durch Kunst bereitetes. Von dem ersten habe ich unter dem Titel Naphtha gehandelt. Das andere wird geschwind bereitet, aus gleichen Theilen Judenleims und schwartzen Pech, die unter einander geschmoltzen werden. Die Alten gebrauchten beyderley zur Balsamirung ihrer todten Cörper. Es zertheilet, macht zeitig, stärcket, und widerstehet dem Brande. Pissasphaltus kommt von πίσσα, pix, Pech, und ἀσφάλτος, bitumen, Judenpech, als ob man wolte sagen, ein Gemenge von Pech und Judenleim.   (Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721)